3.L | Montag, 17. August 2015 (BKZ)
Nur 60 gute Minuten reichten gegen den "kleinen" VfB nicht

3. SpT  |  3. Liga 2015/16
Samstag, 15. August 2015  |  14.00 Uhr  |  mechatronik Arena
SG Sonnenhof Großaspach - VfB Stuttgart II   1:3 (1:0)

[Die Backnanger Kreiszeitung - unser Medienpartner, mit Video zum Spiel]
[SWR "Sport am Samstag" Videospielbericht und Interview mit Rüdiger Rehm]

Aspach feiert Jubiläum, Stuttgart den Sieg

Nichts war’s für die SG Sonnenhof Großaspach mit einem Sieg zur Feier des 750. Pflichtspiels der Vereinsgeschichte. Zwar führten die Gastgeber zur Pause der Drittligapartie gegen den VfB Stuttgart II verdient mit 1:0. Doch in der letzten halben Stunde drehten die Kicker aus der Landeshauptstadt den Vergleich.

Von Uwe Flegel - „Einen Punkt hätten wir verdient gehabt“, urteilte Aspachs Coach Rüdiger Rehm und erinnerte an die erste Halbzeit. In der hatte seine Elf klare Vorteile. Die SG Sonnenhof versäumte es jedoch, die 1:0-Führung auszubauen. Weil aber nur Michele Rizzi per Foulelfmeter getroffen hatte, gab’s am Ende lange Gesichter bei der SG. Auch weil Schiedsrichter Sven Waschitzki seiner Linie nicht treu blieb. Hatte er zuvor auf jeder Seite einen sogenannten Kann-Elfmeter gepfiffen, ignorierte er kurz vor Schluss beim Stand von 1:2 ein Foul des Stuttgarters Stefan Peric an Pascal Breier. Aspachs große Ausgleichschance war dahin, Rehm auf der Palme und wenig später vom Schiri auf die Tribüne verbannt. Rehms Laune war dann auch entsprechend: „Wir sind sehr enttäuscht.“

^^^ Elfer oder nicht: Das Foul von Stuttgarts Stefan Peric an Pascal Breier. Sven Waschitzki pfiff nicht und schickte Aspachs protestierenden Trainer Rüdiger Rehm auf die Tribüne. Unklar beim großen Aufreger der Endphase war auch, ob der Verteidiger den SG-Stürmer kurz vor oder im Strafraum traf. (Foto: A. Becher)

Völlig unzufrieden war nach den ersten 45 Minuten noch sein Gegenüber Jürgen Kramny gewesen, der von einer „schlechten ersten Halbzeit“ seines Teams sprach. Die Stuttgarter Probleme wurden von den Hausherren allerdings nicht richtig ausgenutzt. Zwar gab’s immer wieder gute Ansätze und Torabschlüsse aus aussichtsreicher Position von Michele Rizzi (10.), Sebastian Schiek (17.) sowie Timo Röttger (24.), ins Netz traf aber nur Michele Rizzi (26.). Der nutzte einen Foulelfmeter, als der umtriebige SG-Angreifer Tobias Rühle nach einem Zweikampf mit Thomas Hagn im Strafraum zu Fall gekommen war.

Vor den Augen des früheren Aspacher Coaches und jetzigen Stuttgarter Bundesligatrainers Alexander Zorniger gaben die Hausherren nach der Pause zunächst weiter den Ton an, ließen aber durch Röttger (51.) und Schiek (56.) weitere Chancen liegen. Was langsam aber sicher ebenfalls auf der Strecke blieb, war die Aggressivität der SG. Die Gäste, bei denen mit Verteidiger Stefan Peric und Angreifer Daniel Ripic zur Pause zwei frische Kräfte gekommen waren, bekamen mehr Zugriff und das Spiel besser in den Griff. Der Volleyschuss von Jerome Kiesewetter (62.) richtete noch keinen Schaden an. Ripic’ Schlenzer zwei Minuten später saß dann – 1:1. Zuvor hatte sich Arianit Ferati auf der rechten Außenbahn gut durchgesetzt und Mittelfeldspieler Max Besuschkow angespielt, der den Ball gedankenschnell zum frei stehenden Ripic weiterleitete.

Nun wurden die Gastgeber wieder giftiger. Doch als VfB-Torwart Marius Funk den 18-Meter-Aufsetzer des eingewechselten Bashkim Renneke nur abklatschen konnte, war Shqiprim Binakaj zu unentschlossen (79.). Und der 25-Meter-Schuss von Rizzi (82.) war schön, aber zu hoch.

