3.L | Mittwoch, 19. Oktober 2016 (BKZ)
Koukoutrigas: "Kritische Entscheidungen fallen zu oft gegen uns"

Von unserem Medienpartner, der Backnanger Kreiszeitung (Uwe Flegel)

Enttäuschung und Ärger regierten bei Aspachs Drittligakickern nach der 2:3-Heimniederlage gegen Paderborn (wir berichteten). Sportdirektor Joannis Koukoutrigas machte da keine Ausnahme. Ergebnis, Rot für Sebastian Schiek und die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung hatten ihm die Laune verdorben. Dabei sieht er seine Elf mit 15 Zählern nach elf Spielen absolut im Soll.

„Ein paar Tage nach so einem Spiel sieht die Welt ganz anders aus“, bestätigt Koukoutrigas indirekt, dass ihm die unglückliche Niederlage am Freitagabend das Wochenende verhagelt hat. Denn: „Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer emotional dabei bin und nach Niederlagen ärgere ich mich grundsätzlich.“ Erst recht hoch geht der Blutdruck des griechischstämmigen Schwaben, wenn die SG Sonnenhof mit leeren Händen dasteht, obwohl sie mit einer Elf wenigstens auf Augenhöhe war, die bis vor Kurzem noch Bundesliga spielte. Dann braucht es halt Zeit, ehe der Sportdirektor selbst erkennt: „Eigentlich Wahnsinn. Wir sind Aspach und regen uns über eine Niederlage gegen Paderborn auf, das vor Kurzem noch in der Münchner Allianz-Arena um Punkte kämpfte.“

Koukoutrigas will damit sagen, dass die Mannschaft von Trainer Oliver Zapel trotz zweier Heimniederlagen in Folge im Plan liegt. „Wir arbeiten seit dem ersten Spiel am Klassenverbleib. Das ist unser großes Ziel, und nur daran lassen wir uns messen“, erinnert der SG-Manager, dass sein Verein in der Dritten Liga über einen der kleinsten Etats, vielleicht sogar das niedrigste Budget verfügt. Das auszugleichen, geht nur mit Akribie und Fleiß. Dinge, die in Aspach Kerngeschäft sind, bestätigt Koukoutrigas und berichtet: „Oliver Zapel leistet mit seinem Trainerteam hervorragende Arbeit. Er passt voll und ganz zum Verein, in dem extrem hart und oftmals ehrenamtlich für den Erfolg geschuftet wird. Genauso arbeiten auch die Jungs auf dem Platz jeden Tag, um das Ziel zu erreichen.“ Für ihn sind die Wellentäler der SG deshalb kein Drama, sondern Normalität, wenn auch eine unerwünschte. „Da müssen wir dann gemeinsam durch und werden das auch“, fordert der Sportchef Geschlossenheit.

Wobei der 41-Jährige beileibe nicht alles schönmalt. Wie seinem Trainer hat ihm Schieks Platzverweis zuletzt ebenso wenig gefallen, wie das eine oder andere unnötige Gelb sowie sonstige Aktionen. „Ohne Emotionen kein Fußball“, sagt Koukotrigas, fügt aber sofort kritisch an: „Dennoch dürfen wir uns nicht provozieren lassen.“ Der Manager kann den Ärger seines Coaches verstehen, „wenn das dann trotz Warnungen passiert“. Wobei er Wert darauf legt, dass es einzig und allein „um Fehlverhalten auf dem Feld“ geht. Das spreche der Coach klar an und belasse es nicht beim Ärgern, „sondern redet mit den betroffenen Spielern, und diese folgen ihm zu hundert Prozent“.

Fehler hat der Sportdirektor zuletzt aber nicht nur bei seiner Elf, sondern auch bei den Unparteiischen gesehen. Und das bereits seit dem Aufstieg vor zweieinhalb Jahren. Koukoutrigas sagt. „Natürlich suchen wir die Fehler zunächst bei uns selbst und sind als Dorfklub die Letzten, die jammern. Nehmen wir aber als Beispiel das Paderborn-Spiel: Es gab drei kritische Aktionen, alle wurden gegen uns entschieden. Daraus resultierten wenigstens zwei Gegentore.“ Für ihn steht fest: Gibt’s einen Schiri-Bonus, dann für die sogenannten Großen. Das ärgert ihn: „Wir sind zwar der Verein aus der kleinsten Gemeinde der Liga, bleiben ruhig und unserem Weg treu – das darf aber auf dem Platz keine Rolle spielen.“

Das gilt auch für nächsten Samstag, wenn der Dreizehnte aus dem Fautenhau im Hexenkessel an der Bremer Brücke beim Tabellenzweiten VfL Osnabrück bestehen muss. Dort heißt es einerseits Vollgas geben und dennoch die Nerven im Griff sowie andererseits einen unparteiischen Schiri haben. Ansonsten drohen der SG erneut Ärger und Enttäuschung.