3.L | Sonntag, 3. Juli 2016 (tai)
Zapel wollte Spaß, seine Mannschaft hat dies ihm beschert

Aspach trifft vom Punkt, der VfB siegt

Drittligist SG Sonnenhof verliert das Testspiel im Rahmen der Saisoneröffnung gegen den Erstliga-Absteiger aus Stuttgart mit 1:2

Der Trainer des Verlierers hatte viel Lob für seine Fußballer übrig, entdeckte aber auch Ansatzpunkte für die Arbeit in den nächsten Wochen. Der Coach des Siegers sparte nicht mit Kritik an seinem Team, sah aber auch schon ein paar Dinge, die Hoffnung machen. Der eine ist Oliver Zapel, neu in Großaspach, der andere Jos Luhukay, neu in Stuttgart. Drittligist SG Sonnenhof unterlag im Testspiel gegen den Zweitligisten VfB unglücklich 1:2.

Von Steffen Grün - Vom Duell der ungleichen Nachbarn, die allerdings nur noch eine Liga trennt, erhofften sich 5200 Zuschauer im Fautenhau (unter ihnen auch die beiden neuen VfB-Sportfunktionäre Thomas Hitzlsperger und Marc Kienle) einen unterhaltsamen Nachmittag. Den erlebten sie allemal, auch wenn die 90 Minuten ihre Längen hatten. Nahezu vollumfänglich befriedigt wurde die Neugier der Fans auf die Zugänge auf beiden Seiten. Bei Aspach kamen mit dem Sturmduo Lucas Röser und Alexander Aschauer, mit Mittelfeldspieler Panagiotis Ballas sowie mit den Defensivkräften Matthias Stüber, Lukas Hoffmann und Marcel Damaschek alle neuen Feldspieler zum Einsatz. Lediglich Keeper Dominik Traub wurde der Öffentlichkeit noch vorenthalten. Beim VfB stand Innenverteidiger Marcin Kaminski genauso in der Startelf wie Sturmtank Simon Terodde, während Rechtsverteidiger Jean Zimmer erst nach der Pause ran durfte.

Die Warnschüsse von Weltmeister Kevin Großkreutz auf der einen und von Nicolas Jüllich auf der anderen Seite waren noch recht harmlos, die erste hundertprozentige Möglichkeit hatte die SG Sonnenhof. Nach einer Rechtsflanke von Sebastian Schiek hatte Aschauer allen Platz der Welt, köpfte die Kugel aus kurzer Distanz aber trotzdem am rechten Pfosten vorbei (22.). Wie es geht, zeigte der amtierende Zweitliga-Torschützenkönig in der 34. Minute. Nach dem öffnenden Pass von Georgios Spanoudakis und der Hereingabe von Dijon Ramaj, die zu den vielen Spielern der Zweiten und der A-Jugend gehören, die sich beim VfB bewähren durften, tat Terodde das, für was er geholt wurde: Er schob in der Mitte zum 1:0 ein. „Er ist einfach ein Torgarant“, lobte Trainer Luhukay den 28-Jährigen und freute sich für ihn, denn „für Stürmer sind Tore wie Medizin“. Aber auch Mittelfeldspielern tun sie gut, weshalb sich VfB-Kapitän Christian Gentner ärgerte, dass er in der 40. Minute nur den rechten Außenpfosten traf.

Zur Pause wechselte Stuttgart komplett durch, während die SG die Wechsel streute. Das Konzept der Hausherren war für den Spielfluss das bessere, denn sie hatten in der zweiten Halbzeit die besseren Torchancen – auch wenn Stuttgart dagegen hielt. In der 56. Minute wurde der Aspacher Pascal Breier im Strafraum von Matthias Zimmermann von den Beinen geholt, den fälligen Strafstoß verwandelte er persönlich zum 1:1. Davon, dass der Gefoulte lieber nicht selbst schießen sollte, „halte ich grundsätzlich nichts, das ist statistisch auch nicht haltbar“. Haltbar war dagegen sein Schuss nach einer Stunde, und zwar von VfB-Keeper Benjamin Uphoff. In der 71. Minute verfehlte Breier eine Hereingabe von Josip Landeka haarscharf, stattdessen trafen die Gäste mit ihrer ersten Torchance im zweiten Abschnitt noch einmal. In der 78. Minute beförderte Boris Tashchy den Ball aus der Drehung unter die Latte. 2:1 für den VfB, dabei blieb es. Das Vorspiel der U-13-Teams hatten die Talente vom Wasen mit 3:1 gewonnen.

