3.L | Montag, 11. April 2016 (BKZ/tai)
Schon 15 Mal an Pfosten und Latte

^^^ Fast schon ein gewohntes Bild im SG-Spiel: Wieder klatscht das Leder an die Latte,
wie hier im Schwabenduell gegen die Stuttgarter Kickers.

Gegen Rostock: Gelacht wurde nur zu Beginn

Vor dem Anpfiff gab’s noch Glückwünsche. Immerhin war’s für Rüdiger Rehm bereits das 250. SG-Spiel, neben 100 Partien als Spieler das 150. Spiel als Cheftrainer der SG Sonnenhof Großaspach. Knappe zwei Stunden später war dem 37-Jährigen und den Verantwortlichen des Drittligisten aus dem Fautenhau das Lachen vergangen. Das 0:1 gegen Kellerkind Hansa Rostock hatte die gute Laune verhagelt.

Von Uwe Flegel - „Völlig unnötig“, urteilte Aspachs Trainer auch zwei Tage später noch über die Niederlage. Und da hatte er nicht nur fast 48 Stunden Zeit gehabt, die Pleite am Freitagabend gegen den Ex-Bundesligisten von der Ostsee zu verdauen, sondern hatte schon wieder einen Einsatz auf dem Sportplatz hinter sich. Rehm stand beim Spieltag der Bambini des TV Flein in der Pommes-Bude. Grund: Sein Fünfjähriger Sohn Luis kickt in Flein und „dann muss ich wie die anderen Eltern auch ran und mithelfen.“

So groß, dass aus den Kartoffelstäbchen in Rehmscher Hand Brei wurde, war der Frust über die Heimniederlage aber nicht. Überhaupt ist der SG-Coach nicht der Mann fürs Draufhauen, sondern für klare Analyse und Ansage. Die lautet nach der Enttäuschung gegen Rostock: „Wir nutzen unsere Chancen nicht, wir belohnen uns zu Hause für unseren Aufwand nicht. Dabei spielen wir daheim fast besser als auswärts.“ Während die Schwaben in der Fremde derzeit aber eine reichliche Ernte einfahren, sieht’s daheim seit der Winterpause mager aus. In den sechs Auswärtsspielen des Jahres sammelten die Schwaben satte 13 Zähler, in den sechs Heimpartien kümmerliche 2.

Trotzdem ist die Rehm-Elf fünf Spieltage vor Schluss als Fünfter gerade mal zwei Punkte vom VfL Osnabrück und damit von Relegationsplatz drei entfernt. Die SG spielt die beste Saison der Vereinsgeschichte. Dennoch hat der Coach festgestellt, dass die ständigen Nackenschläge im eigenen Stadion Wirkung zeigen. Seinen Kickern sei vor dem gegnerischen Tor „die Überzeugung ein wenig abhandengekommen“. Sonst wäre vielleicht einer der zwei Pfostentreffer von Timo Röttger, oder eine der vier Großchancen drin gewesen. Deshalb sitzt die Enttäuschung bei Aspachs Coach diesmal vielleicht ein wenig tiefer als sonst. Denn: „Es ist ja nicht das erste Heimspiel, das wir auf diese Art nicht gewonnen oder gar verloren haben.“

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 11. April 2016

Pleiten, Pech und ... Pfostentreffer

7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch, drumherum zwei Pfosten und eine Querlatte drauf, alles maximal 12 Zentimeter breit. So winzig auf einem Fußballplatz - und doch so oft im Mittelpunkt: Die Torumrandung. Oftmals entscheiden nur wenige Zentimeter über Erfolg und Misserfolg. Die nachfolgende Chronologie soll auch in keinster Weise die bisherigen 33 Saisonspiele neu erklären, spiegeln aber dennoch ein wenig das aktuelle Pech wider. Kein Wunder, das Cheftrainer Rehm behauptet: "Wir haben die Seuche am Schuh".

  • 4. SpT (22.08.)     Würzburger Kickers - SG94     0:1 (0:1)
    Nach einem Eckball köpft Fennell und der Aufsetzer an die Latte verhindert die frühe Kickers-Führung (5.). Dank Torumrandung und Binakajs Treffer entführte die SG94 die drei Punkte aus Würzburg. (+2)
     
  • 5. SpT (26.08.)     SG94 - Rot-Weiß Erfurt     2:2 (2:0)
    Gleich zweimal köpfte Erfurts Menz nach dem 2:0-Pausenstand an den Querbalken, doch beides Mal wurde ein Tor daraus. In der 53. Minute landete der Ball von der Unterkante hinter der Linie, zehn Minuten später nagelte Szimayer den Abpraller zum 2:2-Endstand rein. (-2)
     
  • 9. SpT (19.09.)     SG94 - Chemnitzer FC     4:2 (0:0)
    Das schöne Kombinationsspiel zwischen Rizzi, Dittgen und Binakaj (40.) sollte nicht von Erfolg gekrönt sein, denn Erstgenannter touchierte mit dem Leder nur den Außenpfosten. Torlos ging es in die Pause. Das Aspacher 1:0 egalisierte Funk - nach einem Lattenpraller stand der Chemnitzer in der 66. Minute goldrichtig. Dennoch siegte Aspach mit 4:2. (+/- 0)
     
