3.L | Montag, 21. September 2015 (BKZ)
Spektakel in Aspach: 6 Tore in 33 Minuten

9. SpT  |  3. Liga 2015/16
Samstag, 19. September 2015  |  14.00 Uhr  |  mechatronik Arena
SG Sonnenhof Großaspach - Chemnitzer FC   4:2 (0:0)

[Zur Backnanger Kreiszeitung, unserem Medienpartner, mit Video zum Spiel ]
[Online-Mediathek SWR "Sport am Samstag"]
[SWR-Interviews mit Tobias Rühle, Pascal Breier und Rüdiger Rehm]
[Online-Mediathek MDR "Sport im Osten"]

Erst viel Langeweile, dann ein Spektakel

Zwei völlig verschiedene Halbzeiten sahen die 1600 Zuschauer beim Drittliga- Heimspiel der SG Sonnenhof gegen den Chemnitzer FC. Passierte vor der Pause fast nichts, so war es nach dem Wechsel ein Spektakel der Extraklasse mit sechs Toren und einer Roten Karte. Großaspachs Kicker gewannen 4:2 und kletterten auf den sechsten Tabellenplatz.

Von Steffen Grün - Eine echte Rotation sieht anders aus, immerhin drei Veränderungen in der Startelf nahm SG-Trainer Rüdiger Rehm zum Ausklang der ersten von zwei Englischen Wochen aber doch vor. Eine davon unfreiwillig: Für den beim 0:0 gegen Halle schon nach acht Minuten verletzt ausgewechselten Keeper Christopher Gäng begann Kevin Broll. Zudem durften Shqiprim Binakaj und Max Dittgen ran, dafür mussten Bashkim Renneke und Tobias Rühle raus.

Ein paar frische Kräfte, um von Anfang an hellwach zu sein – dieses Kalkül ging nicht so richtig auf. „Wir haben 15 Minuten gebraucht, um die Müdigkeit aus den Beinen zu schütteln“, stellte Rehm später fest. Das wäre fast bestraft worden, doch Broll verhinderte gegen Reagy Baah Ofosu (12.) den Rückstand. Dann passierte lange nicht viel, die Einheimischen wurden erst nach 40 Minuten richtig gefährlich. Michele Rizzi leitete den Angriff mit dem direkten Zuspiel auf den rechts startenden Dittgen selbst ein, bekam die Kugel über Binakaj zurück und sein Schuss aus etwa elf Metern touchierte den rechten Pfosten.

In der Pause einen Experten zu suchen, der für die zweite Halbzeit sechs Tore prophezeit hätte, wäre wohl vergebliche Liebesmüh gewesen. Eingeleitet wurde dieses Spektakel in der 49. Minute. Rizzi schlug nach einem Einwurf einen Diagonalball auf die rechte Seite, wo Binakaj die Kugel mitnahm, noch einige Schritte marschierte und dann zum 1:0 ins lange Eck traf.

Nur 180 Sekunden später bewies SG-Stürmer Pascal Breier ungeahnte Qualitäten in der Defensive und kratzte die Kugel nach einem Schuss von Marc Endres von der Linie. In der 66. Minute stand es 1:1. Aspachs Tobias Schröck wollte Ofosu mit einem taktischen Foul stoppen, bekam das Trikot aber nicht ganz zu fassen. Der Gäste-Kicker schickte Ronny König, dessen Schuss wurde von Sebastian Schiek abgefälscht und klatschte an die Latte. Anton Fink war mit dem Kopf zur Stelle.

Die Fans aus Chemnitz jubelten noch, da lag wieder Aspach vorne. Ecke Josip Landeka, Kopfball Breier – 2:1 (68.). Nun dauerte es sieben Minuten, bis wieder die Sachsen dran waren. Ofosu wurde auf der linken Seite nicht gestört und bediente König, der Broll aus kurzer Distanz durch die Hosenträger schoss. „Kann man halten, der geht auf meine Kappe“, gab der SG-Keeper angenehm selbstkritisch zu. Erleichtert wurde ihm die Ehrlichkeit dadurch, dass der Fehler später nur eine Randnotiz war. Zur Schlüsselszene kam es in der 79. Minute. Nach einem Landeka-Eckball und einem Schiek-Kopfball bekam Kevin Conrad den Ball an den Oberarm. Was den Elfmeterpfiff betrifft, geben die TV-Bilder und das BKZ-Video dem Referee recht, zumindest die heftigen Proteste gegen die Rote Karte waren allerdings nachvollziehbar. Rizzi lief an, verlud Keeper Daniel Batz – 3:2. Als Rühle zwei Minuten später nach einem Konter auf 4:2 erhöhte, war die Messe gelesen. Das Sieben-Minuten-Comeback von SG-Kapitän Daniel Hägele nach langer Verletzungspause verbesserte die Laune im Lager der Hausherren noch zusätzlich.

