3.L | Montag, 5. Dezember 2016 (BKZ)
Die SGS kann wieder Heimsieg!

17. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Freitag, 2. Dezember  |  14:00 Uhr  |  mechatronik arena

SG Sonnenhof Großaspach - SV Wehen Wiesbaden   2:1 (1:1)

[Die BKZ, unser Medienpartner mit SG-TV Videospielbericht]
[Aus der SWR-Mediathek "Sport am Samstag"]
[Aus der HR-Mediathek "heimspiel! am Samstag"]

In der 88. Minute schlägt Krause zu

Die beiden Teams schienen sich schon aufs 1:1 geeinigt zu haben, die frierenden Zuschauer warteten in der Arena im Fautenhau gestern Abend auf den Abpfiff von Erstliga-Referee Manuel Gräfe. Dann schlug Marlon Krause doch noch zu, schoss die Drittliga-Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach in der 88. Minute zum 2:1-Heimsieg gegen den SV Wehen Wiesbaden. Was für eine Erleichterung für die Hausherren, während die Gäste immer tiefer in die Krise rutschen.

Von Steffen Grün - Nur noch gut zwei Minuten der regulären Spielzeit waren übrig, als sich der eingewechselte Aspacher Michael Maria den Ball schnappte und energisch aufs Wehener Tor zusteuerte. Er wurde noch ausgebremst, doch die Kugel landete beim mitgeeilten Verteidiger Krause. Der 26-Jährige traf aus halblinker Position zum späten 2:1 ins lange Eck. Teil der anschließenden Jubeltraube war SG-Trainer Oliver Zapel, der mit einem solchen Affenzahn auf den Platz gestürmt war, dass er später lachend bekannte: „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in meiner aktiven Zeit so einen Sprint hingelegt habe.“ Die Erleichterung hatte zwei Gründe: Zum einen wurde die schon wieder aufgekommene Debatte um die Heimschwäche im Keim erstickt, zum anderen war es einfach ein wichtiger Dreier, um nicht mitten in die Abstiegszone gezogen zu werden. Man habe mit nunmehr 22 Punkten das Vorrundenziel erreicht, obwohl noch zwei Spiele ausstehen, rechnete Zapel vor: „Ich bin überglücklich.“

Sein Team hätte schon nach vier Minuten führen können. Jeremias Lorch eroberte an seinem 21. Geburtstag den Ball und bediente Manfred Osei Kwadwo, der aus halbrechter Position und zehn Metern abzog. Wehens Torwart Max Reule war geschlagen, doch Steven Ruprecht klärte auf der Linie. Fünf Minuten und einen harmlosen Warnschuss der Gäste durch Robert Andrich später führte die SG tatsächlich. Kwadwo steckte für Pascal Sohm durch, der zum 1:0 ins lange Eck traf. „Er hat geackert wie ein Pferd“, lobte Zapel den 25-Jährigen, der im Sturmzentrum für mächtig Wirbel sorgte, während Lucas Röser in dieser Partie über die Außenposition kam.

Nur 180 Sekunden nach dem 1:0 kassierten die Hausherren den Ausgleich. Kai Gehring wehrte mit dem Kopf zu kurz und in die Mitte ab, aus 18 Metern hielt Robert Andrich sofort drauf. SG-Torhüter Kevin Broll war gegen den tückischen Aufsetzer machtlos. „Wir haben uns rasch berappelt und hatten die Zügel in der Hand“, freute sich Aspachs Trainer später, doch seine Elf schlug aus einigen guten Torchancen kein Kapital. Das wäre in der 69. Minute beinahe bestraft worden. Wehens Marc Lorenz schlug einen Freistoß in den Strafraum, dort herrschte ein heilloses Durcheinander. Ruprecht kam aus kurzer Distanz zum Schuss, zielte aber etwas zu zentral und Broll verhinderte mit einem Reflex einen Rückstand. Sekunden später sah der Keeper weniger gut aus, doch sein misslungener Ausflug wurde nicht bestraft. Die SG, die in der zweiten Halbzeit nicht wirklich zu überzeugen wusste und spätestens mit der Auswechslung ihres angeschlagenen Kapitäns Daniel Hägele „etwas ins Wackeln“ geriet, wie auch Zapel einräumte, hatte aber das bessere Ende für sich.

Dass es ausgerechnet der vorrangig fürs Tore verhindern zuständige Abwehrspieler Krause war, der mit seinem ersten Treffer im Aspacher Trikot den Dreier unter Dach und Fach brachte, wunderte auch Zapel. „Dieser verrückte Hund“, sagte der Trainer schmunzelnd, „der ist sonst nie in der gegnerischen Hälfte zu finden“. Im richtigen Moment nun schon, doch der umjubelte Siegtorschütze blieb bescheiden: „Ich freue mich, dass ich das Tor gemacht habe, aber das ist zweitrangig. Ich will mich einfach immer in den Dienst der Mannschaft stellen. Wir haben von der ersten Minute dran geglaubt, dass wir das Spiel gewinnen. Das ist unsere Mentalität, wir ackern bis zur letzten Minute. Heute wurden wir zum Glück mal wieder belohnt.“ Dagegen ärgerte sich Wehens Coach Torsten Fröhling darüber, dass sein Team das späte 1:2 nach einer eigenen Standardsituation kassierte, „das war etwas naiv, da muss vielleicht mal ein taktisches Foul her“. Seit dem 1. Oktober warten die Hessen auf einen Sieg, die Lage wird immer prekärer.

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Was für eine Erleichterung nach dem späten 2:1 durch Marlon Krause:
Mittendrin im Aspacher Jubelknäuel war auch Trainer Oliver Zapel. Foto: A. Becher

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 5.12.2016

Impressionen aus der mechatronik Arena

Fotos: tai