  • 11. SpT (26.09.)     SG94 - VfL Osnabrück     3:3 (3:3)
    Was für ein Spiel, sechs Tore in 27 Minuten! Da darf ein Pfostentreffer nicht fehlen: Röttger war der „Glückliche“ in der 39. Minute und es blieb beim 3:3 nach 45 und 90 Minuten. (-2)

  • 19. SpT (04.12.)     SG94 - SG Dynamo Dresden     0:0
    Auch im Drittliga-Topspiel stand der Pfosten einmal im Mittelpunkt - bzw. im Weg, denn Schröck (34.) setzte den Ball aus 17 Metern an denselben. Die Punkte wurden torlos geteilt. (-2)

  • 20. SpT (12.12.)     SG94 - Preußen Münster     3:1 (1:0)
    Doppel-Aluminium in 1,38 Sekunden: Beim Stand von 2:0 köpft Gehring nach einer Rizzi-Ecke (53.) an den Querbalken, den Rückpraller setzt Leist aus elf Metern an dasselbe Ziel. Dennoch feiert die SG einen Heimsieg, 3:1 hieß es am Ende für die Fautenhauer. (+/-0)

  • 22. SpT (24.01.)     VfB Stuttgart II - SG94     0:3 (0:2)
    Sieben Minuten nach der SG-Führung kommt Rühle im Strafraum zum Schuss (22.), aus 15 Metern rettet der Pfosten für die Gastgeber. Die maximale Ausbeute von drei Punkten nahm man trotzdem beim 3:0-Sieg mit nach Hause. (+/-0)

  • 24. SpT (06.02.)     Rot-Weiß Erfurt - SG94     0:2 (0:0)
    Rühle kommt halbrechts an der Strafraumgrenze an den Ball (9.), streift aber den linken Torpfosten. Tore fielen erst im zweiten Durchgang: Zwei für Aspach, keines für Erfurt. (+/-0)

  • 26. SpT (20.02.)     Hallescher FC - SG94     4:1 (1:1)
    Gehring und der Querbalken, in der 19. Minute köpft unser Innenverteidiger und die Latte verhindert die 1:0-Führung. Nach dem 1:1-Pausenstand feiert der Gastgeber einen 4:1-Erfolg. (+/-0)

  • 28. SpT (01.03.)     Chemnitzer FC - SG94     0:2 (0:0)
    Bei diesem denkwürdigen Spiel mit drei Elfmetern war die SG mal wieder das glücklichere Team, denn Frahn traf beim 0:0-Zwischenstand nur den Pfosten (19.). Nach dem Wechsel schlug die SG doppelt zu - 2:0 in Chemnitz. (+/-0)

  • 29. SpT (05.03.)     SG94 - Fortuna Köln     1:1 (1:1)
    Auch mit dem Hinterkopf kann man genau zielen: Rühle war es in der 34. Minute, anstelle das 2:1 bejubeln zu dürfen landete der Ball von der Querlatte wieder im Spielfeld. Es blieb beim 1:1. (-2)

  • 30. SpT (12.03.)     VfL Osnabrück - SG94     2:2 (1:1)
    In Osnabrück hält Rizzi aus 22 Metern drauf (31.), doch der VfL-Keeper lenkt den Hammer noch an die Lattenoberkante, es blieb beim zwischenzeitlichen 0:0. Die Punkte wurden beim 2:2 im Spitzenspiel geteilt. (-2)

  • 31. SpT (19.03.)     SG94 - Stuttgarter Kickers     1:1 (0:1)
    Und wieder nicht die Führung: Rizzi mit seinem 20-Meter-Freistoß (13.) und Endstation Latte, dafür gingen die Gäste mit dem Pausenpfiff in Führung. Nach dem Wechsel unterlag Rühle im Duell mit dem Pfosten (54.). Zwei Mal Alu war zu viel des Guten, beim 1:1 im Schwabenderby gab es nur einen Zähler. (-2)

  • 32. SpT (02.04.)     VfR Aalen - SG94     0:1 (0:0)
    Torlos nach zehn Minuten; als Renneke aus spitzem Winkel abzog und den Innenpfosten malträtierte blieb es beim diesem Zwischenergebnis. Dafür gelang Schiek im zweiten Durchgang der Siegtreffer. (+/-0)

  • 33. SpT (08.04.)     SG94 - Hansa Rostock     0:1 (0:1)
    Röttgers Doppelpackpech, erst traf er beim Stand von 0:0 den Querbalken per Kopf (24.), nach dem Seitenwechsel und 0:1-Rückstand war nach seinem Drehschuß (49.) der Pfosten der Spielverderber. Viel Pech und drei mögliche Punkte weniger. (-3)

Würden wir jetzt alle 9 Pfosten- und 11 Lattentreffer der SG94 (8/7) und unserer Gegner (1/4) als Tor zum Endergebnis hinzuaddieren, Aspach wäre mit 13 Extrapunkten mittendrin im Aufstiegsrennen. Weil aber nicht nur in Großaspach das Aluminium kein Freund ist, sollte diese Statistik lediglich mit einem zwinkernden Auge zur Kenntnis genommen werden...

7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch, drumherum zwei Pfosten und eine Querlatte drauf, alles maximal 12 Zentimeter breit. 52 Mal haben unsere Rot-Schwarzen ja schon alles richtig gemacht!

tai