3.L | Sonntag, 8. November 2015 (tai/BKZ)
Kiel stoppt Aspacher Erfolgsserie

^^^ Freute sich in Kiel über sein Comeback, konnte aber in Halbzeit Zwei
das Ruder auch nicht mehr drehen: Timo Röttger

16. SpT  |  3. Liga 2015/16
Samstag, 7. November 2015  |  14.00 Uhr  |  Holsteinstadion
Holstein Kiel - SG Sonnenhof Großaspach   3:1 (2:0)

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[SWR-Mediathek "Sport am Samstag"]

Gegen Czichos ist kein SG-Kraut gewachsen

Aspachs Drittligafußballern gelingt es bei der 1:3-Niederlage in Kiel nicht, den Verteidiger der Nordlichter irgendwie zu stoppen

Bei Kellerkind Holstein Kiel endete die Erfolgsserie der SG Sonnenhof. Nach neun Spielen ohne Niederlage verlor Aspachs Fußball-Drittligist mit 1:3. Alle Treffer erzielte dabei Kiels Verteidiger Rafael Czichos . Trotz der erfolglosen Reise an die Ostseeküste ließ sich bei der SG niemand den Wind aus den Segeln nehmen. Rasch richtete sich der Blick wieder nach vorne.

Von Frank Molter - Völlig ausgepumpt saß Pascal Breier kurz nach dem Schlusspfiff auf der Sonnenhofer Auswechselbank, rieb sich die Beine, pustete tief durch und schaute sich den Holsteiner Jubel im Kieler Herbstnebel an. 90 Minuten lang hatte der 23-Jährige an der Seite von Tobias Rühle im Angriff geackert, alles versucht, und dennoch reichte es am Ende nur noch zur Ergebniskosmetik dank eines Kieler Eigentors zum 1:3 (64.). Wer weiß, wie sich die Begegnung vor den 4459 Zuschauern im Holsteinstadion für den Tabellendritten entwickelt hätte, hätte Kai Gehring in der 14. Minute besser gezielt. Nachdem sich Torwart Niklas Jakusch arg verschätzt hatte, war der SG-Kapitän am zweiten Pfosten mutterseelenallein zum Kopfball gekommen, traf aber nur das Außennetz. Zuvor hatte bereits Michele Rizzi frei aus zwölf Metern über das Tor der Störche gezielt (6.).

Ein früher Auswärtstreffer hätte dem Drittligateam der Stunde gegen das Sorgenkind der Liga im hohen Norden vermeintlich in die Karten gespielt. Ohne Daniel Hägele und Tobias Schröck, dafür aber wieder mit Christopher Gäng und Timo Röttger als Alternativen auf der Auswechselbank, hatten die Schwaben die Verunsicherung bei den Nordlichtern nutzen wollen. „Wir wussten ja, dass Kiel nicht vor Selbstbewusstsein strotzen würde“, sagte SG-Trainer Rüdiger Rehm. „Aber nach einem guten Start haben wir das Spiel aus der Hand gegeben und die Kieler aufgebaut.“

Knackpunkt war Aspachs Schlafmützigkeit bei Kieler Standardsituationen. Gleich dreimal spielten die Holsteiner mit der SG-Defensive Katz und Maus, und kamen jedes Mal durch Innenverteidiger Rafael Czichos zum Torerfolg. Nach einer Freistoßfinte der Kieler Maik Kegel und Fabian Schnellhardt nickte der Mann des Tages zunächst am langen Pfosten zum 1:0 ein (24.), bevor der Ex-Erfurter anschließend einen 19-Meter-Freistoß unter der SG-Mauer hindurch zum 2:0 (31.) versenkte. Nur fünf Minuten später hätte Holsteins Denis-Danso Weidlich frei vor SG-Schlussmann Kevin Broll nachlegen müssen. Das übernahm dann wieder Czichos. 140 Sekunden nach Wiederanpfiff vollendete er seine Ein-Mann-Schau nach Freistoßflanke von Kegel per Kopf zum umjubelten 3:0.

Trotz des klaren Rückstandes zeigte die SG Moral und gab nicht auf. Doch mehr als zwei Chancen von Bashkim Renneke und Rizzi waren bis zum Abpfiff nicht zu verzeichnen. Für das Ehrentor zeichnete abermals Kiels Czichos verantwortlich, der eine Hereingabe von Pascal Breier ins eigene Netz lenkte.

