3.L | Samstag, 15. August 2015 (BKZ)
Pascal freut sich auf das heutige Schwabenduell

Breiers Begegnung mit der alten Liebe

Fast neun Jahre trug Pascal Breier das Trikot des VfB Stuttgart. Heute ab 14 Uhr steht er nun mit seinem neuen Verein dem Ex-Klub gegenüber. Logisch, dass das Heimspiel für den Angreifer der SG Sonnenhof Großaspach etwas Besonderes ist. Auch wenn der 23-Jährige sagt: „Groß Kontakt habe ich keinen mehr. Beim VfB II gab’s ja einen großen Umbruch.“

Von Uwe Flegel - Sechs Jahre ist es her, da hatte Pascal Breier seinen vielleicht größten Moment als Spieler des VfB Stuttgart. Im Sommer 2009 führte er als Kapitän die B-Junioren vom Cannstatter Wasen zur deutschen Meisterschaft. Einer der Mitspieler damals: Der aus der Jugend der TSG Backnang stammende Allmersbacher Patrick Bauer. Der Abwehrspieler kickt seit dem Sommer in London für den englischen Zweitligisten Charlton Athletic, nachdem er zuvor drei Jahre lang auf Madeira in Diensten des portugiesischen Erstligisten CS Maritimo stand.

Breier blieb nach der Jugend beim VfB, hoffte dort über die zweite den Sprung in die Mannschaft zu packen. Vier Jahre und 107 Drittligaspiele (14 Treffer) später sucht der frühere Junioren-Nationalspieler sein Glück in Aspach. Dort wo er zu Regionalligazeiten schon einmal sechs Monate stürmte und es als Leihspieler des VfB Stuttgart in 12 Spielen immerhin auf fünf Treffer brachte. „Ich bin gleich gut aufgenommen worden, Es war eher ein Wiedersehen“, blickt der Offensivmann, der einst beim TSV Neckartenzlingen mit der Kickerei begann, auf die Rückkehr in den Fautenhau im Juni. Erleichtert wurde ihm die Eingewöhnung sicher auch, weil mit Coach Rüdiger Rehm, dessen Co-Trainer Martin Cimander und Spielern wie Daniel Hägele, Michele Rizzi oder Robin Schuster noch einige Fußballer da waren, die drei Jahre zuvor ebenfalls schon für die SG Sonnenhof die Kickstiefel schnürten.

Mit seinen Wieder-Mitstreitern will er nun heute seinem Ex-Verein eine Niederlage beibringen und macht klar, dass das Schwabenduell im Fautenhau für ihn nicht irgendein Spiel ist: „Ich war ja eine lange Zeit beim VfB Stuttgart und hatte dort ja auch schöne Jahre.“ Die erhofft er sich nun in Großaspach, das deutlich besser aus den Startblöcken gekommen ist als die Kicker vom Cannstatter Wasen, die noch ohne Punkt Schlusslicht sind. „Die Tabelle ist sehr aussagekräftig am zweiten Spieltag“, lacht Breier über den Hinweis, dass seine SG Sonnenhof als Fünftplatzierter klarer Favorit sei. Zudem kontert der Stürmer: „Der VfB II hat sich in der Vergangenheit am Anfang oft schwergetan.“ Schließlich sei es nicht einfach, zu Rundenbeginn immer wieder viele junge Talente zu integrieren. „Dritte Liga ist was anderes als Jugend“, weiß der 1,85 Meter große Angreifer und hofft, dass die Startschwierigkeiten des Gegners anhalten:. „Wir müssen sehen, dass wir die Situation für uns nutzen.“ Heißt? „Schauen, dass der VfB wie vergangene Saison mit drei Niederlagen startet“, antwortet Pascal Breier schmunzelnd.

Dem Fußballer, der vergangene Runde im Stuttgarter Trikot in beiden Punktspielen gegen den Sonnenhof je ein Tor erzielte, ist bewusst: Einfach wird es für die SG Sonnenhof gegen die Bundesligareserve nicht. Denn „man weiß beim VfB nie, was vom Erstligateam runterkommt“. Ohnehin sei genug individuelle Klasse vorhanden. Unabhängig vom Alter. Zudem verfügt sein Ex-Verein nicht nur über einen echten Standardspezialisten wie Kapitän Tobias Rathgeb, sondern auch über schnelle Leute auf den Außenbahnen. Für Pascal Breier steht deshalb fest, dass er und sein Team eine Schippe drauflegen muss. Dabei denkt er an die Pokalpleite in Hollenbach und ans Aue-Spiel, das zwar vom Ergebnis, nicht aber von der Leistung toll gewesen sei. Seine Empfehlung für die Partie gegen die alte Liebe: „Defensiv noch kompakter, besser gegen den Ball arbeiten, ein besseres Umschaltspiel und besser in die Tiefe gehen. Das tut uns Spielern zwar selbst weh, aber halt auch dem Gegner.“

Hängt sich heute wohl von Beginn an gegen seinen langjährigen Verein rein:
Großaspachs Angreifer Pascal Breier (rotes Trikot). (Foto: A. Becher)

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 15. August 2015