RL | Montag, 25. November 2013 (BKZ)
Kuhns Schlenzer lässt Aspach feiern

Regionalliga, 17. SpT
SG Sonnenhof Großaspach - TSG 1899 Hoffenheim II   1:0 (1:0)

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Kuhns Schlenzer lässt Aspach feiern

Jubel in Großaspach: 1:0 bezwang Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof gestern Nachmittag die TSG Hoffenheim II. Moritz Kuhn erzielte den entscheidenden Treffer bereits in der siebten Minute und krönte damit früh seine starke Leistung. Mit dem knappen, aber verdienten Sieg beendet die Elf von Trainer Rüdiger Rehm die Vorrunde auf Rang zwei.

Von Uwe Flegel - Am Ende purzelten Fans, Spielern und Verantwortlichen der Gastgeber die Steine hörbar vom Herzen. Rüdiger Rehm freute sich zwei Tage nach seinem 35. Geburtstag über einen „verdienten Sieg, denn wir waren die bessere Mannschaft“. Fast hätte der Titelaspirant aus Württemberg gegen die Bundesligareserve aus dem Kraichgau aber erlebt, dass das im Fußball nicht immer reicht, um dann auch die drei Punkte zu kassieren. Zu schlampig war die SG mit ihren Möglichkeiten umgegangen. Normalerweise rächt sich so etwas. Doch weil Hoffenheim keine seiner zwei sehr guten Chancen nutzte, reichte es der SG zum Dreier.

Das verdankte Aspach seinem optimalen Start und einem starken Auftritt von Sahr Senesie. Der setzte in der siebten Minute in der eigenen Spielhälfte mit dem Ball am Fuß zum Sprint an. Kurz vor dem Hoffenheimer Strafraum angekommen, ließ er sich von gleich drei Gegenspielern nicht groß beeindrucken und spielte Moritz Kuhn mit einem Klassepass mustergültig frei. Der diesmal als linker Verteidiger beginnende Mann von der Außenbahn schlenzte den Ball dann gekonnt mit rechts in den linken oberen Winkel – 1:0 für die Hausherren.

Dass der Treffer schon die Entscheidung war, ahnte zu dem Zeitpunkt noch niemand. Zumal die Gastgeber mit ein klein wenig mehr Zielstrebigkeit im Angriff gleich nachlegen hätten können. Weil aber Shqiprim Binakaj (13.) zu eigensinnig und Tobias Rühle (14.) zu unentschlossen waren, zudem Moritz Kuhn (20.) und Daniel Hägele frei stehend an Torwart Jens Grahl (41.) scheiterten, blieb es eng. Zwei Minuten vor der Halbzeit mussten die Gastgeber sogar froh sein, dass nicht der Ausgleich fiel. Nach einem TSG-Konter stand Fabian Hürzeler mutterseelenallein vor Christopher Gäng, drosch den Ball aber aus acht Metern weit über das Gehäuse.

Eine solch glasklare Möglichkeit hatte zum Auftakt der zweiten Halbzeit auch die SG Sonnenhof. Diesmal spielte Binakaj im richtigen Moment quer, doch der heranrauschende Michele Rizzi scheiterte aus neun Metern am glänzend reagierenden Hoffenheimer Jens Grahl.

Eigentlich hätte die Partie spätestens jetzt entschieden sein müssen. War sie nicht. Und deshalb wurde es noch spannend. Denn die TSG wurde gefährlicher. In der 67. Minute benötigte Großaspach sogar eine ordentliche Portion Glück, als Angreifer Kenan Karaman auf der halbrechten Seite aus der Drehung abzog. Der Ball landete am Außenpfosten.

Es war die letzte Großchance der Gäste. Die machten zwar mächtig Druck, doch die SG-Abwehr hielt dem Andrang stand. Auch weil Marius Jurczyk bei seinem Saisondebüt in der Innenverteidigung eine tadellose Leistung bot. Wie Nebenmann Kai Gehring behielt der Stellvertreter des gesperrten Robin Schuster kühlen Kopf. Zittern mussten die Aspacher, bei denen der angeschlagene Manuel Fischer trotz Kapselverletzung im rechten Knie in der letzten halben Stunde noch ran musste, dennoch bis zum Schluss. Denn einmal mehr fehlte bei den Kontern die letzte Konsequenz und deshalb blieb es bei den schnellen Gegenangriffen bei guten Ansätzen. Sie brachten jedoch nicht den ersehnten zweiten Torerfolg für die Hausherren.

