3.L | Montag, 1. August 2016 (BKZ)
Rückblick auf das Gastspiel in Chemnitz

1. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Samstag, 30. Juli  |  14:00 Uhr  |  Stadion an der Gellerstraße

Chemnitzer FC - SG Sonnenhof Großaspach   0:0

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Dem Titelanwärter einen Punkt stibitzt

Wer nach dem Umbruch in der Sommerpause vermutet hatte, die SG Sonnenhof brauche einige Zeit, um sich zu finden, sah sich im Drittliga-Auftaktspiel beim Chemnitzer FC eines Besseren belehrt. Großaspachs Fußballer stibitzten dem Aufstiegsaspiranten mit einem 0:0 einen Punkt, den sie sich verdient hatten. Fürs Team um den neuen Trainer Oliver Zapel wäre sogar noch mehr drin gewesen.

Von Steffen Grün - Wohin der Vereinsbus der Sachsen unterwegs war, der um 12.15 Uhr auf der A72 in Fahrtrichtung Zwickau und lange nach dem Abpfiff auf dem Rückweg gesichtet wurde, ist unbekannt. Böse Zungen hätten nach der schwachen zweiten Halbzeit der Hausherren lästern können, ob möglicherweise ein paar Leistungsträger zu den Insassen gehörten. Nein, dem war nicht so, die Truppe von Trainer Sven Köhler hatte keine großen Personalsorgen. Es lag auch vor allem an der mutigen und geschlossenen Leistung der SG Sonnenhof, dass die Gäste den Favoriten ärgerten und sogar an den Rande einer Niederlage brachten.

Für den Chemnitzer FC wäre der Fehlstart in der 85. Minute beinahe komplett gewesen. Nach einem tollen Spielzug hatte der für Stürmer Lucas Röser in die Partie gekommene Mittelfeldspieler Nico Jüllich, der abwechselnd mit Pascal Sohm und Josip Landeka ganz vorne auftauchte und die Einheimischen so verwirrte, den Siegtreffer auf dem Schlappen. Er scheiterte an Ex-Teamkollege Kevin Kunz, der diese und andere Paraden trocken bewertete: „Dafür stehe ich im Tor.“ Ein 1:0 für Aspach wäre nicht unverdient gewesen, wobei es in der Nachspielzeit auch gegenüber noch einen Aufreger gab. Einen Freistoß aus 17 Metern und zentraler Position, den Dennis Grote ausführte, fälschte ein Abwehrbein ab. SG-Keeper Kevin Broll musste nicht mehr eingreifen, der späte Knockout für die Schwaben blieb aus.

Apropos Broll: Der 20-Jährige stand im Kasten, weil Routinier David Yelldell mit Oberschenkelproblemen kämpfte und weil er laut Zapel in den vergangenen Wochen „hervorragend trainiert und in den Testspielen gute Leistungen gebracht hat“. An diese knüpfte er beim Saisonstart nahtlos an und er war in der ersten halben Stunde, als Chemnitz dominierte, einmal zur Stelle. Er klärte, als der frei vor ihm aufgetauchte Daniel Frahn den Ball bei der Annahme etwas zu weit von seiner Brust tropfen ließ. Danach hatte die SG in kurzer Zeit einige Topchancen: Den Volleyschuss von Jeremias Lorch fischte Kunz aus dem bedrohten Eck (33.), der Kopfball von Sebastian Schiek und der Nachschuss von Pascal Sohm fanden ihr Ziel nicht (34.), den Versuch von Julian Leist kratzte Philip Türpitz von der Linie (37.).

Nach dem Wechsel bekam Aspach das Spiel richtig in den Griff, aber die beste Chance hatte zunächst der CFC. Türpitz schickte Frahn auf die Reise, der schoss haarscharf drüber (68.). Vier Minuten später hatte Jüllich nach einer Sohm-Flanke seine erste Möglichkeit, kam aber einen Schritt zu spät. Nach der Ampelkarte für CFC-Akteur Tim Danneberg, der nach 59 Minuten gemeckert und nun gefoult hatte, hatte Jüllich wie erwähnt das Siegtor auf dem Fuß, doch es blieb beim 0:0. „Unsere Gegner, die tun uns so leid, sie opfern umsonst ihre Zeit“, heißt es nach dem Motto „reim dich oder ich fress dich“ in einem CFC-Vereinslied. Das trifft auf die SG nicht zu, das Remis ist ein starker Start.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 1. August 2016

Stenogramm

Chemnitzer FC: Kunz - Bittroff, Endres, Conrad, Grote - Danneberg, Jopek (67. Stenzel), Türpitz (78. Hansch), Fink (57. Baumgart) - Mast, Frahn.
SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek, Leist, Gehring, Lorch – Sohm, Krause, Hägele, Landeka (83. Röttger) – Röser (70. Jüllich), Breier (55. Aschauer).
Tore: -
Karten: Gelb-Rot Danneberg (83. Chemnitz); Gelb: Türpitz und Grote (Chemnitz) sowie Krause, Hägele, Gehring, Röttger und Sohm (Großaspach).
Zuschauer: 7.228
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach bei Nürnberg)

DFB-Elf des Tages

Unser Innenverteidiger Kai Gehring hat sich gleich am 1. Spieltag einen Platz reserviert. Zudem wurde Linksverteidiger Jeremias Lorch in die "kicker-Elf der Woche" benannt.

