3.L | Freitag, 18. November 2016 (BKZ)
Auch gegen den FCM: Mit Laptop und Technik gegen die Goliaths

^^^ Nutzt Laptop und moderne Technik intensiv,
um im Kampf des Dorfklubs mit den Großen bestens
gewappnet zu sein: Oliver Zapel. (Foto: A. Becher)

15. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Samstag, 19. November  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

SG Sonnenhof Großaspach - 1. FC Magdeburg

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Morgen sieht Oliver Zapel eine besondere „Herausforderung“ auf sich und seine Elf zukommen. Die SG Sonnenhof braucht bis 14 Uhr einen neuen Plan. Dann erwartet Drittligist Aspach den 1. FC Magdeburg im Fautenhau. Dem fehlen drei gesperrte Kicker. Eigentlich gut für die Schwaben. Es gilt aber auch, ein neues Konzept für ein verändertes Gästeteam zu finden. Und mithilfe von Laptop, Datenbank und Matchplan den Spielern zu vermitteln.

Von Uwe Flegel - Es ist schon Jahre her, als Ewald Lienen für Furore sorgte. Der Fußballlehrer hatte sich erlaubt, seine Beobachtungen während des Spiels auf Zettel zu notieren. Bis zum Namen „Zettel-Ewald“ war’s ein kurzer Weg. Vor nicht allzu langer Zeit, zog Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl als sogenannter Experte über „Laptop-Trainer“ her, um kurz darauf selbst am Monitor mit neuesten technischen Hilfsmitteln dem Fernsehzuschauer Spielabläufe zu erklären. Fakt ist: Ohne moderne Technik geht im Profifußball nur noch wenig. Die Kicker nutzen, was in anderen Sportarten zum Teil schon seit Jahrzehnten Alltag ist.

Einer, der die digitalen Möglichkeiten extrem ausschöpft, ist Oliver Zapel: „Ich arbeite damit seit sechs Jahren. Ich hatte keine Lust mehr, meine Trainingsinhalte und anderes auf Papier zu bringen.“ Der diplomierte Kommunikationswirt nutzt Easy2Coach nicht nur für Team- und Terminorganisation. Der 48-Jährige bedient sich der ganzen Bandbreite, hat zu Entwicklern einen so guten Draht, dass einzelne Tools auf sein Betreiben entwickelt oder ins System eingebaut wurden.

Zum Beispiel teilt er seinen Spielern und Trainern am Morgen per App mit, was am Nachmittag im Training läuft. Damit hofft er, dass sich seine Kicker mehr und besser in die Arbeit eingebunden fühlen, dass die Fußballer sich stärker mit dem beschäftigen, was sie tun und was gefordert wird. Es fällt auch langatmiges Erklären von Übungen weg. „Wir nutzen die Trainingszeit maximal“ und die Standzeit der Spieler wird minimiert. Zudem hilft die Technik, die Genauigkeit zu verbessern. Ein Großteil des Trainings und alle Spiele werden per Video aufgezeichnet. „Damit kann ich die eine oder andere Szene selbst noch mal anschauen.“ Und der eine oder andere Kicker bekommt gezeigt, warum er spielt oder eben nicht. Die Kontrolle steigert auch Motivation und Engagement im Training. Wobei der Fußballlehrer dort die geringsten Probleme sieht, hebt er doch seit seinem Amtsantritt die Lernbereitschaft der Spieler immer wieder hervor.

Zu Zapels Bündel an Möglichkeiten zählt, dass er den Kickern nach jedem Spiel und Trainingseinheiten Noten von 1 bis 10 gibt. Wobei die 10 für fast alle eine Traumnote bleibt. Die Spieler wissen, was da steht. Sie haben Zugang zur Beurteilung und die Chance zur Leistungskontrolle und besseren Selbsteinschätzung. Auch dank einsehbarer Bestenlisten für Trainingsbeteiligung, Scorerpunkte, Trainingsleistung und, und, und.

Überhaupt ist Aspachs Coach das bildliche Einbeziehen des Trainerteams und der Mannschaft in seine Ideen, Wege und Ziele sehr wichtig. Mitdenken ist nicht nur erlaubt, sondern gefordert. Wie beim sogenannten Matchplan, mit dem Zapel seine Elf vor jeder Partie ausstattet. Die Infos zur eigenen Spielkonzeption, zum Gegner und Gegenspieler sind auf einem Portal zwei Tage vor dem Spiel abrufbar, werden falls notwendig kurzfristig aktualisiert. Dort gibt’s Codes dafür, „wie wir das eigene Spiel eröffnen oder für bestimmte Situationen in den 90 Minuten.“ Schließlich läuft nicht immer alles nach Plan und Änderungen sind nötig.

Der Norddeutsche gesteht, dass er „besessen und versessen“ für die Technik ist. Und er weiß, dass der Laptop keine Tore schießt oder alle Unwägbarkeiten auf dem Platz ausschaltet. Aber: Es können Treffer vorbereitet und gegnerische Chancen verhindert werden. Denn: „In der Spielvorbereitung gibt es nicht viel, was wir offen lassen.“ Zapel nennt es: „Planung mit dem Wissen, dass am Ende des Tages alles über den Haufen geworfen wird.“ So wie morgen vielleicht. Denn bei Magdeburg sind mit den Verteidigern Nils Butzen und Christopher Handke sowie Mittelfeldspieler Niklas Brandt drei Stammspieler gesperrt. Einen Teil ihrer gesammelten Erkenntnisse kann die SG damit nicht nutzen und muss mit Überraschungen rechnen. Aspachs Trainer sieht es als „Herausforderung“, zu erraten, was Kollege Jens Härtel Neues bringt und was wenige Stunden später Zapels Datenbank um ein weiteres Mosaiksteinchen erweitert.

Mit dem Shuttlebus ab Backnang ins Stadion

Wie gewohnt setzt die SG einen kostenlosen Shuttle-Service vom Busbahnhof in Backnang ein.
Die Abfahrtszeiten:

ZOB Backnang -> mechatronik Arena

  • Abfahrt ZOB Backnang um 13:15 Uhr
  • Abfahrt Etzwiesenbrücke 13.16 Uhr
  • Abfahrt Roßbergstaffel 13.17 Uhr

mechatronik Arena -> ZOB Backnang

  • Rückfahrt um 16:15 Uhr

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 18.11.2016