3.L | Montag, 28. September 2015 (BKZ)
Rückblick auf das 3:3-Torspektakel

11. SpT  |  3. Liga 2015/16
Samstag, 26. September 2015  |  14.00 Uhr  |  mechatronik Arena
SG Sonnenhof Großaspach - VfL Osnabrück   3:3 (3:3)

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[SWR "Sport am Samstag" mit Highlights ab 12:30 min & Rehm-Interview]

Halbstündiger Wahnsinn, gerechtes Ende

Eine halbe Stunde Fußball total und am Ende ein gerechtes 3:3 erlebten die Fans im Aspacher Fautenhau. In der Drittligapartie der SG Sonnenhof gegen den VfL Osnabrück war vor allem in der ersten Halbzeit alles drin, was das Fußballherz begehrt. Entsprechend zufrieden waren die Beteiligten dann auch am Schluss.

Von Uwe Flegel - Großaspachs Trainer Rüdiger Rehm wurde in den vergangenen Wochen nicht müde, die Intensität hervorzuheben, die sein Team seit Rundenstart an den Tag legt. Nach Saisonspiel Nummer elf dürfte die Wertschätzung des 36-Jährigen gegenüber seiner Elf noch höher sein. Klar, gab es in der Defensive Patzer. Klar, schafften es die Gastgeber nach der Ampelkarte für VfL-Kapitän Tobias Willers nicht, eine fast einstündige Überzahl auszunutzen. Doch was Kampfgeist und Einsatz anbelangt, zählt die SG zum besten, was die Dritte Liga zu bieten hat. Nicht umsonst nehmen die Kicker aus dem Fautenhau mit 17 Punkten Rang fünf ein. Und für das, was Aspach und Osnabrück in der ersten halben Stunde abgeliefert haben, gibt’s nur ein Wort: Wahnsinn.

Von der ersten Minute an ging’s rauf und runter, gab’s Chancen zuhauf – und Tore. Den Anfang machten die Gäste in der fünften Minute, als David Pisot einen Eckball von Marco Alvarez zu Christian Groß köpfte, der den Ball aus acht Metern ins Netz jagte. Schock bei den SG-Fans. Aber nur bis zum Gegenangriff. Michele Rizzi setzte Tobias Rühle schön in Szene und der traf zum 1:1 (6.). Weiter ging’s in der zwölften Minute. Erst rettete SG-Torwart Kevin Broll gegen den frei stehenden Massimo Ornatelli, dann drückte im direkten Gegenzug Aspachs Timo Röttger aus kurzer Distanz einen Querpass von Rühle zum 2:1 über die Linie. 120 Sekunden später war es zunächst erneut Broll, der den Schuss des frei stehenden Ornatelli parierte, ehe auf der anderen Seite U-21-Nationaltorwart Marvin Schwäbe per Fußabwehr den Schuss von Pascal Breier abwehrte.

Die Kontrahenten kämpften mit offenem Visier und das zur Freude der jeweiligen Fans mit Erfolg. Erst nutzte Osnabrück in der 18. Minute einen Patzer von Mirko Schuster, das 2:2 schön heraus zu spielen (Ornatteli). Dann luchste Michele Rizzi im Mittelfeld dem VfL den Ball ab und Max Dittgen schloss den Konter mit einem technischen Kabinettstückchen und dem 3:2 ab (19.). Damit hatte es sich aber noch nicht. Nach 27 Minuten war es wieder eine Standardsituation, bei der Osnabrück obenauf war. Diesmal stocherte Halil Savran den Ball zum 3:3 über die Linie. Erneut hatte zuvor David Pisot mit dem Kopf aufgelegt. Etwas ruhiger wurde es im Fautenhau erst nach 36 Minuten. Tobias Willers sah nach seinem zweiten gelbwürdigen Foul an Rühle die Ampelkarte. Der VfL war nur noch zu zehnt, Tempo nahmen aber beide Teams raus. Wobei Aspachs Röttger per 15-Meter-Kopfball fast die erneute Führung erzielt hätte (39.), aber nur den Pfosten traf.

