3.L | Montag, 2. Mai 2016 (BKZ)
Aspach in Magdeburg komplett überfordert

36. SpT  |  3. Liga 2015/16
Samstag, 30. April 2016  |  14.00 Uhr  |  MDCC-Arena
1.FC Magdeburg - SG Sonnenhof Großaspach   4:0 (2:0)

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Hinten viele Fehler, vorne schwach

Die schlechteste Leistung in dieser Runde lieferte Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach im Verfolgerduell beim Neuling 1. FC Magdeburg ab. Die Quittung gab es in Form einer 0:4-Pleite, es war die höchste Saisonniederlage für die Schwaben. Die blieben in Sachsen-Anhalt Vieles schuldig.

Von Heiko Schmidt - Großaspach begann mit der gleichen Startelf wie zuletzt beim 0:0 im Heimspiel gegen Kiel. Auch Michele Rizzi, der einen Tag vor der Partie in Magdeburg seinen Wechsel zum Ligarivalen Preußen Münster bekannt gegeben hatte, durfte ran. Im Gegensatz zur Vorwoche waren die Großaspacher von der Leistung her nicht wieder zu erkennen. Nur in der Anfangsphase zeigten die Schwaben gute Ansätze. So besaß Jeremias Lorch nach zehn Minuten die erste und einzige Torchance der SG im ersten Durchgang. Er köpfte aber am Kasten der Gastgeber vorbei.

Danach gaben die Magdeburger eindeutig den Ton an. Der Neuling aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts war den Gästen in allen Belangen überlegen und ging nach 28 Minuten folgerichtig mit 1:0 in Führung. Dabei halfen die beiden SG-Innenverteidiger Julian Leist und Kai Gehring kräftig mit. Sie unterschätzten einen langen Pass von FCM-Spieler Steffen Puttkammer. Dieser landete bei Michel Niemeyer, der mit einem Heber erfolgreich war. Sieben Minuten später passte wiederum Gehring bei einer Flanke von der rechten Seite von Magdeburgs Marius Sowislo nicht auf. Torjäger Christian Beck köpfte völlig freistehend aus fünf Metern zum 2:0-Pausenstand ein.

SG-Trainer Rüdiger Rehm reagierte und brachte Max Dittgen und Nicolas Jüllich zur zweiten Halbzeit. Dafür blieben Timo Röttger und Michele Rizzi draußen. Trotzdem gab es in der 51. Minute den nächsten Nackenschlag für die Schwaben. Kai Gehring und Kapitän Daniel Hägele waren dabei in der Sonnenhof-Defensive nicht im Bilde. Manuel Farrona Pulido bedankte sich und erhöhte mit einem 20-Meter-Flachschuss auf 3:0. Die Vorentscheidung. Aspach machte nun nicht mehr viel. Magdeburg spielte sich in einen wahren Rausch. Dabei hatten die Elbestädter Chancen in Hülle und Fülle. Sebastian Ernst (58., freistehend), Sowislo (60., scheiterte) und Beck (62., Kopfball) vergaben. Beck hatte in der 69. und 78. Minute den vierten Treffer auf dem Fuß, versiebte aber.

Das 4:0 fiel in der 86. Minute: Der gerade eingewechselte Ryan Patrick Malone leistete mit einem weiten Einwurf von der linken Seite die Vorarbeit für Jan Löhmannsröben, der am kurzen Pfosten einköpfte. Dabei sahen wiederum Gehring und Leist nicht gut aus. Es hätte noch schlimmer für die Großaspacher kommen können. Sowislos Schuss kratzte aber Gehring in der 88. Minute von der Torlinie. Der Sonnenhof tauchte in der zweiten Halbzeit nur einmal gefährlich vor dem FCM-Kasten auf. Das war eine Minute vor dem Abpfiff, als der eingewechselte Roussel Ngankam von der linken Seite aus spitzem Winkel vorbeischoss. Somit blieb es beim mehr als verdienten 4:0-Erfolg der Magdeburger vor über 20000 Zuschauern in der MDCC-Arena.

„Wir haben richtig einen vor den Bug bekommen“

Großaspachs Trainer Rüdiger Rehm geht mit seinem Team hart ins Gericht

(hes). Ernüchterung macht sich beim Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach nach der 0:4-Pleite in Magdeburg breit. Da gab es auch von Trainer Rüdiger Rehm nichts schön zu reden. „Mir fehlen im Großen und Ganzen die Worte, was wir auf dem Platz gezeigt haben“, kritisiert der Coach. Er geht jedoch noch weiter: „Es gab keinen Spieler, der annähernd seine Normalform erreicht hat. Unsere Zweikampfbilanz lag bei 20 Prozent. Wir haben richtig einen vor den Bug bekommen.“ Auch Großaspachs Kapitän Daniel Hägele fand nichts Positives: „Wir haben es versäumt, von Anfang an im Spiel zu sein, und wurden von Magdeburg überrollt.“ Auf der anderen Seite freute sich FCM-Trainer Jens Härtel über die starke Vorstellung seiner Mannschaft: „Die zweiten Bälle und die Mentalität waren am Ende die Schlüssel zum Erfolg. Zudem haben wir die Tore in den richtigen Momenten gemacht.“

Nach der 0:4-Pleite ist für die Großaspacher der dritte Platz, der zur Aufstiegsrelegation berechtigt, so gut wie weg. Sechs Punkte Rückstand sind es zu den Würzburger Kickers. Großaspach fiel nun auf Rang fünf zurück, will aber noch Vierter werden und somit die Qualifikation für den DFB-Pokal schaffen. Zwei Punkte Abstand sind es zum Vierten VfL Osnabrück bei zwei noch ausstehenden Begegnungen. „Wir werden aufstehen und weiter machen“, kündigt Kapitän Hägele an. Am Samstag um 13.30 Uhr soll im letzten Saisonheimspiel gegen den abstiegsbedrohten SV Wehen Wiesbaden ein Dreier gelingen.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 2. Mai 2016

Impressionen aus Magdeburg

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