3.L | Montag, 15. Februar 2016 (BKZ)
Eine Niederlage, aus der man lernen wird

25. SpT  |  3. Liga 2015/16
Samstag, 13. Februar 2016  |  14.00 Uhr  |  mechatronik Arena
SG Sonnenhof Großaspach - 1. FSV Mainz 05   0:3 (0:2)

[Die Backnanger Kreiszeitung - unser Medienpartner, mit SG-TV Videobericht]
[SWR-Videobericht in "Sport am Samstag" & Rehm-Interview]

Ein Tag, an dem für Aspach nichts geht

„Sehr, sehr enttäuschend“, machte Rüdiger Rehm aus seinem Herzen keine Mördergrube. Das 0:3 des Tabellendritten gegen den FSV Mainz 05II schrieb Aspachs Trainer nicht nur der Leistung seiner Elf zu. Auf die Frage nach dem Warum für die Heimniederlage, gab’s als Antwort: „Uns ist es nicht gelungen, den guten Mainzer Spielaufbau zu stören.“

Von Uwe Flegel - Tage gibt’s, da machst Du, da tust Du, da probierst Du und nichts geht. So wie beim Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof gegen die Erstligareserve aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. 0:3 hieß es am Ende und keiner im Stadion konnte in Abrede stellen, dass die Gäste die drei Punkte zu Recht entführt hatten. „Der Sieg von Mainz war absolut verdient“, bestätigte Rüdiger Rehm.

Für den hatte es schon im Abschlusstraining eine schlechte Nachricht gegeben. Torwart Christopher Gäng hatte sich den Oberschenkel gezerrt. Für ihn rückte Kevin Broll in die Startelf. Am Ersatzmann zwischen den Pfosten lag’s nicht, dass die SG verlor. Vor allem vor der Pause hatten die Gäste klare Vorteile. Zwar waren die Hausherren gut in die Partie gekommen, doch schon nach kurzer Zeit zeigte sich: Spritziger, gedanklich und läuferisch schneller, ballsicherer ist der FSV. Den ersten Warnschuss von Patrick Pflücke in der 14. Minute konnte Julian Leist noch abblocken. Der zweite FSV-Konter 120 Sekunden später saß. Wieder hatte Rechtsverteidiger Tobias Schilk klug in die Mitte gepasst. Per Hacke leitete Lucas Höler weiter und Julian Derstroff schob den Ball frei stehend aus 10 Metern zum 1:0 für die Gäste ins Tor.

Die SG bekam im Mittelfeld nun erst Recht fast keinen Zugriff mehr. Die Mainzer Mittelfeldzentrale mit Benedikt Saller und Daniel Bohl gab den Ton an. Was sonst bei Aspach gut funktioniert, war diesmal die Stärke des Gegners: Eine frühe Balleroberung und schnelles gefährliches Spiel in die Spitze. Dennoch hatten die Hausherren um die 30. Minute herum zwei Möglichkeiten, den Ausgleich zu erzielen. Doch erst jagte Pascal Breier auf Zuspiel von Tobias Rühle den Ball von halb rechts aus spitzem Winkel drüber, dann traf Shqiprim Binakaj nach einem Querpass von Maximilian Dittgen aus neun Metern den Ball nicht richtig.

Mainz, dessen lauffreudige und technisch starke Offensive die Einheimischen immer wieder vor Probleme stellte, war auch in Sachen Effektivität besser. Wieder wurde im Mittelfeld der Ball erobert, wieder ging’s schnell nach vorne. Nur diesmal bereitete Derstroff vor und Höler schob die Kugel über die Linie – 0:2.

SG-Coach Rehm handelte zur Halbzeit. Michele Rizzi und Maximilian Dittgen blieben in der Kabine, Innenverteidiger Kai Gehring und Timo Röttger kamen. Zudem wurde Kapitän Daniel Hägele von der Abwehr auf Rizzis zentrale Mittelfeldposition beordert. Zunächst waren es aber wieder die Gäste, die eine Möglichkeit hatten. Nach einem verunglückten Rückpass Röttgers tauchte Derstroff frei vor Broll auf, doch gemeinsam mit Gehring verhinderte Aspachs Schlussmann eine Vorentscheidung.