Rehms Analyse ließ hinterher keine Fragen offen: „Fußball wird auch mit Standardsituationen entschieden. Das haben die Kieler clever gemacht. Und wenn man dadurch drei Tore bekommt, ist man der verdiente Verlierer.“ Und: „Es war klar, dass wir nicht einfach so durch die Liga durchmarschieren werden.“ Kapitän Kai Gehring fügte an: „Wir sind nach 15 Minuten in ein Loch gefallen. Aber das wirft uns nicht um. In Kiel kann man verlieren. Die haben ja nicht umsonst noch vor ein paar Monaten um den Zweitligaaufstieg gekämpft.“

Rehm erkennt Kiels verdienten Sieg klaglos an

Gastgeber erzielen alle drei Treffer nach Standardsituationen

(fm/uwe). Aspachs Trainer Rüdiger Rehm machte gar nicht erst lang rum: „Es war ein verdienter Sieg für Holstein Kiel.“ Wobei der 36-Jährige auch daran erinnerte, dass sich die Schwaben an der Küste gegenüber den Gastgebern sehr freundlich gegeben hatten: „Wir haben unseren Teil dazu beigetragen.“ Nur in der ersten Viertelstunde machte seine Elf das, was Vorgabe war. „Wir wollten es ausnutzen, dass die Kieler nicht mit dem größten Selbstvertrauen ins Spiel gegangen sind“, erklärte der SG-Coach und musste dann mitansehen, wie „wir nach und nach das Spiel aus der Hand gegeben und die Kieler aufgebaut haben.“

Vor allem Rafael Czichos nutzte den Freiraum. Der Abwehrspieler erzielte alle Kieler Treffer. Nicht alltäglich für einen Verteidiger. „Unglaublich. Ich wusste nach dem dritten Tor gar nicht mehr, was los ist“, gestand der Mann, der sonst eher fürs Toreverhindern zuständig ist.“ Wobei er diese Aufgabe nicht ganz so gut erledigte. Denn Aspachs Ehrentreffer besorgte ebenfalls der 1,88-Meter-Hüne, als er eine Flanke von Pascal Breier ins eigene Tor lenkte. „Das ist bitter, tut aber dem Ganzen keinen Abbruch“, nahm er das Missgeschick angesichts der vorhergehenden Leistung eher locker.

KSV-Trainer Karsten Neitzel war spürbar erleichtert, dass der Vorjahresdritte dank des Dreiers die Rote Laterne abgab und zudem auf einen Nichtabstiegsplatz kletterte. „Es ist schön, dass ein Spiel mal durch den Brustlöser Standardsituation in die andere Richtung kippt. Man hat gemerkt, dass dann ein paar Sachen leichter fallen“, war ihm aber nicht entgangen, dass seine Elf zu Beginn durchaus gewackelt hatte. Wobei Neitzel auch erkannte: „Ganz anders Fußball gespielt als zuletzt haben wir nicht, aber das Ergebnis hat gestimmt. Es ist schön, wichtig und befreiend, dass wir den Leuten im Stadion endlich wieder ein Drei-Punkte-Spiel bescheren konnten.“

Spieler, Tore, Fakten

KSV Holstein Kiel: Jakusch – Herrmann, Weidlich, Czichos, Kohlmann – Siedschlag, Kegel – Schnellhardt (85. Hartmann), Janzer (62. Lewerenz) – Schäffler, Heider (76. Sané).
SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek, Leist, Schuster (80. Ngankam), Kienast – Dittgen (56. Renneke), Gehring, Rizzi, Binakaj (46. Röttger) – Rühle, Breier.
Tore: 1:0 (24.), 2:0 (31.), 3:0 (48.) Czichos, 3:1(63., Eigentor) Czichos.
Gelbe Karten: Schäffler, Lewerenz / Kienast, Gehring.
Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach).
Zuschauer: 4459.

SG auf bkz-online

Die Kamera unserer Zeitung hat das 1:3 der Großaspacher an der Ostseeküste festgehalten. Das Video mit allen Toren und Stimmen gibt’s unter www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 9. November 2015

Der 16. Spieltag


Aspacher "Torebbe" an der Förde

Nichts zu holen in Kiel: SG verliert wie im Vorjahr mit 1:3 bei den Störchen.

