3.L | Mittwoch, 24. Februar 2016 (BKZ)
Koukoutrigas: „Für uns läuft’s mehr als nur nach Plan“

Nachdenklich, aber kein Katzenjammer

Enttäuschung? Ja. Katzenjammer? Warum auch. Schließlich „läuft es für uns mehr als nur nach Plan“, erinnert Großaspachs Sportdirektor Joannis Koukoutrigas, dass das ursprüngliche Ziel Nichtabstieg gelautet hatte. An dieser Einschätzung hat sich für ihn auch nach den zwei Niederlagen der Drittligakicker aus dem Fautenhau in Folge nichts geändert.

Von Uwe Flegel - Gestartet als Kandidat, den viele Experten ins letzte Tabellendrittel verorteten, ist die SG Sonnenhof die mit Abstand beste Südwest-Elf und die Überraschung der Liga. Daran ändert auch der Fakt nichts, dass das 1:4 in Halle und das 0:3 daheim gegen Mainz II das erste Mal in dieser Saison zwei Niederlagen nacheinander und das Abrutschen auf Rang vier bedeuteten. Zumal Koukoutrigas mit der Platzierung Mitte Mai glücklich wäre, reicht der doch zur Qualifikation für den DFB-Pokal in der neuen Runde.

Doch sowohl dem Sportdirektor als auch Pressesprecher Philipp Mergenthaler ist nicht entgangen, dass Cheftrainer Rüdiger Rehm und seine Mannschaft in den famosen ersten zwei Saisondritteln die Erwartungen der Fans und des Umfelds haben steigen lassen. „Wir spüren, dass die Enttäuschung mittlerweile größer ist, wenn man mal deutlicher verliert“, erzählt Mergenthaler und erfährt von Koukoutrigas Bestätigung: „Klar sind wir immer enttäuscht, wenn wir ein Spiel verlieren. Aber summa summarum spielen wir immer noch eine ganz tolle Saison.“ Daran ändern auch die beiden jüngste Negativerlebnisse nichts. Denn das oberste Ziel sei immer noch, wenigstens 46 Punkte zu holen, um den Klassenverbleib in trockene Tücher zu bringen. Und: „Da fehlen uns noch 5 Zähler.“

Damit will Aspachs Sportdirektor aber nicht gesagt haben, dass er mit den Auftritten seines Teams gegen Mainz und in Halle zufrieden war. Schließlich „wollen wir immer gewinnen“. Er hat Verständnis für enttäuschte Fans. „Wenn wir zu Hause schlecht spielen, dann dürfen sie sich ärgern. Dieser Kritik müssen wir uns stellen.“ Doch er bittet ebenfalls darum, die Dinge differenziert zu betrachten. Das 0:3 gegen einen starken FSV Mainz 05 II sei das eine, das 1:4 in Halle nach rund einer Stunde lang guten Leistung das andere. „Nach dem 1:2 haben wir aufgemacht“ und wurden ausgekontert. Für die SG-Macher kein Grund zur Panik, aber für eine genaue Analyse: „Wir haben es mittlerweile schwerer. Wir haben uns mit guten Leistungen einen Ruf erarbeitet. Die Gegner stellen sich auf uns ein.“ Unterschätzt wird die SG von niemanden mehr. Im Gegenteil: „Manche legen sich besonders ins Zeug, wollen zeigen, dass sie gegen ein Spitzenteam bestehen können.“ Beweise, die in den vergangenen zwei Partien der jeweilige Kontrahent der SG geliefert hat. Ergebnisse, die der Sportdirektor kennt und die ihn nicht aus der Ruhe bringen. „Wir sind gottfroh, dass wir nicht die Probleme von Vereinen wie den Stuttgarter Kickers oder Energie Cottbus haben“, erinnert Koukoutrigas an abstiegsgefährdete Ex-Bundesligisten, die ursprünglich im Aufstiegskampf mitmischen wollten.

Diese Chance hat dagegen immer noch der Außenseiter aus dem kleinsten Drittligastandort. Von seiner vorsichtigen Linie abgehen und die Erwartungshaltung nach oben schrauben will der Sportdirektor aber weiterhin nicht: „Das ist verfrüht“, antwortet er auf die Frage, ob zwölf Spiele vor Schluss das Saisonziel nicht geändert werden muss, in dem Rang vier und damit die Teilnahme am DFB-Pokal zur Forderung erhoben wird. „Bei uns läuft es doch mehr als nur nach Plan. Wir können schon jetzt wenigstens ein weiteres Jahr Dritte Liga planen.“ Damit dafür selbst allerletzte theoretische Zweifel möglichst rasch beseitigt sind, hat Koukoutrigas fürs Heimspiel am Samstag gegen Werder Bremen II klare Vorstellungen: „Wir müssen alles dafür tun, Punkte zu sammeln und wieder in die Spur zurückzukommen.“

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 24. Februar 2016