Impressionen aus Chemnitz

Fotos: tai


Offizielle Pressemitteilung nach der Partie:

Starke Leistung beim Aufstiegsfavoriten  -
die SG schnupperte in Chemnitz am Sieg

Die Analyse:

Grundsätzlich vertraut Cheftrainer Oliver Zapel jedem Spieler im Kader der SG Sonnenhof Großaspach, gegen den Chemnitzer FC durften folgende seiner Schützlinge von Beginn an ran: Kevin Broll sollte den Kasten gegen die namhaften Stürmer der Sachsen sauber halten, der erst 20-jährige Torhüter erhielt den Vorzug vor David Yelldell, der mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen hat. Mit Schiek, Leist, Gehring und Lorch begann eine Viererkette, die durch großen Einsatzwillen jeder Offensive der 3. Liga das Leben schwer machen kann. Sohm, Krause, Hägele und Landeka sollten im Mittelfeld sowohl für Sicherheit als auch für kreative Impulse sorgen und in der Offensive erhielt das Stürmerpaar Röser und Breier den Vorzug.

Mit viel Leidenschaft, konzentriert und diszipliniert – mit diesen Vorgaben schickte Oliver Zapel sein Team beim Aufstiegsfavoriten Chemnitzer FC aufs Feld. Und seine Mannschaft  hielt sich an die Vorgaben des Cheftrainers, spielte taktisch klug, stand sicher und lauerte auf Fehler der Hausherren. Der CFC, mit großer individueller Qualität besetzt, spielte zwar engagiert, tat sich aber zunächst schwer. Erst in der 24. Spielminute kam Frahn frei vor Broll zum Abschluss, doch der junge Keeper hielt klasse. Als wäre diese Aktion ein Zeichen dafür gewesen, auch offensiv Akzente zu setzen, hatte die SG kurze Zeit später gleich drei dicke Möglichkeiten, um den Führungstreffer zu erzielen. Doch erst hielt Kunz mit einer starken Parade einen 20-Meter-Strich von Lorch (34.), danach scheiterten Leist (35.) und Röser (36.). Die SG blieb weiter am Drücker, ging aggressiv in die Zweikämpfe, so dass es bis zum Halbzeitpfiff beim torlosen 0:0-Unentschieden blieb.

Im zweiten Durchgang kam die SG hellwach aus der Kabine und ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen. Immer wieder konnten insbesondere die beiden Sechser, Hägele und Krause, Bälle im Mittelfeld abfangen, spielten die Kugel schnell über die Außenbahnen in die Spitze und sorgten somit für Gefahr vor dem CFC-Tor. So rutschte der eingewechselte Jüllich in der 68. Spielminute nur knapp an einer Sohm-Hereingabe vorbei – Schuhgröße 48 hätten zur Führung gereicht. Doch trotz der stark aufspielenden Aspacher Defensive musste die Elf um Kapitän Hägele stets hellwach sein, um nicht unerwartet auf die Verliererstraße zu geraten. So tauchte Frahn alleine vor Broll auf, knallte das Leder aber über den Kasten. Eine Schrecksekunde für die Aspacher, die danach aber wieder unbeeindruckt weiter nach vorne spielten. Nach weiteren Nadelstichen hatte Jüllich den Sieg auf dem Fuß, der Aspacher Mittelfeldspieler wurde im Strafraum der Chemnitzer freigespielt, lief zwei Schritte Richtung CFC-Gehäuse und zog ab. Die Aspacher Bank hatte den Jubelschrei schon auf den Lippen, doch Kunz konnte die mit einer Glanztat retten. Kurz vor Ende der Partie bekam der CFC einen Freistoß aus 18 Metern Torentfernung zugesprochen, Grote lief an, doch die Kugel wurde von einem SG-Abwehrbein um den Pfosten gelenkt.

So blieb es beim 0:0-Unentschieden und einer tollen Aspacher Leistung gegen den Aufstiegsaspiranten Chemnitzer FC, die sogar noch durch ein Tor hätte gekrönt werden können.

Die Stimme zum Spiel:

Cheftrainer Oliver Zapel: "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und schade, dass wir am Ende uns für diesen couragierten Auftritt nicht selbst belohnt haben. Wir sind als echte Einheit und Mannschaft aufgetreten und haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Bedanken möchte ich mich auch bei unseren Fans für die Unterstützung."