3.L | Montag, 29. Februar 2016 (tai)
Erst geschlafen, dann nicht getroffen

27. SpT  |  3. Liga 2015/16
Samstag, 27. Februar 2016  |  14.00 Uhr  |  mechatronik Arena
SG Sonnenhof Großaspach - SV Werder Bremen II   0:1 (0:1)

[Die Backnanger Kreiszeitung - unser Medienpartner, mit SG-TV Videobericht]
[SWR-Mediathek "Sport am Samstag" mit Rüdiger Rehm-Interview]

Geplante Trendwende geht daneben

In Großaspach ist der Wurm drin. Das 0:1 gegen den SV Werder Bremen II war bereits die dritte Niederlage nacheinander. Erfolglos rannten die Drittligafußballer aus dem Fautenhau dem frühen Rückstand von Enis Bytyqi hinterher. Damit wartet der Tabellenvierte weiterhin auf den ersten Punkt in der heimischen mechatronik Arena in diesem Jahr.

Von Uwe Flegel - Das Duell mit der Bundesligareserve von der Weser hätte die Trendwende einläuten sollen. Der Plan ging schief. „Wenn Du die Tore nicht machst, kannst Du kein Spiel gewinnen“, nannte Timo Röttger einen Grund und dachte vielleicht an die 70. Minute, als er erst mit einem Kopfball und dann per Fuß aus kurzer Distanz an Bremens starkem Torhüter Eric Oelschlägel gescheitert war. Einen anderen Ansatz hatte Christopher Gäng: „Am Anfang war’s wirklich schlecht.“ Damit hatte der SG-Schlussmann die Phase im Auge, in der Enis Bytyqi die Schläfrigkeit der Gastgeber bereits in der dritten Minute zum spielentscheidenden Tor nutzte, als er die Linksflanke von Leon Guwara aus drei Metern zum 1:0 über die Linie drückte. Und hätte Gäng nur 120 Sekunden später gegen einen Ball von Milos Veljkovic nicht glänzend reagiert, dann hätte das Kellerkind wenig später das zweite Mal gejubelt.

Langsam legten die Hausherren das ab, was Rüdiger Rehm später als „zu träge, zu pomadig“, kritisierte. Jedoch nur bis zum entscheidenden Moment, dem Torabschluss. Tobias Schröck scheiterte gleich mit zwei Kopfbällen an Oelschlägel. Und Shqiprim Binakaj, der mit Russel Nagankam im Angriff den verletzten Pascal Breier sowie den angeschlagen zunächst nur auf der Bank sitzenden Tobias Rühle vertrat, ließ ebenfalls zwei Möglichkeiten ungenutzt. Fiel der Schuss aus spitzem Winkel in der 15. Minute noch unter die Kategorie Pech, dann in der 23. Minute Fahrlässigkeit. Toll frei gespielt von Röttger zögerte Binakaj frei vor Oelschlägel einfach zu lange. Muhamed Aidara grätschte den Ball noch zur Ecke.

Nach der Halbzeit machte Großaspach Druck. Das Spielniveau blieb aber von dem gekennzeichnet, was Werder-Trainer Alexander Nouri als „viel Kampf, viel Unpräzises“ beurteilte. Als entscheidende Faktoren ausgemacht hatte er: „Es ging um Mentalität und um Kampf.“ Ersteres war bei der SG nach der Pause verbessert. Auch weil der mittlerweile eingewechselte Tobias Rühle ein belebendes Element war. Und obwohl auf dem schwierigen Geläuf spielerisch weiterhin viel Luft nach oben war, kam die SG zu zwei, drei Chancen. Oelschlägel war aber weder von Julian Leists Kopfball (49.), noch von Schröcks 20-Meter-Schuss (69.) und auch von Röttgers bereits erwähntem Doppelversuch (70.) nicht zu überwinden. „Wir müssen auch mal ein Tor erzwingen“, schrieb Rehm seinen unentschlossenen Kickern ins Stammbuch.

Auf der anderen Seite ergaben sich mit zunehmender Spielzeit Konterchancen, nachdem Aspach immer mehr aufmachte. Doch der aufmerksame Gäng rettete gegen Bytyci (67.) und Björn Rother (86.). Zudem blockten Sebastian Schiek (79.) und der eingewechselte David Kienast zwei Schüsse von Bytyqi (79. sowie 90 + 4) ab, als der Torhüter der SG bereits geschlagen war. Das Bemühen war den Gastgebern nicht abzusprechen. Und nachdem die erste Enttäuschung überwunden war, gab’s schon wieder die ersten Parolen wider dem Negativlauf.

