RL | Freitag, 22. November 2013 (BKZ/Ippoliti)
Aupperle und der Unterschied zu Götze

Aupperle und der Unterschied zu Götze

Anders als den Münchner beim Ex-Klub in Dortmund erwartet den Kapitän von Hoffenheim II in Aspach ein herzlicher Empfang

Für beide Teams ist es eine wichtige Partie, für einen Kicker ein ganz besonderes Spiel. Wenn 1899 Hoffenheim II am Sonntag (14 Uhr) zum Duell mit der SG Sonnenhof Großaspach anreist, steigt ein Akteur aus dem Bus, der von 2005 bis 2010 im Fautenhau kickte und an den bislang größten Erfolgen der Vereinsgeschichte beteiligt war: Fabian Aupperle.

Von Steffen Grün - Der baumlange Innenverteidiger versucht erst gar nicht, irgendjemand weismachen zu wollen, es sei für ihn ein Duell wie alle anderen. „Es ist eine besondere Partie für mich“, sagt Fabian Aupperle vor seinem Auftritt mit dem neuen Klub an der alten Wirkungsstätte. Anders als Mario Götze, der sich morgen mit den Bayern in Dortmund mindestens auf ein gellendes Pfeifkonzert seiner ehemaligen Fans einstellen muss, dürfte dem 27-Jährigen in Aspach ein herzlicher Empfang bereitet werden. Damit rechnet wohl auch Aupperle, denn er sagt: „Ich freue mich auf das Spiel. Es sind positive Gefühle, weil ich viele Leute kenne und es eine erfolgreiche Zeit war.“

Das war’s in der Tat. Als der gebürtige Backnanger, der in der Jugend für Unterweissach, die Viktoria, die TSG und den VfB die Kickstiefel schnürte, im Juli 2005 von der U19 der Stuttgarter zur SG Sonnenhof wechselte, war die gerade von der Verbands- in die Oberliga aufgestiegen. Aupperle schwang sich schnell zum Leistungsträger auf und hatte 2009 einen großen Anteil am Double aus Oberliga-Meisterschaft und WFV-Pokalsieg. Er war im ersten Regionalligajahr auch noch dabei, wagte dann aber den Sprung in die Dritte Liga zum 1. FC Heidenheim. Auch dort lief es für ihn optimal, bis ihn eine verletzungsbedingte Zwangspause den Stammplatz kostete. Im Januar 2012 brach der 1,93 Meter große Fußballer seine Zelte in Heidenheim ab und zog zum Ligarivalen Wacker Burghausen weiter. Dort hätten die Verantwortlichen seinen Vertrag nach der vergangenen Spielzeit liebende gerne verlängert, doch Aupperle lehnte ab.

Er zog die Regionalliga der Dritten Liga vor und folgte dem lauten Lockruf der Hoffenheimer, die einen Führungsspieler für ihre Bundesliga-Reserve in ihm sahen. Weil die Maus aber keinen Faden abbeißt, dass er nun eben wieder eine Etage tiefer kickt als in den vergangenen drei Jahren, „habe ich mir diesen Wechsel lange überlegt, ich hatte auch andere Optionen“. Im Klartext: An Aupperle baggerten neben Burghausen weitere Drittligisten. Er erteilte ihnen allen eine Abfuhr und verrät, was in erster Linie für die Kraichgauer sprach. Zum einen diese Hartnäckigkeit, mit der um ihn gebuhlt wurde: „Hoffenheim wollte mich unbedingt.“ Wohl nicht zuletzt, weil ihn zwei hohe Tiere bei 1899 bestens kannten: Nämlich Markus Gisdol, Trainer der Ersten, und Chefscout Hans-Martin Kleitsch. Der eine aus gemeinsamen Aspacher Zeiten und der zweite vom VfB. Zum anderen verweist Aupperle auf die Rahmenbedingungen in Hoffenheim: „Die Möglichkeiten sind der Wahnsinn. Der Ruf des Vereins ist perfekt.“

Weit weniger perfekt war der Rundenstart der Zweiten, die in der Regionalliga zunächst im Tabellenkeller versank. „Es hat einige Zeit gedauert, bis wir uns gefunden haben“, räumt der Abwehrspieler ein und verweist auf die Vielzahl von jungen Kickern im Kader: „Mittlerweile haben wir aber die richtige Richtung eingeschlagen.“ Immerhin Zwölfter ist der Talentschuppen bereits, nun gehe es darum, Konstanz reinzukriegen. Denn: „Ein einstelliger Tabellenplatz sollte schon unser Ziel sein.“ Zudem sei es der Auftrag, den einen oder anderen Spieler an die Erste heranzuführen. Hat Aupperle selbst noch Ambitionen? „Mein primäres Ziel ist es, die zweite Mannschaft zu führen“, lautet die etwas ausweichende Antwort. Er habe schon mehrere Male mit dem Bundesligateam trainiert, wenn’s in Länderspielpausen darum ging, den Kader aufzufüllen. „Sie hätten auch einen anderen nehmen können“, sieht Aupperle darin durchaus eine Wertschätzung seiner Leistung. Wie schnell es gehen kann, zeigt Kai Herdling, der im Sommer noch als die zweite Leitfigur für die Regionalligatruppe eingeplant war und nun in dieser Saison bereits sieben Erstligaspiele bestritten hat. Möglich ist also vieles, Aupperles Vertrag läuft bis 2015. Bleibt die späte Karriere im Oberhaus aus, hat der Kicker mit abgeschlossenem Sportmanagementstudium eventuell die Chance, nebenbei einen Trainerschein zu machen, eine Fremdsprache zu erlernen oder sich beruflich fortzubilden.

