3.L | Montag, 19. Oktober 2015 (BKZ)
Als Team nicht aus der Erfolgsspur zu bringen

13. SpT  |  3. Liga 2015/16
Samstag, 17. Oktober 2015  |  14.00 Uhr  |  mechatronik Arena
SG Sonnenhof Großaspach - VfR Aalen  2:0 (0:0)

[Zur Backnanger Kreiszeitung, unserem Medienpartner mit SG-TV Videobericht ]
[SWR Mediathek: Spielbericht - Rüdiger Rehm - Sebastian Schiek]

Großaspachs Höhenflug hält an

Die Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach mischen weiterhin die 3. Liga auf. Das Team von Trainer Rüdiger Rehm blieb im siebten Spiel hintereinander ungeschlagen und landete im Schwabenduell gegen den Zweitliga-Absteiger VfR Aalen einen 2:0-Heimsieg. Und mit diesem festigte die SG den dritten Tabellenplatz.

Von Heiko Schmidt - Großaspach ging mit viel Selbstbewusstsein in die Partie. Und das, obwohl Coach Rehm zwei Veränderungen in der Startelf vornehmen musste. Für die verletzten Timo Röttger und Josip Landeka spielten Shqiprim Binakaj und David Kienast von Beginn an. Der Sonnenhof brannte zwar im ersten Durchgang kein Offensiv-Feuerwerk ab, gab aber schon den Ton an. Aalen hingegen sorgte lediglich mit Konterangriffen für Gefahr.

Bei einem davon hätten die Gäste von der Ostalb nach drei Minuten in Führung gehen können, doch der Ex-Großaspacher Matthias Morys zielte nach einem Stellungsfehler von SG-Kapitän Daniel Hägele zu ungenau. In der Folgezeit gab es ein deutliches Chancenplus für die Gastgeber. Das spiegelte sich auch im Eckenverhältnis von 4:0 für den Sonnenhof wieder. Binakajs 20-Meter-Schuss (9.) parierte VfR-Schlussmann Daniel Bernhardt prächtig. Tobias Rühle (18.) traf aus fünf Metern den Ball nicht richtig. Erneut Rühle (42.) fand in Bernhardt seinen Meister. Das torlose Unentschieden zur Pause schmeichelte Aalen.

Nach dem Seitenwechsel legte Großaspach noch eine Schippe drauf. Den verdienten Lohn gab es in der 47. Minute. Nach Max Dittgens Ecke von der rechten Seite köpfte Sebastian Schiek aus zwei Metern aufs Gäste-Tor. Der Ball senkte sich über Bernhardt hinweg zur Großaspacher 1:0-Führung ins Netz. Aalen versuchte nun, etwas mehr für die Offensive zu machen. Beim VfR blieb aber vieles Stückwerk. Dem Sonnenhof hingegen spielte der Treffer in die Karten.

Köpfte in dieser Szene zum Großaspacher Führungstreffer ein: Sebastian Schiek. Foto: A. Becher

Großaspach erarbeitete sich eine Möglichkeit nach der anderen. Michele Rizzi (64.) und Pascal Breier (73.) scheiterten an Bernhardt. Auch Innenverteidiger Julian Leist hatte bei zwei Kopfbällen in der 77. und 84. Minute kein Glück. Der eingewechselte Bashkim Renneke fand in der 85. Minute auch im Aalener Schlussmann seinen Meister. Was sich die SG vorwerfen lassen musste, war die Tatsache, dass sie den Deckel nicht schon früher drauf gemacht hat. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit fiel die Entscheidung. Der eingewechselte Roussel Ngankam spazierte durch die Aalener Abwehr und flankte von der rechten Seite nach innen. Breier nahm den Ball volley und erzielte den 2:0-Endstand.

Es war ein mehr als verdienter Heimsieg für die Großaspacher, besonders aufgrund der deutlicheren Chancen im zweiten Durchgang. Damit gewann der Sonnenhof nach dem 4:0 vor zwei Wochen bei den Stuttgarter Kickers nun auch das zweite Schwabenduell. Besonders bemerkenswert dabei: In beiden Begegnungen gegen die schwäbischen Rivalen blieb die SG ohne Gegentreffer.

„Eine schöne Atmosphäre, die beflügelt hat“

SG-Trainer Rüdiger Rehm freut sich über die Stimmung im Stadion

(hes). Die SG Sonnenhof Großaspach schwebt weiterhin auf Wolke sieben. Beim 2:0-Heimsieg gegen den VfR Aalen bewies die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm viel Geduld. Er sagte: „Meine Truppe hat gefightet, mehr Chancen gehabt und verdient gewonnen.“ Ein besonderes Lob gab es für den Torschützen des Führungstreffers Sebastian Schiek. „Er ist eine wahnsinnige Konstante und hat Qualität“, sagte Coach Rehm. Und wie sieht es der Spieler selbst? „Wir sind heute als Team aufgetreten“, antwortete Schiek bescheiden. Der Außenverteidiger schob nach: „Wir hatten das Spiel die ganze Zeit unter Kontrolle.“ Auch Stürmer Pascal Breier, der das zweite Großaspacher Tor erzielte, zeigte sich zufrieden: „Wir haben uns ganz stark durchgesetzt.“ Trotz der recht schwachen Leistung der Aalener war VfR-Coach Peter Vollmann mit seiner Mannschaft nicht unzufrieden: „Wir haben in der zweiten Halbzeit alles auf eine Karte gesetzt.“

Nennenswert war auf jeden Fall die Stimmung in der mechatronik Arena in Großaspach. Ihren Teil dazu trugen die eingeladenen Flüchtlinge und Helfer bei. 600 von ihnen kamen und feuerten wie auch der Großteil der anderen Zuschauer die Großaspacher lautstark an. „Das ist eine schöne Atmosphäre, die die Spieler beflügelt hat“, freute sich Coach Rehm. Er schob nach: „Das Publikum hat uns zum 2:0 getrieben.“ Dem schloss sich SG-Spieler Schiek an: „Die Stimmung im Stadion war mehr intensiv, genauso wie auch das Spiel.“ Positiv schätzte auch Uwe Hück die Aktion des Sonnenhofs ein. Der Porsche-Betriebsratschefs sagte in der Pause: „Unsere Pflicht ist es, die Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen eine Perspektive zu geben.“ Zudem warb er für seinen Benefiz-Boxkampf am 7. November in der Ludwigsburger MHP-Arena gegen François Botha. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit. Großaspachs Drittliga-Fußballer schauen mehr auf den kommenden Samstag. Um 14 Uhr tritt die SG beim FC Hansa Rostock an.

SG auf bkz-online

Die Kamera unserer Zeitung hat den 2:0-Erfolg der Großaspacher gegen den VfR Aalen festgehalten. Das Video mit allen Toren und Stimmen gibt’s unter www.bkz-online.de.

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek, Leist, Hägele, Kienast (67. Gehring) – Dittgen (88. Ngankam), Rizzi, Schröck, Binakaj – Rühle (81. Renneke), Breier.
VfR Aalen: Bernhardt – Schulz, Menig, Neumann, Chessa (76. Wegkamp) – Schwabl – Drexler (86. Kienle), Welzmüller, Müller, Kartalis (64. Edwini-Bonsu) – Morys.
Tore: 1:0 (47.) Schiek, 2:0 (90.+2) Breier.
Gelbe Karten: Kienast, Rühle / Drexler.
Schiedsrichter: Gerach (Landau).
Zuschauer: 3100.

Impressionen aus der mechatronik Arena

Tobi Scheffel

Der 13. Spieltag

Wieder in der DFB-Elf des Spieltages: Sebastian Schiek: