3.L | Donnerstag, 27. August 2015 (BKZ/tai)
Aspach vergißt das Toreschießen

5. SpT  |  3. Liga 2015/16
Mittwoch, 26. August 2015  |  18.30 Uhr  |  mechatronik Arena
SG Sonnenhof Großaspach - FC Rot-Weiß Erfurt   2:2 (2:0)

[Die Backnanger Kreiszeitung - unser Medienpartner, mit Video zum Spiel]

Gefühlte Niederlage für Großaspach

Eine halbe Stunde dominierte Großaspach nach Belieben, die 2:0-Führung drückte die Dominanz kaum aus. Plötzlich schlich sich aber der Schlendrian ein, was nach der Pause bestraft wurde. Binnen zehn Minuten glich Erfurt aus, letztlich blieb es beim 2:2. Die SG-Fußballer verpassten die Chance, auf Rang zwei der Drittliga-Tabelle zu klettern.

Von Steffen Grün - Stadionsprecher Tankred Volkmer brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt. Er sprach von einem „gefühlten Sieg für Erfurt und einer gefühlten Niederlage für uns“. Niemand im Aspacher Lager wollte ihm widersprechen, die enttäuschte Miene von Trainer Rüdiger Rehm sagte alles.

Nicht mehr als ein 2:0 aus der drückenden Überlegenheit in den ersten 30 Minuten gemacht zu haben, ist der erste Vorwurf, den sich die SG-Kicker gefallen lassen müssen. Zwar hatte Erfurt durch den Kopfball von Carsten Kammlott nach 38 Sekunden die erste Torchance, doch dann spielten nur noch die Hausherren. In der elften Minute legten sie das 1:0 vor. Nach einem tollen Pass von Max Dittgen behielt Tobias Rühle im Strafraum die Übersicht und legte die Kugel für Shqiprim Binakaj auf, der aus zehn Metern vollstreckte.

Aspach blieb am Drücker, kombinierte nach Herzenslust und hatte weitere Möglichkeiten. Dittgen scheiterte an Rot-Weiß Erfurts Keeper Philipp Klewin (14.), Leist traf nach einem Rühle-Zuspiel den Ball in bester Position nicht richtig (19.). 120 Sekunden später klingelte es aber zum zweiten Mal im Gehäuse der Gäste. Sebastian Schiek drang von der rechten Seite in den Strafraum ein, wurde von Mario Erb von den Beinen geholt und Michele Rizzi verwandelte den fälligen Elfmeter souverän.

2:0 – der SG war das nicht genug. Weiter rollte Angriff auf Angriff, doch sowohl Binakaj (23.) als auch Timo Röttger (30.) fanden in Klewin ihren Meister. Dazwischen fiel ein Kopfball-Aufsetzer von Sebastian Szimayer, dem früheren Aspacher in Erfurts Diensten, auf das Tornetz. Was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnte: Das war so etwas wie das erste Alarmzeichen, dass es mit der Dominanz der SG in Kürze vorbei sein könnte. Nach einer halben Stunde fuhren die Hausherren das Tempo runter, was zwar ein Stück weit verständlich war, aber zum Bruch im Spiel führte.

Die bis dahin hilflosen Erfurter näherten sich dem Tor noch vor der Pause zweimal. Okan Aydin zielte aus halblinker Position am langen Pfosten vorbei (37.), nach dem Pressschlag zwischen dem aus seinem Tor geeilten SG-Keeper Christopher Gäng und dem heranstürmenden Kammlott kullerte die Kugel rechts vorbei. Die letzte Chance vor der Pause hatte Aspach, als Schiek mit seinem Volleyschuss aus kurzer Distanz am starken Klewin scheiterte, doch nach dem Seitenwechsel nahm das Unheil seinen Lauf. In der 52. Minute führte Erfurts Fabian Hergesell den Freistoß von der rechten Torauslinie kurz aus, der heraneilende Luka Odak durfte abziehen, Gäng wehrte ab. Der Abpraller landete auf dem Kopf vom Christoph Menz, danach klatschte der Ball an die Latte und von dort hinter die Linie, wie der Assistent des Referees sofort anzeigte.