„Ich bin glücklich und zufrieden“, sagte SG-Trainer Zapel trotz der knappen Niederlage seines Teams: „Es war eine tolle Vorstellung. Wir waren mutig, hatten gute Ballstafetten und einige gute Torchancen.“ Er benannte aber auch die Dinge, die ihm noch nicht gefielen: „Wir haben aus unseren Torchancen viel zu wenig gemacht, das Pressing war super, aber das Umschaltspiel noch zu langsam. Und es ist zu leise auf dem Platz. Es kann nicht sein, dass ich der Lauteste bin und heiser aus dem Stadion gehe.“ Die nächsten Wochen will Zapel nutzen, um Variationen in der taktischen Grundordnung zu schaffen. Für VfB-Trainer Luhukay ist klar: „Wir können und müssen uns noch steigern. Wir hatten zu viele frühe Ballverluste und haben zu wenig Torchancen kreiert. Uns bleiben aber noch vier, fünf Wochen.“

Beide Vereine werden sich zudem noch verstärken, so viel darf als sicher gelten. Für Großaspach kündigt Sportdirektor Joannis Koukoutrigas an, in Kürze einen Torwart präsentieren zu wollen. Ein Thema bei der SG Sonnenhof sind auch Michael Klauß (29, zuletzt VfR Aalen) und Nico Gutjahr (23, zuletzt Würzburger Kickers). Die beiden Spieler „dürfen sich am Dienstag in Bissingen noch einmal präsentieren“. Danach dürften weitere Gespräche geführt werden und die Entscheidungen fallen, ob die Akteure kommen.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 4. Juli 2016

So hatten sie gespielt

SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek (79. Stüber), Leist (79. Hoffmann), Gehring, Landeka (79. Damaschek) – Hägele – Sohm (64. Vecchione), Jüllich (74. Ballas), Lorch (64. Binakaj) – Aschauer (46. Breier), Röser (64. Ngankam).
VfB Stuttgart 1. Halbzeit: Langerak – Großkreutz, Baumgartl, Kaminski, Heise – Dijon, Spanoudakis, Gentner, Caniggia (21. Kliment) – Maxim – Terodde.
2. Halbzeit: Uphoff – Zimmer, Sunjic, Sama, Zimmermann – Ristl – Sonora, Wanitzek, Özcan – Tashchy, Kliment.

Impressionen aus der mechatronik Arena

Fotos: tai


Kurzbericht

Breier sorgt für den zwischenzeitlichen Ausgleich

Schade, Jungs von der SG Sonnenhof Großaspach - mit 1:2 unterlagen unsere Drittligaspieler dem klassenhöheren Team vom VfB Stuttgart. In dem Testspiel 4 bzw. 5 Wochen vor Rundenstart versteckten sich die Akteure von SG-Neutrainer Oliver Zapel nicht, mussten aber mit einem 0:1 in die Pause. VfB-Stürmer Terodde traf in der 34. Minute für die Brustringträger.

Zum Seitenwechsel kam auch der große Spielerwechsel bei den Gästen, die die komplette Elf austauschten. Zapel nahm hingegen nur Aschauer aus der Partie und brachte Pascal Breier. Und Breier besorgte den Ausgleich fast im Alleingang: Zuerst wurde er im Strafraum von den Beinen geholt, dann verwandelte der Gefoulte selber den fälligen Strafstoß sicher (56.). Aus dem dritten Remis der SG/VfB-Historie wurde aber nichts, weil Boris Tashchy zwölf Minuten vor Spielende der Stuttgarter Siegtreffer gelang.

Das verhagelte aber der Aspacher Stimmung keinen Abbruch, die mit insgesamt 5.200 Zuschauern eine schöne Saisoneröffnung feierten.