3.L | Montag, 24. August 2015 (BKZ)
Wichtiger Dreier beim starken Aufsteiger

4. SpT  |  3. Liga 2015/16
Samstag, 22. August 2015  |  14.00 Uhr  |  Flyeralarm Arena
FC Würzburger Kickers - SG Sonnenhof Großaspach   0:1 (0:1)

[Die Backnanger Kreiszeitung - unser Medienpartner, mit Videorückblick zum Spiel]
[SWR "Sport am Samstag mit Online-Videobericht und Interviews mit
Shqiprim Binakaj - Tobias Rühle - Rüdiger Rehm]
[BR-Zusammenfassung bei "Blickpunkt Sport"]

Zitterpartie mit glücklichem Ausgang

Großaspachs Drittliga-Fußballer versäumen es beim 1:0-Sieg in Würzburg, in doppelter Überzahl frühzeitig alles klar zu machen

Bevor Shqiprim Binakaj das goldene Tor schoss, hatte Großaspach Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Später spielte die SG Sonnenhof ihre doppelte Überzahl nicht clever genug aus, doch nach dem 1:0 beim FC Würzburger Kickers wollte der Trainer der Drittliga-Kicker nicht mosern. Beim starken Neuling zählten für Rüdiger Rehm nur die drei Punkte.

Von Steffen Grün - Aspachs Kicker stellten die Nerven all derer, die ihnen die Daumen drücken, auf eine ziemlich harte Probe. Weil sie es gegen neun Mann eine knappe halbe Stunde versäumt hatten, den Sack zuzumachen, hing der Sieg in Würzburg in der Nachspielzeit noch immer am seidenen Faden. Jeder lange Ball, der in den SG-Strafraum segelte, trieb den Fans die Schweißperlen auf die Stirn. Als die Zitterpartie nach 94 Minuten ihr gutes Ende gefunden hatte, war Rehm „sehr zufrieden, auch wenn wir fahrlässig mit einigen Situationen umgegangen sind, was zugleich der einzige Vorwurf ist, den ich meiner Mannschaft machen kann. Wir wussten, was auf uns zukommt, dass es eine extrem schwierige Aufgabe wird“.

Vor allem zu Beginn zeigten die Kickers, wie es ihnen gelingen konnte, keines der ersten drei Spiele zu verlieren, den starken Rivalen aus Wehen, Dresden und Münster jeweils einen Punkt abzuknöpfen. Gerade einmal fünf Minuten waren vorbei, als das Aluminium für Aspach retten musste. Ein Eckball von Daniel Nagy von der rechten Seite landete bei Royal-Dominique Fennell, der Kopfball-Aufsetzer des Zugangs von den Stuttgarter Kickers klatschte an die Latte. Sieben Minuten später verhinderte SG-Keeper Christopher Gäng einen Rückstand, indem er nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Amir Shapourzadeh aus seinem Gehäuse eilte und den Winkel so geschickt verkürzte, dass Christopher Bieber am rechten Pfosten vorbeizielte. Noch einmal 180 Sekunden zogen ins Land, bis Bieber in die Rolle des Vorlagengebers schlüpfte und Shapourzadeh in Szene setzte. Der Kickers-Kapitän fand in Gäng seinen Meister, spätestens jetzt hätten sich die Gäste aus Aspach über einen Rückstand nicht mehr beklagen können.

So sah es auch SG-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas, der nach der Partie einräumte: „In den ersten 20 Minuten hatten wir Glück, das 1:0 war schmeichelhaft.“ Damit sprach er bereits die Szene an, die das vorherige Geschehen in der 26. Minute konterkarierte, obwohl die Kicker aus dem Fautenhau zu diesem Zeitpunkt schon etwas besser in die Gänge gekommen waren. Würzburg war in der Vorwärtsbewegung, als Timo Röttger den Ball auf der rechten Außenbahn eroberte und Sebastian Schiek auf die Reise schickte. Der Rechtsverteidiger eilte bis zur Grundlinie, um dann für Binakaj aufzulegen, der aus etwa sieben Metern ins linke, untere Eck schoss.

Die Führung brachte deutlich mehr Sicherheit in das Spiel der Gäste, die vor der Pause zwar keine weitere klare Torchance hatten, dem Rivalen aber auch keine Möglichkeit mehr gewährten. In der zweiten Hälfte vergingen sechs Minuten bis zu der Szene, die wohl entscheidenden Charakter hatte. Nach einem langen Ball legte Tobias Rühle die Kugel geschickt an Nico Herzig vorbei, ehe der Innenverteidiger den Aspacher Angreifer zu Fall brachte. Kein Zweifel, dass es eine ungeschickte Aktion war, doch die Rote Karte hätte Referee Sven Jablonski stecken lassen können. Weil Richard Weil noch hätte eingreifen können, war es keine Notbremse. Zehn Würzburger hätten die SG vielleicht noch in Bedrängnis bringen können, auch wenn Max Dittgen in der 59. Minute das 2:0 auf seinem Kopf hatte, doch für neun Mann war das beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Elf gegen Neun – dieses Ungleichgewicht war nach einer guten Stunde erreicht, als Peter Kurzweg nach einem rüden Foul völlig zurecht die Ampelkarte gezeigt bekam.

