3.L | Freitag, 31. Juli 2015 (tai/BKZ)
Heimspielauftakt am Sonntag gegen Erzgebirge Aue

2. SpT  |  3. Liga 2015/16
Sonntag, 2. August 2015  |  14.00 Uhr  |  mechatronik Arena
SG Sonnenhof Großaspach - FC Erzgebirge Aue

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Heimspielpremiere gegen Erzgebirge Aue

(pm) Die Fans der SG Sonnenhof Großaspach dürfen sich am kommenden Sonntag auf das erste Heimspiel ihrer Mannschaft in der Saison 2015/2016 freuen. Anpfiff in der mechatronik Arena ist um 14 Uhr.

Vollen Einsatz bringen derzeit viele externe Arbeiter sowie Mitarbeiter der SG Sonnenhof Großaspach im Fautenhau. In Rekordzeit wurde eine neue Rasenheizung in der mechatronik Arena installiert, am Samstag werden die Arbeiten hierfür abgeschlossen sein und die Mannschaften dürfen auf neuem Geläuf um Punkte kämpfen.

Vollen Einsatz und Leidenschaft zeigte am vergangenen Wochenende auch das Team von Rüdiger Rehm in Münster. Mit einem Punkt kehrten die Aspacher aus Westfalen zurück, drei Minuten hatten schlussendlich zum Sieg gefehlt. Am Wochenende steht nun die Heimspielpremiere gegen den FC Erzgebirge Aue an. Die Mannschaft von Trainer Pavel Dotchev wurde nach dem Abstieg aus der zweiten Liga nahezu komplett neu zusammengestellt und wird am Sonntag unter anderem mit dem früheren Aspacher Simon Skarlatidis in der mechatronik Arena aufschlagen.

„Der FCE hat natürlich viele qualitativ hochwertige Spieler. Aber nicht nur deshalb wird es eine umkämpfte Partie am Sonntag werden. Sowohl Aue als auch wir haben am ersten Spieltag eine ansprechende Leistung gezeigt und beide möchten natürlich nun unbedingt den ersten Dreier einfahren“, sagt Rüdiger Rehm und ergänzt: „Unsere Stärken liegen in der Kompaktheit, dem Umschaltspiel, vor allem aber in der Leidenschaft. Wenn wir diese Tugenden wieder auf den Platz bringen, werden wir am Sonntag sicher erfolgreich sein.“

Personell muss der Cheftrainer am kommenden Sonntag auf einige verletzte Akteure verzichten. Definitiv nicht mit dabei sein wird Kai Gehring. Der Innenverteidiger erlitt beim Spiel in Münster einen Muskelfaserriss in der Wade und wird nächste Woche wieder ins Lauftraining einsteigen. Deshalb wird am kommenden Sonntag Michele Rizzi die Mannschaft aufs Feld führen. „Wir sind ein echtes Team. Die Neuzugänge haben sich super integriert. Egal wer spielt, jeder setzt sich für den anderen ein. Deshalb freue ich mich auch sehr auf die Partie am Sonntag. Ich bin mir sicher, dass jeder alles reinwerfen wird“, so der Mittelfeldspieler auf der heutigen Pressekonferenz.

Neben Gehring fallen auch Daniel Hägele (Aufbautraining nach Knie-OP), Nicolas Jüllich (Kniebeschwerden), Jeremias Lorch (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Robin Binder (Kreuzbandriss) und Pascal Sohm (Knöchelverletzung) aus. Robin Schuster, der beim Test gegen Homburg umgeknickt war, macht hingegen sehr gute Fortschritte. Ein Einsatz am Sonntag kommt aber wohl noch zu früh. Angeschlagen ist auch Youngster Niklas Schommer, der diese Woche im Training umgeknickt war. Ob der Stürmer gegen Aue im Kader steht, entscheidet sich nach dem morgigen Abschlusstraining.

Shuttlebus von Backnang wieder im Einsatz

Zu allen Heimspielen der SG werden zukünftig ein Shuttleverkehr vom ZOB Backnang und zurück eingerichtet. Die Abfahrtszeiten für kommenden Sonntag:

  • ZOB Backnang – mechatronik Arena
    Abfahrt 13.25 Uhr
  • mechatronik Arena - ZOB Backnang
    Abfahrt 16.15 Uhr

Röttgers Lust auf Fußball ist zurück

Routinier sieht sich in seinem Entschluss bestätigt, nach Jahren bei Großstadtklubs sein Glück nun im familiären Aspach zu suchen

Leverkusen, Paderborn, Dresden, Leipzig, Köln. Timo Röttger ist im Fußball schon viel rumgekommen. Vor allem in großen Städten und bei erfolgreichen Vereinen. Im Alter von 30 Jahren ist er nun im mit Abstand kleinsten Ort der Dritten Liga gelandet – in Aspach. Zufall? Nein. „Mir ging’s darum, dass ich in eine intakte Mannschaft komme.“