„Jetzt gilt’s die bekannten Tugenden abzurufen und sich in jeden Zweikampf reinzuhauen, dann finden wir auch wieder zum Spielerischen zurück“, gab Kapitän Daniel Hägele nach der Enttäuschung zu Beginn der Englischen Woche seinen Mitstreitern für die Partien in Chemnitz (Dienstag) und zu Hause gegen Fortuna Köln (Samstag) mit auf den Weg.

Mehrmals dicht dran am Tor, am Ende aber enttäuscht: Tobias Rühle (links)
und die SG-Elf. Bremens Defensive rettete das 1:0 ins Ziel. Foto: A. Becher

Zwischen Frust und der Hoffnung auf die Trendwende

Rüdiger Rehm ist enttäuscht, lenkt den Blick jedoch aufs Wesentliche

(uwe). Es war eine Mischung aus Ratlosigkeit und Enttäuschung, die sich im Gesicht von Rüdiger Rehm widerspiegelte. „Wir sind total frustriert nach diesem Ergebnis und diesem Spiel“, erklärte der Trainer der SG Sonnenhof. Wobei es weniger die Tabellensituation ist, die dem 37-Jährigen zu schaffen macht. Denn: „Wir haben nur die Aufgabe, die Liga zu halten.“ In dieser Hinsicht sind der Coach und seine Kicker aus dem Fautenhau trotzalledem weiter auf bestem Weg.

Was derzeit beim Viertplatzierten nicht passt, ist das, was am Ende der 90 Minuten auf dem Platz raus kommt. „Uns fehlt die letzte Galligkeit, der letzte Biss, die letzte Präzision beim Abschluss“, urteilt Rehm. Dass die Chancenverwertung allerhöchstens das Prädikat suboptimal verdiente, lag gegen Bremen sicher auch am Fehlen von Torjäger Pascal Breier (Oberschenkelzerrung) und am Nur-Teilzeiteinsatz von Tobias Rühle, nach dessen Grippeerkrankung. Als Rühle in der zweiten Halbzeit ran durfte, war bei den Schwaben jedenfalls deutlich mehr Bewegung an vorderster Front.

Zumindest Tobias Rühle wird bis zur Partie in Chemnitz am morgigen Dienstag (Anpfiff 18.30 Uhr) wohl soweit fit sein, dass er von Beginn an ran kann. Ebenfalls wieder an Bord ist dann auch der zuletzt gelbgesperrte Innenverteidiger Kai Gehring. Bei Pascal Breier stehen die Vorzeichen dagegen schlecht. Noch zwickt der Oberschenkel. Sein Trainer dagegen ist bereit für den Kampf gegen die Niederlagenserie. Rüdiger Rehms Ansage: „Aus dieser schwierigen Phase müssen und werden wir uns gemeinsam rausarbeiten und versuchen, den Negativlauf so kurz wie möglich zu halten. Das wollen wir in Chemnitz zeigen.“

SG-TV auf bkz-online

Das Tor und alle wichtigen Szenen von der 0:1-Heimniederlage Großaspachs gegen Bremen gibt’s unter www.bkz-online.de.

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Schiek, Leist, Hägele, Lorch (68. Kienast) – Röttger, Schröck, Rizzi, Dittgen – Ngankam (46. Rühle), Binakaj (66. Renneke).
SV Werder Bremen II: Oelschlägel – Busch (46. Zander), Hüsing, Veljkovic, Guwara – Papunashvili (80. Verlaat), Aidara, von Haacke, Käuper (63. Rother) – Bytygi, Kazior.
Tore: 0:1 (3.) Bytygi.
Gelbe Karten: Rizzi, Lorch – Käuper, Kazior, von Haacke, Hüsing.
Schiedsrichter: Huber (Bogen).
Zuschauer: 900.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 29. Februar 2016


Vorschau: Karten für das Schwabenderby erhältlich

Am Samstag, 19. März, kommen um 14 Uhr die Stuttgarter Kickers zum Schwabenderby in die mechatronik Arena. Karten sind ab sofort auf der Geschäftsstelle erhältlich sowie in unserem [Onlineticketservice].


Impressionen aus der mechatronik Arena

tai