Breiter Kader stellt Rüdiger Rehm vor die Qual der Wahl

Qualität auf der Ersatzbank ist derzeit ein Erfolgsfaktor in Großaspach

(stg). „So ein turbulentes Spiel war nach den ersten 45 Minuten nicht zu erwarten.“ Niemand widersprach Karsten Heine, als der Chemnitzer Coach dies in der Pressekonferenz nach dem Drittligaspiel konstatierte. Eine weitere Einschätzung des 60-Jährigen hielt einer Überprüfung anhand des BKZ-Videos und der Fernsehbilder dann jedoch nicht zu 100 Prozent stand. „So eine Rote Karte habe ich selten erlebt – kein Handspiel, kein Platzverweis“, beklagte sich Heine über die umstrittene Szene in der 79. Minute, die dank der Qualitäten von Michele Rizzi vom Elfmeterpunkt zum 3:2 für Aspach führte. Es war ein Strafstoß, nur hätte Kevin Conrad durchaus auf dem Platz bleiben dürfen.

Es ehrt Heine aber, dass er „weit davon entfernt“ war, den Schiedsrichter „für die Niederlage verantwortlich zu machen“. Es war letztlich ein verdienter Sieg für Großaspach, befand nicht nur der Kapitän der Hausherren. „Es läuft momentan“, betonte Daniel Hägele, „wir sind auch in der Breite gut aufgestellt“. Das kann man wohl sagen mit Blick auf die Optionen, die Rüdiger Rehm noch auf der Ersatzbank sitzen hatte. Wenn Leistungsträger wie Hägele oder Kai Gehring nach ihren Verletzungspausen wieder Kandidaten für die Startelf sind, hat der SG-Trainer noch mehr die Qual der Wahl. Er wird kein Problem damit haben, „wenn sich jeder dem Teamgedanken unterwirft, haben wir eine gute Saison vor uns“. Obwohl mit 15 Punkten der sechste Platz zu Buche steht, will Kapitän Hägele von Träumereien aber nichts wissen: „Wir wollen so schnell wie möglich die 40-Punkte-Marke erreichen, dann schauen wir weiter.“ Schon am Mittwoch (19 Uhr) geht es beim Drittletzten Fortuna Köln weiter, „auch dort wollen wir wieder alles reinwerfen“, kündigt Rehm an.

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek, Mirko Schuster, Leist, Landeka – Röttger, Rizzi, Schröck, Binakaj (73. Renneke) – Breier (83. Hägele), Dittgen (61. Rühle).
Chemnitzer FC: Batz – Stenzel, Endres, Röseler, Conrad – Dem, Danneberg (77. Kaffenberger) – Türpitz (60. Dartsch), Fink, Ofosu – König.
Tore: 1:0 (49.) Binakaj, 1:1 (66.) Fink, 2:1 (68.) Breier, 2:2 (75.) König, 3:2 (80./Handelfmeter) Rizzi, 4:2 (82.) Rühle.
Gelbe Karten: Rizzi, Schiek, Röttger / Ofosu, Türpitz.
Rote Karte: Conrad (79.).
Schiedsrichter: Kornblum (Grabenstätt).
Zuschauer: 1600.

SG auf bkz-online

Sechs Tore, eine umstrittene Rote Karte, packende Zweikämpfe – all dies bot Aspachs Heimspiel gegen Halle nach der Pause. Und all das sowie ein paar Stimmen beinhaltet das Video unter www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 21. September 2015

Impressionen aus der mechatronik Arena

Tai

Der 9. Spieltag

Gratulation Migge und Ships, und auch der Ex-Aspacher Saer Sene ist in der
DFB-Elf des 9. Spieltages!