Von Uwe Flegel - Wer Timo Röttger gegenübersitzt, spürt schnell, dass der aus dem Oberbergischen stammende Kicker keiner ist, der zum Lachen in den Keller geht. Röttger zählt aber auch nicht zu jener Spezies Fußballprofis, deren Horizont nur bis zur nächsten Vertragsunterschrift reicht. Parallel zum Sport hat er in all den Jahren erst eine Ausbildung zum Bürokaufmann, dann ein Fernstudium zum Sportfachwirt und danach eine Ausbildung zum Verkehrsleiter Güterfrachtverkehr abgeschlossen. Deshalb ist es kein Wunder, dass Röttger den dualen Weg der SG lobt: „Ich finde es gut, dass junge Spieler eine Alternative aufgezeigt bekommen.“

Der 30-Jährige selbst ist aufs Leben danach vorbereitet. Er ist einer, der nicht nur auf dem Platz malochen kann. Als „Mittelfeldwühler“ bezeichnete ihn ein Boulevardblatt. Als lauf- und kampfstark, als engagiert und durchaus torgefährlich gilt der 1,76 Meter große Athlet. Eigenschaften, mit denen er zum Beispiel bei RB Leipzig Publikumsliebling wurde und sich bei Dynamo Dresden in die Herzen der Fans rannte, kämpfte und spielte.

In Großaspach soll das nicht anders sein. Wobei sich auch Röttger von der SG Sonnenhof einiges erhofft. Ein wichtiger Grund für den Wechsel in den Fautenhau war: „Ich will wieder Spaß am Fußball bekommen, wieder mit Spaß ins Training gehen.“ Die Lust war ihm bei seiner letzten Station verloren gegangen. War Röttger bei Bayer Leverkusen, beim Zweitligisten SC Paderborn, bei Dynamo Dresden und bei RB Leipzig meist drei Jahre, so beendete er sein Engagement beim Regionalligisten Viktoria Köln schon nach zwölf Monaten. Dabei hatte er sich zu Beginn noch gefreut, „in die alte Heimat zurückzukehren“. Nun urteilt er. „Manchmal passt’s halt nicht.“ Mehr will er nicht sagen, erklärt dann aber vielsagend: „Mir ging es auch darum, dass ich in eine intakte Mannschaft komme, dass ich bei einem intakten Verein lande.“

^^^ Einer, der auf dem Platz viel Herz
und sehr viel Leidenschaft verkörpert: Timo Röttger.
(Foto: A. Becher)

Deshalb erkundigte er sich vor seinem Ja zu Aspach bei alten Weggefährten, ob er zur SG und die SG zu ihm passt. Sowohl Mathias Morys wie auch Alexander Zorniger haben ihm offensichtlich zugeraten. Röttger selbst war ebenfalls rasch überzeugt: „Ich kam her, habe es mir angeschaut und es hat mir sofort gefallen.“ Wobei der Verein aus dem Fautenhau für ihn keine völlige Unbekannte war: „Wir haben ja mit Leipzig gegen Großaspach gespielt. Zudem wusste ich vom alten Trainer und von Sportdirektor Ralf Rangnick etwas über die Mannschaft.“ Vier Wochen und ein Punktspiel später sagt er: „Ich habe schnell gesehen, dass der Verein versucht, mit seinen Mitteln alles rauszuholen, was geht“. Eigenschaften, die auch ihm zugeschrieben werden.

Es ist dann auch nicht überraschend, dass Röttger nach nur vier Wochen im Fautenhau und vor dem Heimspielstart am Sonntag gegen Zweitligaabsteiger Erzgebirge Aue (14 Uhr) sagt: „Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, dass es hier länger geht.“ Das derzeitige Vertragsende 30. Juni 2016 soll nicht der Schluss sein. Nach Jahren in Großstädten scheint der Routinier nun in der Provinz angekommen zu sein. Das familiäre Umfeld im Klub gefällt ihm: „Jeder kennt sich. Jeder begrüßt sich.“ Zudem sei die Stimmung im Team sehr gut, von Neid und Missgunst nichts zu merken. „In Münster hat jeder, der auf der Bank saß, bis zum Abpfiff mitgefiebert“. Etwas, das er nicht überall erlebt hat. Dabei sei das doch so wichtig: „Erfolg hast du nur als Mannschaft. Das habe ich auf meinen Stationen gelernt.“ Egal ob in Leipzig, in Dresden, in Paderborn oder in Leverkusen.

Wobei Röttger auch weiß, dass er im Gegensatz zu Dresden oder Leipzig mit Großaspach den Aufstieg in die Zweite Liga sehr wahrscheinlich nicht feiern wird: „Für uns geht’s klar darum, die Liga zu halten.“ Eine Aufgabe, die er für absolut machbar hält. Erstens, weil das Team eine echte Einheit sei. Zweitens, weil es in Aspach etwas gibt, das für ihn unabdingbar ist, wenn ein Verein Erfolg haben will: „Es muss eine Idee, ein Plan dahinterstecken. Das ist in Aspach so.“

SG auf bkz-online

Am Sonntag um 14 Uhr feiert die SG Sonnenhof Großaspach gegen Zweitligaabsteiger Erzgebirge Aue ihr Heimspieldebüt im zweiten Drittligajahr. Unsere Zeitung sorgt dafür, dass diejenigen, die nicht im Stadion sitzen können, trotzdem stets am Ball sind. Aktuelle Infos gibt es im Liveticker unter www.bkz-online.de.

Zudem gibt’s tags drauf im Internet ein Video mit den besten Szenen des Duells zwischen Schwaben und Sachsen.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 31. Juli 2015