Hatten SG-Fans da noch auf eine erneute Führung gehofft, mussten sie zwei Minuten später damit beginnen, sich mit einer Niederlage anzufreunden. Diesmal war Kiesewetter nach einem Zweikampf mit Schiek zu Fall gekommen. Wieder pfiff Waschitzki Elfmeter und viele Besucher sprachen hernach von einer Konzessionsentscheidung für den ebenfalls nicht ganz klaren Strafstoß, den Aspach in der ersten Halbzeit bekommen hatte. VfB-Angreifer Boris Tashchy waren die Diskussionen egal. Er wuchtete den Ball zum 2:1 für Stuttgart in die Maschen.

Fast wären die Gastgeber noch mal zurück gekommen, aber einen dritten Elfer wollte Waschitzki doch nicht pfeifen, als Breier an der Strafraumgrenze fiel. Lieber schickte der Schiri den protestierenden Rehm auf die Tribüne (88.). Von dort musste Aspachs Coach mitansehen, wie Ripic nach einem Konter über Kiesewetter mit dem 3:1 alles klar machte.

SG-Elf fehlt es nach der Pause zu oft an Präsenz

Aspachs mangelnde Entschlossenheit ermöglicht Stuttgart das Comeback

(uwe). „Wir haben Gott sei Dank nicht das 0:2 bekommen und dann die Lösung gefunden.“ VfB-Coach Jürgen Kramny wusste, dass der Erfolg lange Spitz auf Knopf stand. Wäre Aspach in und kurz nach der ersten Halbzeit im Angriff entschlossener gewesen, hätten es die Gäste schwer gehabt, zurück zu kommen. „Wir haben vor der Pause einige Dinge richtig gemacht“, urteilte Rüdiger Rehm. Immer wieder bereitete die Fautenhau-Elf den Kickern vom Cannstatter Wasen mit Diagonalbällen und Schnellangriffen Probleme.

Warum die Partie kippte? „Wir haben in der zweiten Halbzeit die Cleverness vermissen lassen und Spielanteile zu oft abgegeben“, kritisierte Rehm und nannte als Beispiel die Entstehung des 1:1: „Da müssen wir den Zweikampf an der Außenlinie gegen Arianit Ferati besser bestreiten.“ Stimmt. Fakt ist aber auch, dass die lange Verletztenliste Rehms Möglichkeiten, mit einem Wechsel in eine Partie einzugreifen, stark begrenzt. In der Zentrale fehlen mit Kapitän Daniel Hägele, Mittelfeldspieler Nico Jüllich und Verteidiger Kai Gehring wichtige Alternativen. Und der Offensive würde ein Pascal Sohm gut tun. Am schnellsten stehen wohl Sohm und Gehring wieder zur Verfügung. Wobei bei dem Verteidiger eine genauere Untersuchung der Wade Erstaunliches zutage brachte. Der Muskelfaserriss ist offenbar auf einen Wadenbeinbruch zurückzuführen, den der beinharte Abwehrmann irgendwann einmal erlitt und der trotz der Schmerzen nicht erkannt wurde.

Auf der Suche nach einem weiteren Stürmer ist dem Sonnenhof der 21-jährige Roussel Ngankam ins Auge gestochen. Der frühere deutsche Junioren-Nationalspieler ist ab heute Trainingsgast. Er stammt aus der Jugend von Hertha BSC und kickte vergangene Saison für den rumänischen Erstligisten FC Botosani.

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Schiek, Leist, Mirko Schuster, Kienast (87. Schommer) – Binakaj, Rizzi, Schröck, Dittgen (76. Breier) – Röttger (73. Renneke), Rühle.
VfB Stuttgart II: Funk – Zimmermann, Sama, Hagn (46. Peric), Mwene – Kiesewettter, Rathgeb, Besuschkow (77. Grbic), Ferati – Grüttner (46. Ripic), Tashchy.
Tore: 1:0 (26., Foulelfmeter) Rizzi, 1:1 (63.) Ripic, 1:2 (84., Foulelfmeter) Tashchy, 1:3 (90.) Ripic.
Gelbe Karten: Schröck / Hagn, Brüttner, Sama, Mwene.
Schiedsrichter:
Waschitzki (Essen).
Zuschauer: 2152.

SG-TV auf bkz-online

Die besten Szenen und die Tore von der 1:3-Niederlage der SG Sonnenhof Großaspach gibt’s im Video unter www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 17. August 2015

Impressionen aus der mechatronik Arena

Vor dem Spiel...

...erhielt der frischgebackene Papa Robin Schuster von Präsidiumsmitglied Michael Ferber
das passende SG-Outfit für den kleinen Leo.

Herzlichen Glückwunsch Robo & Cori!

Und die SG-Anhänger gratulierten zum Aspacher Jubiläum.

Fotos von spannenden 90 Minuten:

Ships Binakaj sein persönliches Jubiläum:
Sein 250. Einsatz im SG-Trikot war leider nicht von erfolg gekrönt.

Fotos: tai