3.L | Samstag, 13. August 2016 (BKZ)
Zwei Heimkehrer heute um 14 Uhr in der mechatronik Arena

4. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Samstag, 13. August  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

SG Sonnenhof Großaspach - SC Preußen Münster

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Michele Rizzi: „Es ist natürlich ein besonderes Spiel“

Von Steffen Grün - So schnell kann es gehen. Kaum haben sich Michele Rizzi (28) und Tobias Rühle (25) vom Drittligisten Großaspach verabschiedet, schon schauen sie mit dem SC Preußen Münster wieder im Fautenhau vorbei. Vor dem Duell mit der SG Sonnenhof (14 Uhr, mechatronik Arena) äußert sich der sofort zum Kapitän der Gäste gekürte Rizzi im Interview mit unserer Zeitung zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Nach einem 0:1-Pausenrückstand gab es für Münster gegen Duisburg am Mittwochabend immerhin ein 1:1, aber keinen Heimsieg. Nur ein Punkt nach drei Spielen, Vorletzter – das hatten Sie sich ganz anders vorgestellt, oder?

Mit diesem Start können wir natürlich nicht zufrieden sein. Vor allem beim 0:1 im Auftaktspiel gegen Osnabrück waren wir einfach nicht gut. Beim 0:1 in Rostock hat die Formkurve schon nach oben gezeigt, da haben wir uns mit dem Platzverweis (Ampelkarte für Denis Mangafic in der 53. Minute, Anm. d. Red.) und dem selbst verschuldeten Gegentor selbst geschlagen. Mit dem MSV Duisburg haben wir zuletzt gegen eine absolute Spitzenmannschaft gespielt, die bis zum Schluss oben dabei sein wird und Aufstiegsambitionen hat. Deshalb zeigt der Trend nach oben, auch wenn wir uns in den vergangenen beiden Spielen noch nicht mit so ganz vielen Punkten belohnt haben.

Warum läuft es noch nicht so rund, wie Sie und Ihr Team sich das vorgestellt haben?

Wir haben eine ganz neue, junge Truppe. Dass da nicht von Anfang an alles rund laufen kann, war uns klar und war auch dem Trainer klar. Wir sehen es aber als Projekt, bleiben ganz ruhig und arbeiten weiter. Und wie gesagt: Die Formkurve zeigte zuletzt auf jeden Fall nach oben.

Sie haben gerade von einem Projekt gesprochen. Wie sieht das aus und wo soll es enden?

Das ist schwer zu sagen. Es wurde auch deshalb kein konkretes Saisonziel ausgegeben, weil wir schon einen sehr großen Umbruch hatten. Im ersten Spiel standen acht Zugänge in der Startelf – da können die Abläufe noch nicht zu hundert Prozent passen, das ist eigentlich klar gewesen. Die Entwicklung ist wirklich positiv, wir stimmen uns immer besser aufeinander ab, müssen aber noch um ein bisschen Geduld bitten. Intern ist bei uns alles in Ordnung, der Trainer macht einen super Job. Wir folgen ihm zu hundert Prozent und vertrauen dem, was er vorgibt. Nach drei Spielen kann man nicht sagen, wohin der Weg führt, aber wir wollen natürlich wo ganz anders als derzeit stehen.

Sie wurden als Zugang sofort zum Kapitän ernannt. Waren Sie davon selbst überrascht und wie läuft es für Sie ganz persönlich?

Ich war schon sehr überrascht, der Trainer hat es mir am Mittwoch vor der Partie gegen Osnabrück gesagt. Ich war sehr stolz und habe keine Sekunde überlegen müssen. Ich habe dieses Amt sehr gerne angenommen, weil ich mich in der Mannschaft sehr akzeptiert fühle und ich gemerkt habe, dass auch das Team dahinter steht. Ich fühle mich hier sehr wohl, meine Frau und ich haben uns super eingelebt und eine schöne Wohnung gefunden. Es macht wirklich Spaß, alles ist eben etwas größer als in Großaspach. Ich bin auf alle Fälle froh, dass ich diesen Schritt aus der Komfortzone heraus gewagt habe.

Amaury Bischoff, Ihr Vorgänger als Kapitän, Mittelfeldstratege und Standardspezialist, stand gegen Duisburg erstmals neben Ihnen in der Startelf und traf per Handelfmeter zum 1:1. Zeigt das, dass es auch gemeinsam geht? Das war in Münster ja durchaus ein Thema.

Auf jeden Fall. Die Presse in Münster ist allgemein recht kritisch und hinterfragt alles, intern war das gar kein Thema. Er hat große Qualität und schlägt wirklich gute Standards. Das ist auch gut – dadurch sind wir schwerer auszurechnen, es ist auf mehrere Schultern verteilt. Es war ganz wichtig, dass er den Elfer zum 1:1 verwandelt hat. Wir verstehen und ergänzen uns gut, daher war von vorneherein klar, dass es auch zusammen geht.

Auch Tobias Rühle ist aus Großaspach nach Münster gewechselt und gilt im Sturm als großer Hoffnungsträger. Nun wartet er noch auf sein erstes Tor. Wann platzt der Knoten?

Ich hoffe, schon am Samstag. Seine Spielweise ist ja allgemein bekannt. Er arbeitet sehr viel für die Mannschaft, reißt immer wieder Lücken für die Teamkollegen und spielt insgesamt sehr mannschaftsdienlich. Daher ist sein Wert für uns wie schon bei der SG Sonnenhof nicht nur an den Toren zu bemessen, aber ich wünsche ihm, dass er so schnell wie möglich trifft.

Morgen gibt es das schnelle Wiedersehen mit den Ex-Kollegen und dem alten Klub. Münster muss nach Großaspach, wo Sie fünf Jahre gespielt haben und Tobias Rühle drei. Mit welchen Gefühlen gehen Sie in dieses Duell?

Ich freue mich auf das Spiel und darauf, wieder einmal heimzukommen. Ich kenne alle Leute dort und habe auch noch immer wieder Kontakt mit Sportchef Joannis Koukoutrigas, Pressesprecher Philipp Mergenthaler und meinen ehemaligen Mitspielern. Fürs Spiel in Rostock habe ich versucht, ihnen ein paar Tipps zu geben, nachdem wir am vergangenen Freitag bei Hansa gespielt hatten. Ich habe viele Freunde in Aspach, mit denen ich mich auch unterhalten werde. Daher ist es natürlich ein besonderes Spiel, auf das ich und Tobi uns sehr freuen. Wegen der Tabellensituation und weil beide Vereine nicht gut gestartet sind, hat die Partie aber schon ein wenig Brisanz. Es ist aber erst der vierte Spieltag, das darf man noch nicht allzu hoch hängen. Es kann schnell in alle Richtungen gehen.

Was trauen Sie beiden Klubs zu, wo landen Münster und Großaspach am Saisonende?

Unsere Formkurve steigt an, deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass wir uns kontinuierlich nach oben arbeiten. Wie weit es für uns nach oben reicht, wissen wir nicht, aber wenn wir so weiterarbeiten, dann wird es schnell in Tabellengefilde gehen, in denen man mehr Ruhe hat. Großaspach drücke ich die Daumen, dass sie den Klassenerhalt schaffen. Sie können in Zukunft gerne alle Spiele gewinnen, außer die zwei gegen uns. Das Plus bei der SG ist, dass Ruhe herrscht, mit einem tollen familiären Zusammenhalt gearbeitet wird und keine Schnellschüsse getätigt werden. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass Großaspach die Qualität hat, um die Liga zu halten.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 12. August 2016