3.L | Montag, 23. November 2015 (MB)
In eigener Sache – Vorkommnisse während und rund um das Spiel der SG gegen den 1. FC Magdeburg

Liebe Fans, sehr geehrte Damen und Herren,

zu den Vorkommnissen vom vergangenen Samstag beziehen wir wie folgt Stellung.

Die gute Nachricht vorweg: Die vier Ordner des externen Sicherheitsdienstes (KS Security), welche am Samstag von (sogenannten) Anhängern des 1. FC Magdeburg verletzt wurden, konnten das Krankenhaus bereits am Wochenende wieder verlassen.

Unterstellungen, es hätte am Tag selbst zu wenig Sicherheitspersonal gegeben, müssen wir entschieden zurückweisen. In der Woche eines jeden Heimspiels findet ein Sicherheitsgespräch statt. Teilnehmer dieses Gesprächs sind beispielsweise neben dem Verein die Polizei, der externe Ordnungsdienst, die Gemeinde, Sicherheits- und Fanbeauftragte. Selbstverständlich fand dieses Treffen auch vor der Partie gegen den 1. FC Magdeburg statt. Aufgrund der hohen Anzahl der Gästefans und Kategorisierung einiger Besucher seitens der Polizei wurden die Sicherheitsbestimmungen und die Anzahl des externen Sicherheitspersonals stark erhöht.

Beispielsweise wurden auch – im Gegensatz zu anderen Partien – bereits vor der Arena eine Kartenvorkontrolle sowie zusätzliche Vereinzelungsanlagen vorgenommen bzw. installiert. Laut dem externen Sicherheitsdienst wurde, nachdem die Gästefans wieder im Block waren, bewusst auf eine Stellung von Ordnern vor dem Gästeblock verzichtet, um hierdurch eine Eskalation zu vermeiden. Gleichzeitig wurden die Tribünen der anderen Besucher und der Innenraum gesondert gesichert.

Den offenen Brief des Präsidiums des 1. FC Magdeburg begrüßen wir hingegen sehr. Gleichzeitig bedauern wir sehr, dass bedingt durch die Randale von Chaoten die tolle sportliche Situation der SG durch die Vorkommnisse am Samstag in der Berichterstattung teilweise in den Hintergrund gerückt ist.

Das Präsidium der SG Sonnenhof Großaspach


Die Backnanger Kreiszeitung schreibt am 24.11.2015

SG weist Vorwürfe der Magdeburger zurück

Die Randale der Magdeburger Fußballfans beim Drittliga-Spiel in Großaspach beschäftigen nicht nur den DFB. Auch die beiden betreffenden Vereine bezogen nun Stellung.

Von Heiko Schmidt - Das Präsidium der gastgebenden SG Sonnenhof Großaspach teilt auf der Vereinsinternetseite mit: „Die gute Nachricht vorweg: Die vier Ordner des externen Sicherheitsdienstes (KS Security), welche am Samstag von (sogenannten) Anhängern des 1.FC Magdeburg verletzt wurden, konnten das Krankenhaus bereits am Wochenende wieder verlassen.“

Die Schwaben bestreiten aber entscheiden die Vorwürfe, dass sie zu wenig Ordnungskräfte vor Ort hatten. Die kamen besonders von Magdeburgs Trainer Jens Härtel, der bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gesagt hatte: „Wenn man weiß, dass von uns so viele Fans da sind, dann muss man mehr Ordnungskräfte haben.“ Das Sonnenhof-Präsidium kontert: „Unterstellungen, es hätte am Tag selbst zu wenig Sicherheitspersonal gegeben, müssen wir entschieden zurückweisen. In der Woche eines jeden Heimspiels findet ein Sicherheitsgespräch statt. Teilnehmer dieses Gesprächs sind beispielsweise neben dem Verein die Polizei, der externe Ordnungsdienst, die Gemeinde, Sicherheits- und Fanbeauftragte.“ Weiter heißt es: „Aufgrund der hohen Anzahl der Gästefans und Kategorisierung einiger Besucher seitens der Polizei wurden die Sicherheitsbestimmungen und die Anzahl des externen Sicherheitspersonals stark erhöht.“

Das bestätigt auch Holger Bienert von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Aalen. Er sagt: „Aus unserer Sicht waren wir in ausreichender Stärke vor Ort gewesen.“ Bienert weist darauf hin, dass „zusätzliche Alarmkräfte im Einsatz waren“. Er bestätigt auch: „Es wurde eine Kamera gestohlen.“ Außerdem wurde auf dem Parkplatz der Gäste Pyrotechnik abgebrannt. Bislang sind neun Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Manuel Busch, stellvertretender SG-Geschäftsführer und Veranstaltungsleiter, berichtet von einem Sachschaden im Stadion im fünfstelligen Bereich. Dieser setzt sich aus Beschädigungen an einer Rollbande, am Hintertornetz, am aufgebrochenen Fluchttor zum Innenraum und an vier kleineren Werbebanden zusammen. Der Sonnenhof will nur dann Anzeige erstatten, wenn die Übeltäter ausfindig gemacht werden können. „Dafür werden wir eine Videoanalyse machen.“ Diese soll am Donnerstag zusammen mit der Polizei stattfinden.

Busch weist darauf hin, dass eine Zaunfahne der FCM-Anhänger zwar angemeldet war, aber an einem falschen Ort in der Mechatronik-Arena aufgehängt wurde. Deshalb seien Ordner eingeschritten, was wohl einige der FCM-Fans auf die Palme gebracht haben soll. Busch distanziert sich auch von den Vorwürfen der Magdeburger: „Wir haben die richtigen Vorkehrungen getroffen. Es gab ein erhöhtes Personal beim Ordnungsdienst und bei der Polizei.“ Der Veranstaltungsleiter ergänzt: „Polizei und Ordner befanden sich in Schlagdistanz. Sie griffen zunächst nicht ein, um eine Eskalation zu vermeiden. Und das war richtig.“

Inzwischen rudern die Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg zurück. In einem offenen Brief des Vereinspräsidiums der Sachsen-Anhaltiner heißt es: „Demzufolge erwartet unseren Verein nun eine empfindliche Strafe, welche automatisch einen erneuten Wettbewerbsnachteil nach sich ziehen wird und in diesem Fall auch eine neue Dimension von Fehlverhalten darstellt. Ein Fehlverhalten, welches mit Randalen beschrieben wird und das zu Recht!“ Die FCM-Fans fielen übrigens nicht das erste Mal in dieser Saison negativ auf. Es stehen nämlich noch Strafen für die Fehlverhalten während der Begegnungen gegen Wehen Wiesbaden und Dynamo Dresden aus. Das DFB-Sportgericht hat also genug zu tun.

Stürmten nach dem Aufbruch des Fluchttores zum Innenraum des Stadions auf die dort befindlichen Ordner zu: Die Fans des 1. FC Magdeburg. Foto: A. Becher