Nur noch 2:1 – die als Schlusslicht angereisten Gäste witterten Morgenluft. Nur zehn Minuten später folgte der Ausgleich. Menz köpfte an die Latte, den Abpraller verwertete Szimayer. Erfurt hatte die Partie mit dem simplen Konzept, lange Bälle zu schlagen, gewendet, weil Aspach auch bei abgewehrten Versuchen nicht im Bilde war und zu unentschlossen nachsetzte. Dass es nicht an der Kraft lag, zeigte sich in der Schlussphase, denn plötzlich war die SG wieder aufgeschreckt und wach und drängte auf den Siegtreffer. Rühle (73.), Röttger (84.) und der eingewechselte Bashkim Renneke in der Nachspielzeit nutzten die Möglichkeiten nicht. Es blieb beim 2:2 und dem gefühlten Erfurter Sieg sowie der gefühlten Aspacher Niederlage.

War der Verzweiflung nahe: SG-Trainer Rüdiger Rehm. FC-Coach Christian Preußer dirigierte sein Team noch zum unverhofften Punkt. Foto: A. Becher

Stimmen zum Spiel

SG-Trainer Rüdiger Rehm: „Ich bin brutal enttäuscht. In den ersten 35 Minuten haben wir ein Feuerwerk abgebrannt, so gut wie alles richtig gemacht. Darauf müssen wir aufbauen. Was dann passiert ist, ist unerklärlich, ich kann es nicht nachvollziehen. Es war ein Kopfproblem, kein körperliches, denn wir konnten ab der 70. Minute wieder zulegen.“

 

FC-Coach Christian Preußer: „Wir hätten mit einem 0:4, 0:5 oder 0:6 in die Pause gehen können. Wir haben es dann nur noch mit langen Bällen versucht, das hat geklappt.“

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Schiek, Leist, Robin Schuster (46. Mirko Schuster), Kienast (76. Landeka) – Röttger, Schröck, Rizzi, Binakaj (69. Renneke) – Dittgen, Rühle.
FC Rot-Weiß Erfurt: Klewin – Odak, Laurito, Erb, Hergesell – Aydin (89. Pigl), Menz, Tyrala (46. Judt), Eichmeier (23. Bichler) – Szimayer, Kammlott.
Tore: 1:0 (11.) Binakaj, 2:0 (21./Foulelfmeter) Rizzi, 2:1 (52.) Menz, 2:2 (62.) Szimayer.
Gelbe Karten: Rühle, Schiek, Röttger / Menz, Kammlott.
Schiedsrichter: Pfeifer (Rodgau).
Zuschauer: 1900.

SG auf bkz-online

Vom turbulenten 2:2 im Heimspiel der SG Sonnenhof Großaspach gegen den FC Rot-Weiß Erfurt gibt es im Internet (www.bkz-online.de) ein Video mit den besten Szenen.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 27. August 2015


Pressmitteilung am 26. August

Zwei-Tore-Führung verspielt – SG muss sich mit Punkteteilung zufrieden geben 

Die Spiel-Analyse: 

Cheftrainer Rüdiger Rehm schickte die gleiche Startelf auf den Platz, die schon beim wichtigen Auswärtssieg in Würzburg am vergangenen Spieltag von Beginn an ran durfte. 
Bei herrlichen äußeren Bedingungen hatten die Gäste aus Erfurt bereits nach wenigen Sekunden die erste gefährliche Aktion, als ein Kopfball von Carsten Kammlott knapp am Tor von Chris Gäng vorbeiflog (1.).  Danach übernahmen die Hausherren aber das Kommando und zeigten in den Anfangsminuten der Partie gefällige Ansätze, allerdings zunächst ohne Gefahr auszustrahlen. Mit dem ersten wirklich ernsthaften Angriff ging das Team von Rüdiger Rehm dann in Führung - Binakaj schob nach mustergültiger Vorlage von Rühle zum 1:0 für die SG ein. Die Gastgeber blieben auch in der Folge am Drücker, brannten ein regelrechtes spielerisches Feuerwerk ab und ließen die Gäste aus Thüringen mit ihrem aggressiven Pressingspiel nicht zur Entfaltung kommen. Nachdem Leist in der 18. Spielminute eine gute Kombination nicht erfolgreich abschließen konnte, wurden die Aspacher für ihr engagiertes Auftreten nur 60 Sekunden später belohnt. Nach Foul an Sebastian Schiek im gegnerischen Strafraum zeigte Schiedsrichter Pfeifer folgerichtig auf den Elfmeterpunkt. Kapitän Michele Rizzi ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte eiskalt mit einem strammen Schuss ins linke untere Toreck zum 2:0 (20.). Und auch danach blieben die Hausherren am Drücker und waren das tonangebende Team. Nach Schieks Flanke scheiterte Timo Röttger völlig frei per Kopf an Keeper Klewin (30.). In der 32. hatte Röttger die Vorentscheidung auf dem Fuß, doch völlig frei vor dem Tor schaffte es der ehemalige Leipziger nicht, das Leder im Kasten unterzubringen. Bis kurz vor der Pause passierte nicht mehr viel. In der 44. waren es aber erneut die Hausherren, die einem Treffer nahe kamen. Nach einer Ecke war es Sebastian Schiek, der Klewin im Kasten der Gäste zu einer Glanzparade zwang – Halbzeitstand 2:0. 

