3.L | Donnerstag, 3. Mrz 2016
Eine SG-Stärke: Rückschläge kompensieren

^^^ Schr(ö)cksekunde: In der 51. Minute musste unser
Dauerbrenner Tobias Schröck in Chemnitz verletzt vom Platz.

Aspach zeigt sich hart im Nehmen

Der Kommentator des MDR hatte genau hingeschaut: „Handgezählte 27 Fans aus Aspach.“ Die waren im Chemnitzer Stadion unter den 5045 Besuchern aber klar und deutlich rauzuhören. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, riefen die Anhänger der Drittligakicker aus dem Fautenhau. Sie feierten das 2:0 und das Ende einer Serie mit drei Niederlagen in Folge.

Von Uwe Flegel - Es dauerte in der Arena an der Gellert-straße allerdings nicht lange, dann hatten die Ultras der abstiegsbedrohten Sachsen wieder die stimmliche Hoheit. „Heine raus, Heine raus“, dröhnte es. Die Macher des als Titelkandidaten gehandelten und mittlerweile in den Tabellenkeller abgestürzten CFC hörten gut zu und handelten gestern. Trainer Karsten Heine (60) wurde entlassen. Sein Nachfolger: Der 50-jährige Sven Köhler, der in Chemnitz wohnt und in der Vorrunde beim Halleschen FC gehen musste, nachdem es dort nicht so gut wie erhofft lief.

Bei den Kickern aus Aspach sind die Verantwortlichen gottfroh, sich in dieser Saison nicht mit solchen Problemen herumplagen zu müssen. Trainer Rüdiger Rehm sitzt seit seiner Rückkehr im vergangenen Frühjahr felsenfest im Sattel. Auch weil der 37-Jährige und seine Mannschaft als Tabellenvierter weiterhin die Überraschung der Liga sind. Und: Weil das Team um Kapitän Daniel Hägele in Chemnitz Moral bewies und sich einmal mehr als echte Einheit erwies.

Für Pressesprecher Philipp Mergenthaler kein Wunder: „Man hat den ganzen Tag schon gemerkt, dass die gesamte Mannschaft total fokussiert aufs Spiel ist.“ Denn so schön der Dreier war, im Schongang wurde er nicht erzielt. Nehmerqualitäten, Kampf und Einsatz waren gefragt. Bis der Negativtrend gestoppt war, musste Aspach die eine oder andere Hürde aus dem Weg räumen. Da war zum Beispiel das Aus für Ersatztorwart Kevin Broll beim morgendlichen Training auf dem von Schnee befreiten Kunstrasen der SG Handwerk Rabenstein. Der 20-Jährige verletzte sich die Syndesmose. Kurzerhand wurde der 19-jährige Torwart Nummer drei Bojan Spasojevic vom Schwabenland ins über 400 Kilometer entfernte Chemnitz gekarrt, um dort für den Fall der Fälle auf der Bank zu sitzen.

Der nächste Rückschlag war der verschossene Elfmeter von Sebastian Schiek in der Anfangsphase, der an seinem früheren Mitstreiter in Aspach, Kevin Kunz, scheiterte. Ein Fehlschuss, den die SG Sonnenhof nicht so einfach wegsteckte. Chemnitz bekam Oberwasser und Chancen, blieb aber ohne Tor. Die nächste Hiobsbotschaft war die Verletzung von Mittelfeldstratege Tobias Schröck, der kurz nach der Halbzeit mit muskulären Problemen rausmusste. Wie Broll droht Schröck fürs Heimspiel nächsten Samstag gegen Fortuna Köln auszufallen.

Die große Chance für einen, wieder in die Startformation zurückzukehren, der es eigentlich gewohnt ist, zur Anfangself zu zählen. In Chemnitz saß Michele Rizzi trotzdem zunächst nur auf der Bank. Der spielstarke Mittelfeldmann war ein Opfer des kleinen Negativlaufs, der derzeit schwierigen Platzverhältnisse und der großen Breite im Kader. Trainer Rehm baute in der Zentrale auf die zweikampfstärkeren Tobias Schröck und Daniel Hägele. Als Rizzi seine Chance bekam, bewies er, wie wichtig er ist. Das 1:0 von Kai Gehring leitete er mit einer Flanke auf Julian Leist ein. Das 2:0 nach dem Foul an Timo Röttger von Kevin Kunz, der für die folgende Rote Karte eine Sperre von einem Spiel aufgebrummt bekam, besorgte Rizzi per Elfmeter selbst. Sein Coach freute sich über die Rückmeldung: „Das macht ein Team aus. Egal ob von Beginn an oder von der Bank – jeder hat den Kampf angenommen und schlussendlich für den Sieg gesorgt.“

Nächstes Spiel am Stamstag um 14 Uhr

SG Sonnenhof Großaspach - FC Fortuna Köln
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Verletzte sich beim morgendlichen Training vor dem  Chemnitz-Spiel und fällt vorläufig aus: Kevin Broll. Foto: A. Becher

 

 Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 3. März 2016