3.L | Montag, 14. Dezember 2015 (BKZ/tai)
Aspach tanzt zuerst eine Fußballgala, dann auf der Weihnachtsgala

20. SpT  |  3. Liga 2015/16
Samstag, 12. Dezember 2015  |  14.00 Uhr  |  mechatronik Arena
SG Sonnenhof Großaspach - SC Preußen Münster   3:1 (1:0)

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[SWR-Mediathek "Sport am Samstag"]
[SWR-Interviews mit Rüdiger Rehm und Michele Rizzi]
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Zwei Traumtore ebnen Aspach den Weg

Kunstschüsse von Rizzi und Breier, doch beim 3:1 gegen Münster zum Drittliga-Rückrundenstart macht erst Renneke den Sack zu

So spielt ein Aufstiegsanwärter, auch wenn dieses Wort in Großaspach (noch) auf dem Index steht. Zum Rückrundenstart gewannen die Drittliga-Kicker der SG Sonnenhof das Topspiel gegen Preußen Münster zu Hause mit 3:1 und festigten Rang zwei. Traumtore von Michele Rizzi und Pascal Breier ebneten den Weg, Bashkim Renneke machte den Sack zu.

Von Steffen Grün - Hätte Philipp Hoffmann in der 85. Minute genauer gezielt, hätten sie sich in Aspach reihenweise in ihren Allerwertesten gebissen. Statt längst alles klar gemacht zu haben, wie es der starken Leistung angemessen gewesen wäre, hätte die SG den Ausgleich kassieren können. Doch der Münsteraner, der nach einem weiten Ball alleine auf den Kasten zusteuerte, schoss vorbei. Wohl auch, weil ihm Keeper Christopher Gäng in wilder Entschlossenheit, das 2:2 zu verhindern, entgegengestürzt war. Zwei Minuten später stand es 3:1. Den Schlenzer von Shqiprim Binakaj hatte Torwart Niklas Lomb noch aus der Ecke geangelt, doch das Leder landete vor den Füßen eines weiteren Jokers. In aller Ruhe schob es Renneke über die Linie, sein Trainer war erleichtert. „Wir haben zum Glück den Deckel draufgemacht“, freute sich Rüdiger Rehm: „Das ist ein hochverdienter Sieg.“

Niemand widersprach, denn die Aspacher hatten nahtlos an ihre starke Vorstellung beim 0:0 gegen Spitzenreiter Dresden angeknüpft, während das Selbstvertrauen der Gäste nach vier Spielen ohne Sieg und 414 Minuten ohne Tor angeknackst war. In der vierten Minute wurde SG-Kicker Timo Röttger von Felix Müller in letzter Sekunde am Einschuss gehindert, seine folgende Hereingabe beförderte Marc Heitmeier aus der Gefahrenzone. Die Hausherren setzten Münster beinahe permanent unter Druck, wurden vorerst aber nicht belohnt. Roussel Ngankam, der den gelbgesperrten Tobias Rühle im Sturm ersetzte, köpfte nach einem Rizzi-Freistoß knapp drüber (22.). Breiers 18-Meter-Schuss zischte um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (32.).

Eine Schrecksekunde hatte Großaspach in der 34. Minute zu überstehen, als Münsters Mehmet Kara seinen Kollegen Cihan Özkara freispielte. Der Preußen-Angreifer hatte allen Platz der Welt, zielte aber viel zu hoch. 180 Sekunden später führte das Team, das es auch verdient hatte. Auf der linken Seite wurde Max Dittgen zunächst ausgebremst, doch der U-20-Nationalspieler eroberte die Kugel zurück und bediente Rizzi. Der hielt aus 22 Metern und halbrechter Position sofort drauf, der Ball zappelte im linken Winkel. Was für eine perfekte Schusstechnik, was für ein tolles Tor.

Dass es sogar noch schöner geht, zeigte Breier vier Minuten nach der Pause. Nach einem Klasse-Zuspiel von Röttger nagelte der 23-Jährige das Leder von der rechten Kante des Fünfmeterraums zum 2:0 unter den Giebel. „Das Tor von Pascal war fast noch schwerer. Das war ein Kunstschuss, ein Wahnsinnstor“, erkannte Rizzi neidlos an. In der 53. Minute unterzogen die Einheimischen das Gebälk einem Belastungstest. Nach einem Rizzi-Eckball köpfte Kai Gehring an die Latte, nach dem Abpraller tat es ihm sein Innenverteidiger-Kollege Julian Leist per pedes aus elf Metern gleich. Schiek köpfte dann noch daneben.

Breiers Kunstschuss: Die Münsteraner Marco Pischorn (links) und Marc Heitmeier können nur hinterher schauen, der Keeper ist machtlos. Fotos: A. Becher

Statt einem angeschlagenen Gegner den Knockout zu verpassen, baute ihn die SG noch einmal auf. In der 67. Minute war die Kugel nach dem schlampigen Abspiel des starken, aber ein paar Mal zu verspielten Dittgen weg. Die Preußen konterten. Rogier Krohne rauschte die rechte Seite hinunter, die genau getimte Hereingabe fand in Özkara einen dankbaren und souveränen Abnehmer. Nur noch 2:1 – was eigentlich eine klare Sache war, wurde für Großaspach doch noch zur Zitterpartie. „Wir müssen lernen, den Sack früher zuzumachen“, schrieb Routinier Röttger sich und seinen Mitspielern ins Stammbuch, „aber wenn wir das auch noch schaffen, wird es unheimlich“. Es gegen Münster nicht getan zu haben, blieb folgenlos, mit Rennekes 3:1 waren die drei Zähler eingetütet. Mit drei Punkten und 13 Toren Vorsprung auf den Dritten Aue, bei dem die SG am Samstag ran muss, ist ihr der Aufstiegsplatz vor Weihnachten kaum noch zu nehmen.