All das ist aber noch Zukunftsmusik, zunächst geht es um einen Dreier an diesem Sonntag. Und das in einem ganz besonderen Spiel bei seinem Ex-Klub, mit dem Aupperle große Erfolge feierte.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 22.11.2013


SG erwartet Hoffenheim II

Aspach, 21. November 2013 – Zum Abschluss der Hinrunde empfängt die SG Sonnenhof Großaspach die Bundesliga-Reserve von 1899 Hoffenheim in der heimischen comtech Arena.

Nach dem spielfreien Wochenende, das die SG mit einem Test gegen den Drittligisten Stuttgarter Kickers genutzt hat, greift das Team von Cheftrainer Rüdiger Rehm nun wieder in der Liga ein. Mit 1899 Hoffenheim II stellt sich eine Mannschaft im Sportpark Fautenhau vor, die für viele überraschend in der unteren Tabellenhälfte steckt. Bei den Kraichgauern fehlt in erster Linie die Konstanz, denn nach Siegen folgt meist direkt eine Niederlage und daher reichen die erspielten 18 Punkte auch nur zu Rang zwölf. In den Reihen der Gäste steht mit Fabian Aupperle auch ein Altbekannter, schließlich war der Innenverteidiger lange Jahre in Großaspach aktiv und an den bisher größten Vereinserfolgen beteiligt (Aufstieg in die Regionalliga, Gewinn des wfv-Pokals, DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart – alles 2009).

Dennoch hat die SG keine Geschenke zu verteilen, gerade weil die vorne platzierten Teams sehr eng zusammengerückt sind. Spitzenreiter Freiburg II und die SpVgg Neckarelz als Tabellensiebter trennen lediglich vier Punkte, was für die Ausgeglichenheit der Liga spricht. Daher lautet die Zielsetzung auch, die drei Zähler in der heimischen Arena zu behalten. „Uns erwartet eine sehr schwierige Aufgabe, weil Hoffenheim enorm spielstark und gut organisiert ist. Sie haben eine sehr gute Truppe mit hoher individueller Klasse, da müssen wir von Beginn an hochkonzentriert sein. Wir wollen unsere Serie von ungeschlagenen Spielen weiter ausbauen, konzentrieren uns dabei voll auf unsere eigene Leistung und schauen nicht auf die Tabelle“, so der SG-Coach.

Für das letzte Spiel der Hinrunde steht Robin Schuster nicht zur Verfügung. Der Innenverteidiger wurde nach seiner Roten Karte aus der Partie gegen Worms für zwei Begegnungen gesperrt. Seine Rolle könnten Kapitän Daniel Hägele oder Marius Jurczyk ausfüllen. Die endgültige Entscheidung hinsichtlich seiner Startformation hat Rehm allerdings noch nicht getroffen, denn zunächst möchte er noch die Eindrücke aus den verbleibenden Trainingseinheiten mit einfließen lassen. Das liegt vor allem auch daran, weil Sahr Senesie, Tobias Rühle, Simon Skarlatidis und Kevin Kunz muskuläre Probleme haben und zuletzt auch Denis Berger mit einer Grippe das Bett hüten musste. Definitiv nicht dabei sein kann Manuel
Fischer, der aufgrund seines Kapselrisses im Knie weiterhin ausfällt. „Wir gehen schon ein wenig auf dem Zahnfleisch, aber wir werden natürlich eine schlagkräftige Mannschaft auf den Rasen schicken, die den Hoffenheimern entsprechend Paroli bietet“, erklärt der Cheftrainer abschließend.

Statistik

Wenn die SG Sonnenhof auf die TSG-Reserve aus Hoffenheim trifft, dann ist immer etwas auf dem Rasen geboten. Seit dem Aufstieg in die Oberliga haben wir es mit den Kraichgauern zu tun, die Statistik spricht dabei leicht für Großaspach. In den bisherigen 14 direkten Aufeinandertreffen siegten wir 6 Mal, die Achtzehnneunundneunziger waren 5 Mal erfolgreich.

Am Sonntag steht Duell #15 auf dem Programm, das auch ein Besonderes sein wird. Trägt doch der Ex-SGler aus Unterweissach, Fabian Aupperle, seit dieser Runde das weiße Hoffenheim-Jersey. Gespannt darf man sein, für welche Elf unser Busfahrer Gerhard Aupperle die Daumen drückt. Für unsere Fautenhauer oder für seinen Sohn und dessen Team?

Am Sonntag dürfen wir uns auf jeden Fall auf eine spannende Neuauflage gegen Hoffenheim II freuen, die nach einem Fehlstart wieder in die Regionalliga-Spur zurückgefunden hat.

Die bisherigen Ergebnisse aus aspacher Sicht:

  • 28.08.2005  |  A  |  3:2  |  OL 2005/06
  • 25.02.2006  |  H  |  3:1  |  OL 2005/06
  • 24.09.2006  |  A  |  1:4  |  OL 2006/07
  • 01.04.2007  |  H  |  2:1  |  OL 2006/07
  • 06.10.2007  |  A  |  0:1  |  OL 2007/08
  • 13.04.2008  |  H  |  0:0  |  OL 2007/08
  • 31.08.2008  |  H  |  1:0  |  OL 2008/09
  • 15.03.2009  |  A  |  1:1  |  OL 2008/09
  • 31.08.2010  |  A  |  1:0  |  RL 2010/11
  • 26.02.2011  |  H  |  1:1  |  RL 2010/11
  • 28.10.2011  |  H  |  0:2  |  RL 2011/12
  • 05.05.2012  |  A  |  2:3  |  RL 2011/12
  • 21.10.2012  |  A  |  1:2  |  RL 2012/13
  • 26.04.2013  |  H  |  4:3  |  RL 2012/13