Lieferten einen verbissenen Kampf, bei dem Max Dittgen, Michele Rizzi und Co. ihre Überzahl nicht ausspielen konnten: Die SG und der VfL. Foto: A. Becher

Nach der Pause mühten sich die Gastgeber, gegen die nun tiefer stehenden Niedersachsen Chancen zu erarbeiten. Der Erfolg war mäßig. Auf der anderen Seite war bei jeder Osnabrücker Standardsituation Alarm im SG-Strafraum. Und bei einem Kopfball von Savran (73.) sowie einem 18-Meter-Schuss des eingewechselten Marcel Kandziora (78.) musste der starke Broll sein ganzes Können aufbieten, um ein Gästetor zu verhindern. Auf der anderen Seite war es ein 17-Meter-Schuss von Dittgen (75.), ein 14-Meter Versuch von Breier (86.) sowie in der Nachspielzeit ein 13-Meter-Schuss von Rühle, die den Siegtreffer hätten bedeuten können. Doch daraus wurde nichts. Tore hatte es ja auch in der ersten halben Stunde bereits genug gegeben.

Rehm: „Das ist das, was den Fußball ausmacht.“

Großaspachs Trainer ist mit seiner Elf und ihrer Spielweise absolut zufrieden

(uwe). „Wir sind nun seit fünf Spielen ungeschlagen. Deshalb gibt’s für uns keine verlorenen, sondern nur gewonnene Punkte.“ Aspachs Trainer Rüdiger Rehm ließ gar nicht erst Diskussionen aufkommen, wie er das 3:3 gegen Osnabrück einordnet. Für den 36-Jährigen ging das Ergebnis absolut in Ordnung. Und auch mit der Art und Weise war der Coach einverstanden. „Die Art und Weise wie beide Mannschaften gespielt haben, ist das was Fußball ausmacht“ kommentierte er die erste halbe Stunde, in der die Zuschauer bereits sechs Tore erlebten. Dass es da auch Fehler gab, juckte den Trainer der SG Sonnenhof eher wenig. Er freute sich lieber übers Spektakel. Er nahm es auch eher locker, dass seine Elf nach der Ampelkarte für Osnabrücks Kapitän Tobias Willers fast eine Stunde lang in Überzahl spielte und das Siegtor trotzdem nicht schaffte: „Wir nehmen lieber den Punkt mit, als ohne etwas da zu stehen.“

Rehms Gegenüber Joe Enochs ordnete die Partie als „ehrlichen, geraden Fußball“ ein. Und: „Das Unentschieden geht in Ordnung.“ Auch weil sein Team zu zehnt zwar etwas tiefer stand, dennoch aber immer seine Chance suchte. Zudem war der VfL nach Standardsituationen stets brandgefährlich. Gut für Aspach, dass es sich erneut auf den jungen Ersatztorhüter Kevin Broll (20) verlassen konnten. Rehm lobte: „Phantastisch, dass er so gut gehalten hat.“ Deshalb ist davon auszugehen, dass Chris Gäng seinen Nasen- und Jochbeinbruch weiter in Ruhe auskurieren kann und Broll nächsten Samstag (14 Uhr) im brisanten Duell der SG bei den Stuttgarter Kickers das Tor hütet.

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek, Mirko Schuster (82. Gehring), Leist, Kienast (85. Renneke) – Dittgen, Schröck, Rizzi, Röttger (79. Binakaj) – Breier, Rühle.
VfL Osnabrück:VfL Osnabrück: Schwäbe – Bleker, Pisot, Willers, Dercho – Groß, Chahed (37. Syhre) – Ornatelli, Hohnstedt – Alvarez (59. Kandziora), Savran (90+2 Sembolo) .
Tore: 0:1 (5.) Groß, 1:1 (6.) Rühle, 2:1 (12.) Röttger, 2:2 (18.) Ornatelli, 3:2 (19.) Dittgen, 3:3 (27.) Savran.
Gelbe Karten: Rizzi, Schiek / Ornatteli.
Gelb-Rot: Willers (36.).
Schiedsrichter: Mix (Abtswind).
Zuschauer: 1000.

SG auf bkz-online

Die Kamera unserer Zeitung hat das Fußball-Spektakel gegen Osnabrück festgehalten. Das Video mit allen Toren und Stimmen zur Partie gibt’s unter www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 28. September 2015

Impressionen aus der mechatronik Arena

tobi/tai

Der 11. Spieltag