Rizzi: „Alle ziehen mit, es macht einen Mega-Spaß“

Keine Brüche bei Pascal Breier, nur eine starke Jochbeinprellung

(stg). „Der Wahnsinn geht weiter“, sagte Aspachs Mittelfeldstratege Michele Rizzi nach dem 3:1 gegen Münster und hatte eine gute Erklärung für diesen Höhenflug: „Wir sind ein verschworener Haufen, der Trainerstab stellt uns auf die Spiele optimal ein, alle ziehen mit. Es macht einen Mega-Spaß.“ Für SG-Keeper Christopher Gäng kam es nicht ganz so überraschend, dass seine Mannschaft die Preußen unter Kontrolle hatte, „denn man hatte in den vorherigen Spielen gesehen, dass sie eher einen Negativlauf haben. Wir haben erwartet, dass sie nicht so gut drauf sind“.

Dies auszunutzen, ist aber eine andere Sache. „Wir haben versucht, den Gegner fast über den ganzen Platz permanent unter Druck zu setzen“, verriet Trainer Rüdiger Rehm das Erfolgsrezept: „Das war extrem viel Laufarbeit, auch in hohem Tempo. Wir haben beinahe überdreht, mussten die Jungs etwas bremsen.“ Obwohl Münster nach dem 1:2 noch einmal Morgenluft witterte und die Riesenchance zum Ausgleich versiebte, sprach auch Gäste-Coach Ralf Loose davon, dass es „ein verdienter Sieg für Aspach“ war. Kollege Rehm sah seine Elf gegen Dresden und Münster „am Maximum zum jetzigen Zeitpunkt, aber wir können uns noch weiterentwickeln“.

Tut die SG das, spricht wenig dagegen, dass Aspach bis zum Ende vom Zweitliga- Aufstieg träumen darf. Vorerst wiederholt Rehm sein Mantra von den 46 Punkten. 11 fehlen noch, „aber das heißt ja nicht, dass wir dann aufhören“. Was ihn gegen Münster störte, war die im Vergleich zum Duell mit Dresden doch recht magere Kulisse. „Ich bin mir sicher, dass die Arena irgendwann öfter sehr voll ist, dafür werden wir alles geben“, versprach der SG-Trainer.

Nun geht es aber nach Aue, Rehms Ex-Klub als Spieler. „Es wird ein ganz besonderes Spiel für mich“, sagt der 37-Jährige, denn „ich habe den Verein geliebt, es war eine tolle Zeit“. Nicht zuletzt auch, weil er im Erzgebirge seine heutige Ehefrau kennenlernte, mit der er zwei Kinder hat. Aus dem Betreuerstab kennt Rehm noch einige, doch für 90 Minuten ruht die Freundschaft. Drei Punkte sollen her, da hilft es, dass Aue im DFB-Pokal gegen Heidenheim am Dienstag ein paar Körner liegen lässt. Der SG-Coach schaut es im Fernsehen an, „da spielen sie eh anders als gegen uns. Ich habe Aues Spiel gegen Münster studiert, von daher sind wir schon gut vorbereitet“. Stürmer Pascal Breier, der sich gegen Münster nichts gebrochen hat, sondern mit einer starken Jochbeinprellung davonkam, ist am Samstag dabei.

Nach der Fußballgala war vor der Weihachtsgala

Das überzeugende 3:1 im letzten Heimspiel des Jahres war der Startschuss für einen berauschenden Weihnachtsball im schmuckhaften Kanadischen Blockhaus. Also raus aus dem verschwitzten Trikot, hinein in den Abendanzug und mit Freunden und Gönnern traf man beim Sektempfang zu den ersten Gesprächen. Es wurde fürstlich diniert ehe das Tanzbein geschwungen wurde. Die 90 Minuten Fußball war unseren Kickern nicht anzumerken, bis in den frühen Morgen wurde getanzt und gefeiert. Eine tolle Veranstaltung, in der sich sowohl Kevin Broll und Timo Röttger als beste Entertainer am Mikrofon präsentierten wie Tobias Rühle und Mike Krannich. Die SG ist Wahnsinn - nicht nur auf dem Rasen...

Das "Showduo Timo & Kevin" live on Stage! Weitere Fotos unten...

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Schiek, Leist, Gehring, Kienast – Röttger (74. Renneke), Schröck, Rizzi, Dittgen (86.Lorch) – Breier, Ngankam (62. Binakaj).
SC Preußen Münster: Lomb – Kopplin (73. Tritz), Pischorn, Heitmeier, Müller – Hoffmann, Bischoff, Schwarz, Kara (76. Amachaibou) – Özkara, Krohne.
Tore: 1:0 (37.) Rizzi, 2:0 (49.) Breier, 2:1 (67.) Özkara, 3:1 (87.) Renneke.
Gelbe Karten: Schiek / Schwarz, Müller, Bischoff.
Schiedsrichter: Mix (Abtswind).
Zuschauer: 2500.

SG auf bkz-online

Die tollen Tore, weitere spannende Szenen, einige Stimmen zu Aspachs 3:1-Sieg gegen Münster – all das beinhaltet das Video, das unter www.bkz-online.de zu finden ist.

Impressionen aus der mechatronik Arena
und von der SG-Weihnachtsgala im Blockhaus

Die Fußballgala...

Die Weihnachtsgala...