Die Spiel-Analyse:

Am 16. Spieltag der 3. Liga gastierte die SG Sonnenhof Großaspach bei den Störchen aus Kiel. Dabei musste Trainer Rüdiger Rehm seine Startelf zum vergangenen Spiel gegen Cottbus auf zwei Positionen verändern. Für den verletzten Daniel Hägele rückte Robin Schuster in die Mannschaft, für den gelbgesperrten Tobias Schröck durfte David Kienast von Beginn an ran.

Die SG begann selbstbewusst beim Tabellenletzten der Liga und kam in den ersten zwanzig Minuten durch Breier (2.) und Gehring (13.) zu guten Torchancen. Nach der starken Anfangsphase der Gäste nahmen die Hausherren aus Kiel den Kampf an und kamen immer besser in die Partie. Nach einer Standardsituation in der 24. Minute kam Rafael Czichos frei zum Kopfball und brachte die Gastgeber in Führung. Mit der Führung ließen die Männer von Trainer Karsten Neitzel den Ball besser laufen. Folglich fiel in der 30. Minute das 2:0. Wieder war es eine Standardsituation, die Kevin Broll und seine Vordermänner nicht gut aussehen ließ. Eine einstudierte Freistoßvariante schloss Rafael Czichos erfolgreich ab, der damit sein zweites Tor und gleichzeitig den 2.0-Halbzeitstand erzielte.

Trainer Rüdiger Rehm konnte zur Halbzeit nicht zufrieden sein und brachte zur zweiten Halbzeit Timo Röttger für Shiqprim Binakaj. Doch auch nach der Pause änderte sich das Kräfteverhältnis auf dem Platz nicht. Bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff erzielte Rafael Czichos seinen dritten Treffer an diesem Spieltag und köpfte erneut nach einem Freistoß aus kurzer Distanz ein. Mit der 3:0-Führung ließen die Kieler nun den Ball in den eigenen Reihen laufen und boten der SG wenige Gelegenheiten, Torchancen zu kreieren. In der 56. Minute wechselte Rüdiger Rehm Bashkim Renneke für Maximilian Dittgen ein. Dieser sorgte in den darauffolgenden Minuten für frischen Wind und konnte einige Akzente in der Offensive setzen. In der 65. Minute wurden die Bemühungen der Aspacher belohnt: Pascal Breier setzte sich nach einer starken Einzelleistung auf der linken Seite durch und spielte den Ball flach ins Zentrum. Dort wurde der Ball unglücklich von Rafael Czichos ins eigene Tor abgelenkt. Mit dem Anschlusstreffer zum 3:1 witterten die Schwaben die Chance, noch einmal ins Spiel zurück zu kommen. Doch die Gastgeber waren an diesem Tag spielerisch zu stark und verwalteten die 3:1-Führung bis zum Schluss.

Nach 90 Minuten beendete Schiedsrichter Benjamin Cortus die Partie und die Männer von Rüdiger Rehm mussten sich geschlagen geben. Der KSV Holstein konnte sich mit dem verdienten Dreier ein wenig Luft verschaffen und rückt nach dem Sieg auf den 15. Tabellenplatz vor während die SG94 den Sprung auf Rang 2 verpasste.

Die Stimme nach dem Spiel:

Cheftrainer Rüdiger Rehm: „In den ersten Minuten haben wir das gemacht, was wir uns vorgenommen haben: wir sind selbstbewusst aufgetreten und kamen zu unseren Torchancen. Danach haben wir das Spiel aus der Hand gegeben und zu viele Zweikämpfe verloren. Am Ende hat Holstein Kiel verdient gewonnen. Diese Niederlage wirft uns aber nicht um, sondern wir werden aus unseren Fehlern lernen und im nächsten Heimspiel gegen Magdeburg wieder alles geben.“  

Das nächste Spiel:

Nach dem kommenden, spielfreien Wochenende ist der 1. FC Magdeburg das erste Mal zu Gast im Fautenhau. Der Aufsteiger ist stark in die neue Spielzeit der 3. Liga gestartet und wird der Elf von Rüdiger Rehm alles abverlangen. Anstoß der Partie ist am 21.11.2015 um 14:00h in der mechatronik Arena in Aspach.

Aufstellung:

SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek, Leist, Schuster (Ngankam, 79.), Kienast – Dittgen (Renneke, 56.), Gehring, Rizzi, Binakaj (Röttger, 46.) – Rühle, Breier