In doppelter Überzahl agierten die Gäste zunächst viel zu statisch. Es dauerte 14 Minuten, bis aus dem personellen Vorteil die erste klare Torchance resultierte. Dittgen spielte Binakaj frei, dessen Abschluss den Keeper aber vor wenig Probleme stellte. Überhaupt nicht eingreifen musste Robert Wulnikowski 120 Sekunden später, weil Röttger nach dem Pass von Michele Rizzi am langen Pfosten vorbei schoss. Als schon die Nachspielzeit lief, hatte Niklas Schommer die letzte dicke Torchance. Das SG-Talent scheiterte nach einem Zuspiel von Bashkim Renneke am Torwart. „Wir wollten das 2:0 machen, aber nicht auf Biegen und Brechen“, verteidigte Rehm sein Team gegen Kritik. Wichtiger war ihm, „dass wir keine Chance mehr zugelassen haben“. Stimmt, gegen neun Mann hätte es aber trotzdem mehr sein dürfen. Auch wenn am Ende nur der Dreier zählt.

Rehm ist glücklich, Kollege Hollerbach dagegen stinksauer

Aspachs Trainer lobt sein Team, der Kollege hadert mit dem Referee

(stg). Einig waren sich nach Großaspachs knappem 1:0-Sieg in Würzburg alle Beteiligten darin, dass die beiden Platzverweise entscheidende Weichenstellungen bedeuteten. Keine Diskussionen gab es über die Ampelkarte für Peter Kurzweg, während die vorangegangene Rote Karte für Nico Herzig den Zornpegel von Kickers-Coach Bernd Hollerbach in luftige Höhen trieb. Der 45-Jährige, der nach einer nicht gegebenen, aber eigentlich zwingenden Gelben Karte für SG-Fußballer Tobias Schröck in der 82. Minute für einen Wutausbruch auf die Tribüne geschickt wurde, stellte verärgert fest: „Wir haben mit den Schiedsrichtern im Moment nicht so viel Glück.“ Er erinnerte daran, dass sein Team schon gegen Dresden sowie im DFB-Pokal gegen Bremen benachteiligt worden sei, während Kollege Rüdiger Rehm dem Referee immerhin beisprang, indem er betonte, es sei keine leichte Entscheidung gewesen: „Ich würde ihm keinen Vorwurf machen.“

Einen einzigen Vorwurf machte Rehm seinem Team. Und zwar den, in doppelter Überzahl zu schlampig mit den Chancen umgegangen zu sein. Dass es in der knappen halben Stunde, in der die SG gegen neun Mann kickte, nicht mehr als drei dicke Möglichkeiten waren, störte ihn dagegen kaum: „Wir wollten das 2:0 machen, aber nicht auf Biegen und Brechen.“ Viel wichtiger war ihm, dass seine Elf dem Rivalen keine Möglichkeiten mehr gewährte.

Nun geht der Blick schon nach vorne, da am Mittwoch um 18.30 Uhr das Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt ansteht. Dass es sich bei den Gästen um das Schlusslicht handelt, interessiert Rehm kaum. „Da interpretieren wir überhaupt nichts rein. Außer vielleicht, dass wir gegen den Tabellenletzten in der Vergangenheit auch schon mal verloren haben“, sagt der Trainer, dem übermorgen wohl derselbe Kader wie in Würzburg zur Verfügung steht.

Spieler, Tore, Fakten

FC Würzburger Kickers: Wulnikowski – Demirtas, Weil, Herzig, Kurzweg – Vocaj (46. Haller), Fennell, Nagy, Benatelli – Bieber (66. Jabiri), Shapourzadeh (64. Nothnagel).
SG Sonnenhof Großaspach:
Gäng – Schiek, Leist, Robin Schuster, Kienast – Röttger, Rizzi, Schröck, Binakaj (78. Breier) – Dittgen (89. Schommer), Rühle (65. Renneke). – Tor: 0:1 (26.) Binakaj.
Gelbe Karten: Kurzweg, Wulnikowski, Demirtas / Robin Schuster, Leist, Röttger, Schröck. Gelb-Rote Karte: Kurzweg (62.).
Rote Karte:
Herzig (51.)
Schiedsrichter:
Jablonski (Bremen).
Zuschauer:
5507.

SG auf bkz-online

Das Tor bei Aspachs 1:0-Sieg in Würzburg, weitere spannende Szenen und die Situationen, die zu den Platzverweisen führten – all das gibt’s im Video von SG-TV auf www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 24. August 2015

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