3.L | Dienstag, 2. Februar 2016 (tai)
Nach Drittligasieg über VfB II lässt der Rehm-Kader auch den Profis das Nachsehen

^^^ Ab in den Winkel, Ships Binakaj zur 1:0-Führung.

Die SG gewinnt Testspiel bei den VfB-Profis mit 2:0

PM - Neun Tage nachdem die U23 des VfB Stuttgart in der 3. Liga erstmals bezwungen wurde, stand heute das Testspiel gegen deren Bundesliga-Elf an. Rüdiger Rehm hatte bereits angekündigt in diesem Testspiel alle zur Verfügung stehenden Spieler aus dem Kader einsetzen zu wollen. So kamen beim der Partie gegen die Schwaben, die unter anderem mit dem zurückgekehrten Martin Harnik und Neuzugang Federico Barba aufliefen, 21 Spieler auf Seiten der SG zum Einsatz.

In der ersten Halbzeit zeigte die Mannschaft immer wieder schöne Kombinationen und so durfte die SG einmal jubeln, als Shqiprim Binakaj den Ball volley aus 20 Metern zum 1:0 in den linken Torwinkel zimmerte (26.) – ein absolutes Traumtor. Zur Halbzeit gab es fast einen kompletten Wechsel beim Team aus dem Fautenhau, lediglich Julian Leist und Torschütze Binakaj spielten weiter.

Die Wechsel beeinflussten den Spielfluss der SG aber keinesfalls und so musste Bashkim Renneke nach einer schönen Kombination über Jüllich und Rizzi den Ball nur noch zum 2:0 einschieben (53.).

Mit diesem Erfolg im Rücken reisen unsere Jungs am kommenden Samstag zum schweren Auswärtsspiel nach Erfurt. Anpfiff der Partie ist am 06.02. um 14 Uhr.

Aufstellung

SG Sonnenhof Großaspach 1.HZ: Broll – Schiek, Leist, Gehring, Landeka  – Röttger, Schröck, Hägele, Dittgen – Rühle, Binakaj.

2.HZ: Spasojevic – Lorch, Leist, Schuster R., Vecchione  – Renneke, Jüllich, Fourlanos, Rizzi – Ngankam, Binakaj (70. Breier).

Impressionen aus Stuttgart

Fotos: Alexander Becher


Bericht der BKZ, unserem Medienpartner

Sieg im Testspiel beim großen Nachbarn

Natürlich war es nur ein Testspiel, selbstredend bleibt die gestrige Partie im Robert-Schlienz-Stadion ein Muster ohne Wert. Trotzdem ist es für die Drittliga-Kicker der SG Sonnenhof Großaspach etwas Besonderes, beim großen Nachbarn VfB Stuttgart mit 2:0 gewonnen zu haben. Dass der Erstligist die zweite Garde aufgeboten hatte, ändert daran wenig.

Von Steffen Grün - So unterschiedlich können zwei Trainer ein Testspiel angehen. Während Aspachs Rüdiger Rehm nur auf den aussortierten, aber nicht nach Aue gewechselten Mirko Schuster, die verletzten Pascal Sohm und Robin Binder, den leicht angeschlagenen David Kienast sowie Keeper Christopher Gäng verzichtete und insgesamt 21 Spieler einsetzte, beorderte sein Kollege Jürgen Kramny nur 12 Mann auf den Rasen. Auf die Startelf beim 2:1 gegen den Hamburger SV verzichtete der Nachfolger von Alexander Zorniger beinahe komplett. Alleine Emiliano Insua kam noch eine halbe Stunde rein, weil der neue Innenverteidiger Federico Barba seine unauffällige Premiere wegen einer Verhärtung in der linken Wade vorzeitig beenden musste.

Es wäre für VfB-Kicker wie Toni Sunjic, Florian Klein, Timo Baumgartl, Alexandru Maxim oder Artem Kravets, die den Anspruch haben, mehr als nur Bankdrücker zu sein, eine gute Möglichkeit gewesen, auf sich aufmerksam zu machen. Sie taten es nicht. Die nach dem Wechsel zuguckenden Stammspieler wie Christian Gentner, Daniel Didavi, Kevin Großkreutz oder Lukas Rupp dürften auch am Samstag in Frankfurt die Nase vorne haben. Zu wenig kam von den Herausforderern, denen die Gäste aus dem Fautenhau zeigten, wie Konkurrenzkampf funktionieren kann. In der ersten Hälfte standen bei der SG sieben Kicker auf dem Feld, die auch bei der Heimpleite gegen Würzburg begannen, bei ihrem Trainer empfahlen sich aber auch die Nichtberücksichtigten wie Josip Landeka, Julian Leist oder Shqiprim Binakaj. Letzterer brachte den Drittligisten in der 23. Minute auch in Führung. Nach einem Eckball, den er mit einem Solo selbst erzwungen hatte und den der VfB nicht klären konnte, fiel ihm der Ball vor die Füße. Der 26-Jährige fackelte nicht lange, sondern jagte die Kugel aus 22 Metern unter den Giebel. 1:0 – die Führung war keineswegs unverdient und hielt bis zum Wechsel.

Die Stuttgarter, bei denen der lange verletzte Martin Harnik sein Comeback feierte, steigerten sich auch danach kaum, obwohl die Gäste munter wechselten. Kravets, der Siegtorschütze gegen Hamburg, scheiterte an SG-Keeper Bojan Spasojevic (57.), stattdessen erhöhte der Außenseiter 180 Sekunden später durch Bashkim Renneke auf 2:0. Es hätte unter Ausschluss der Öffentlichkeit noch klarer werden können, aber in der 87. Minute rettete einmal die Latte für den VfB, dann klärte Sunjic.

„Der Gegner war top motiviert, das hat man gespürt“, befand Stuttgarts Trainer Kramny, der sich Kritik an seinem Team sonst aber sparte. Rehm war derweil zufrieden damit, „was alle 21 Spieler abgerufen haben“. Somit hat er am Samstag in Erfurt einmal mehr die Qual der Wahl.

Spieler, Tore, Fakten

VfB Stuttgart: Langerak – Klein, Sunjic, Barba (61. Insua), Heise – Baumgartl – Harnik, Tashchy, Maxim, Kravets – Kliment.
SG Sonnenhof Großaspach: Broll (46. Spasojevic) – Schiek (46. Lorch), Leist, Gehring (46. Robin Schuster), Landeka (46. Vecchione) – Röttger (46. Renneke), Schröck (46. Jüllich), Hägele (46. Fourlanos), Dittgen (46. Rizzi) – Rühle (46. Ngankam), Binakaj (69. Breier).
Tore: 0:1 (23.) Binakaj, 0:2 (60.) Renneke.
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart).

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 3. Februar 2016