Aupperles geringe Freude an alten Freunden

Defensivprobleme der Anfangsphase ärgern den ehemaligen Aspacher

(uwe). Normalerweise ist es angenehm, fröhlichen Menschen die Hände zu schütteln. Fabian Aupperle fand es allerdings nicht ganz so nett. Schließlich hatte der Ex-Aspacher soeben mit Hoffenheim II bei seinem Ex-Verein 0:1 verloren. Deshalb hielt sich das Vergnügen des TSG-Kapitäns über die vielen alten Wegbegleiter doch in Grenzen. „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, ärgerte sich der lange Innenverteidiger und erklärte: „Wir wollten tiefer stehen, damit die SG keine großen Räume hat.“ Gut geplant. In der ersten halben Stunde aber schlecht umgesetzt. Wie beim entscheidenden Treffer. Gegen aufgerückte Gäste durfte Sahr Senesie fröhlich über den halben Platz sprinten. Als die TSG dann die Gefahr erkannte, war’s zu spät. Ein blitzgescheiter Pass auf Moritz Kuhn – 1:0. Die Entscheidung für Aspach.

Hoffenheims Trainer Thomas Krücken widersprach der Analyse seines Kapitäns in der Pressekonferenz nicht. „Ich bin mit der ersten halben Stunde überhaupt nicht einverstanden“, tadelte er fehlende Aggressivität und geringe Geschlossenheit, um nachzulegen: „Wir müssen uns bei unserem Torwart Jens Grahl bedanken, dass es nur 0:1 gestanden hat.“

SG-Coach Rüdiger Rehm war verständlicherweise besser drauf als sein einstiger Mitspieler Aupperle und dessen Trainer: „Der einzige Vorwurf, den ich meinen Jungs für die erste halbe Stunde mache, ist, dass wir nach der Führung nicht nachgelegt haben.“ Danach sei bei seiner Elf ein wenig die Kompaktheit verloren gegangen und die Bundesligareserve besser ins Spiel gekommen. Klare Chancen hatte Hoffenheim aber nur zwei. Die blieben ungenutzt und Rehm war „froh, dass wir das 1:0 über die Zeit gebracht haben“. Denn damit ist die SG nach der Vorrunde Zweiter. Einen Punkt hinter Tabellenführer Freiburg und einen Zähler vor dem Dritten FSV Mainz 05 II.

Statistik:

SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Vecchione (72. Kienast), Gehring, Jurczyk, Kuhn – Binakaj, Rizzi, Hägele, Berger – Senesie (81. Fiand), Rühle (58. Fischer).
TSG Hoffenheim II: Grahl – Akpoguma (46. Hirsch), Aupperle, Ruck, Ludwig – Abruscia, Streker (68. Straub), Szarka, Gyau – Hürzeler, Karaman (68. Krempicki).
Tor: 1:0 (7.) Kuhn.
Schiedsrichter: Jöllenbeck (Freiburg).
Zuschauer: 730.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 25.11.2013


Kurzbericht zum Spiel vom Sonntagabend

(tai) Spannend machten es unsere Jungs wieder am Sonntagnachmittag in der comtech Arena. Dem frühen Führungstreffer durch Flügelflitzer Moritz Kuhn (7. Minute) folgten weitere hochkarätige Torchancen durch die SG-Kicker. Hoffenheim durfte sich dank der fahrlässigen Verwertung und dem eigenen Keeper über einen höheren Rückstand nicht beschweren. Die im Durchgang Eins harmlosen Gäste hätten mit dem Pausenpfiff noch fast das Zwischenergebnis auf den Kopf gestellt, doch auch ein leeres Tor muss erst einmal getroffen werden. In der zweiten Halbzeit begann Großaspach mehr und mehr den knappen Vorsprung zu verwalten, man überließ den Kraichgauern das Mittelfeld ohne jedoch die Nadelstiche im Angriff zu vernachlässigen. Die SG-Anhänger bejubelten auch zum bereits aufgelegten Torjingle das 2:0, was aber vom Unparteiischen Jöllenbeck wegen fragwürdiger Abseitsstellung des "Torschützen" Manuel Fischer zurückgepfiffen wurde. Die SG musste nach weiteren vergebenen Möglichkeiten bei frischen Temperaturen noch zittern, außer einem Schuss an den Außenpfosten fiel den wild anrennenden Achtzehnneunundneunziger aber nicht ein. Die SG bejubelte letztendlich den verdienten Sieg, der nur in der Höhe viel zu gering ausfiel, das Team dennoch auf Tabellenplatz 2 bringt

Ein ausführlicher Bericht folgt...