Mit Mirko Schuster für den angeschlagenen Robin Schuster startete die SG in den zweiten Durchgang. Und dieser begann alles andere als gut – die Gäste drückten erwartungsgemäß und konnten nach 53 Minuten verkürzen. Nach einem Foul am rechten Strafraumrand brachten die Thüringer den Ball gefährlich vors Tor und Menz gar per Kopf an die Unterkante der Latte, wovon der Ball die Torlinie überquerte. Und Rot-Weiß blieb auch in der Folge am Drücker, versuchte es weiter mit hohen Bällen ins Sturmzentrum und hatte dadurch die besseren und gefährlicheren Szenen. In der 56. zischte ein Schuss von Bichler nur knapp am Tor von Christopher Gäng vorbei. Sechs Minuten später war es dann tatsächlich passiert – der ehemalige SG-Stürmer Sebastian Szimayer belohnte die Druckphase seiner Mannschaft und köpfte zum 2:2-Ausgleich ein (62.). Vorausgegangen war ein gefährlicher Angriff von Rot-Weiß, der in einem Lattentreffer mündete. Nach gut 70 Minuten schienen die Gastgeber den Schock der zwei Gegentreffer verdaut zu haben und fanden fortan wieder besser ins Spiel. Mit zwei guten Torannäherungen (70., 72.) zeigte sich die Rehm-Elf wieder gefährlicher vor dem gegnerischen Kasten. In der Schlussphase drängte die SG auf den Siegtreffer, aber schafften es nicht, diesen zu markieren.    

Am Ende trennten sich beide Teams 2:2-Unentschieden. Für die SG eine gefühlte Niederlage, da die Rehm-Elf über weite Strecken das spielbestimmende Team war und vor allem im ersten Durchgang beste Möglichkeiten ausließ. Den Gästen reichte eine kurze Drangphase nach der Pause, um einen Punkt aus Aspach zu entführen.  

Die Stimme nach dem Spiel:

Cheftrainer Rüdiger Rehm: „Ich bin riesig enttäuscht vom Ergebnis heute. In den ersten 35 Minuten war das ein regelrechtes Feuerwerk meiner Mannschaft und wir haben richtig toll gespielt. Wir haben es in dieser Phase alles richtig gemacht und den Gegner bestimmt. Was dann in der zweiten Halbzeit bis zur 70. Minute passiert ist, ist für mich unerklärlich. Wir wussten was passiert und wie der Gegner spielen wird, haben es aber nicht geschafft, wieder hochzuschalten und dem Gegner in dieser Phase Paroli zu bieten. Das Ergebnis kann uns daher nicht zufrieden stellen!“  

Das nächste Spiel:

Den Abschluss der Englischen Woche bestreitet die SG Sonnenhof Großaspach am Sonntag bei der Zweitvertretung des Bundesligisten FSV Mainz 05. Anstoß im Stadion am Bruchweg ist um 14 Uhr.

Aufstellung:

SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Schiek, Leist, Schuster R. (46., Schuster, M.), Kienast (76., Landeka) – Binakaj (68., Renneke), Schröck, Rizzi, Röttger – Rühle, Dittgen 
Tore: 1:0 Binakaj (11.), 2:0 Rizzi (Foulelfmeter, 20.), 2:1 Menz (53.), 2:2 Szimayer (62.)  
Zuschauer: 1.900