Spätestens jetzt wussten die Gastgeber, was die Stunde geschlagen hat. Sie versuchten mit Einsatz und Kampf, eine Wende zu schaffen. Rehm: „Wir wollten mit Wucht zurück ins Spiel kommen. Wenn uns das gelingt, dann wird’s noch einmal eng.“ Wurde es aber nicht. Denn trotz aller Mühe und Eckbälle, die es für die SG nun gab, gerieten die Gäste nur zweimal in Gefahr. In der 57. Minute war Binakaj nach einem Zuspiel von Breier aber zu zögerlich und nach 70 Minuten war FSV-Torwart Jannik Huth auf der Hut und boxte den Kopfball von Tobias Rühle noch aus dem Winkel. Zehn Minuten später war die Partie deshalb gelaufen. Nach einem Konter über Pflücke besorgte Lucas Höler mit seinem zweiten Treffer den verdienten 3:0-Endstand.

Enttäuscht: Shqiprim Binakaj, der wie die gesamte SG-Elf versuchen konnte,
was er wollte, ohne Mainz groß in Bedrängnis zu bringen. Foto: A. Becher

Schlecht gelaufen für die Kicker aus dem Fautenhau

Mainz präsentiert sich aggressiver, schneller und spielerisch besser

(uwe). Nein, so richtig gelaufen ist es bei den Kickern aus dem Fautenhau diesmal nicht. Dabei hatte Trainer Rüdiger Rehm seiner Elf ins Stammbuch geschrieben, was sie im Vergleich mit der Bundesligareserve aus der Karnevalshochburg zu beherzigen hat: „Wir wollen so viel laufen wie noch nie.“ Bittere Erkenntnis nach dem 0:3: Das ist schief gelaufen und Aspachs 37-jähriger Coach stellte nach den 90 Minuten enttäuscht fest: „Wir haben in der ersten Halbzeit die nötige Laufbereitschaft vermissen lassen.“

Sein gleichaltriger Gegenüber Sandro Schwarz war mit seiner Mannschaft logischer Weise deutlich zufriedener: „Das war von Beginn an eine Topleistung.“ Widerspruch musste der Gästetrainer keinen fürchten. In der Tat war es ein gelungener Auftritt seiner Elf. Ballsicher, spielerisch und läuferisch stark sowie blitzschnell von Abwehr auf Angriff und umgekehrt umschaltend präsentierte sich der Talentschuppen des Erstligisten, der vor Aspach sieben Spiele lang ohne Sieg geblieben war. Dabei hatte die Leistung in jener Zeit ebenfalls meist gepasst. Seine junge Elf hätte aber halt ihre Chancen nicht genutzt, berichtete Schwarz.

Beim Duell der beiden Klubs, die im Sommer 2014 gemeinsam aus der Regionalliga Südwest in die Dritte Liga aufgestiegen sind, war der FSV nicht so großzügig. Rehm war von der Qualität des Gegners jedenfalls nicht überrascht: „Wir wussten, dass Mainz seine Serie irgendwann beendet, weil sie schon zuvor gut gespielt haben. Diesmal waren sie auch noch effektiv.“ Was Großaspachs Coach nicht sagte, aber gehofft hatte: Ein Spiel hätten die Rheinhessen ja noch warten können, ehe sie wieder an die Glanzleistungen aus der ersten Hälfte der bisherigen Saison anknüpfen.

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek, Leist, Hägele, Landeka – Binakaj, Schröck, Rizzi (46. Gehring), Dittgen (46. Röttger) – Breier (64. Ngankam), Rühle.
FSV Mainz 05 II: Huth – Schilk, Hack, Kalig, Moos – Bohn, Saller – Pflücke (82. Parker), Serdar (86. Müller), Derstroff – Höler (88. Seydel).
Tore: 0:1 (16.) Derstroff (16.), 0:2 (40.), 0:3 (79.) Höler.
Gelbe Karten: Schiek, Gehring / Kalig, Bohl, Derstroff, Hack.
Schiedsrichterin: Hussein (Bad Harzburg).
Zuschauer: 1050.

SG-TV auf bkz-online

Die Tore und alle anderen wichtigen Szenen von der 0:3-Heimniederlage der SG Sonnenhof gegen Mainz 05 II gibt es auf einem Video im Internet unter www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 15. Februar 2016

Impressionen aus der mechatronik Arena

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