27. Juli 2010
SG Sonnenhof Großaspach - FSV Frankfurt   1:5 (0:3)

Zweitligist einfach zu stark für Aspach

Regionalligist verliert Testspiel gegen den FSV Frankfurt mit 1:5

Der Klassenunterschied zwischen zwei Fußballteams ist in einem Testspiel oft nicht zu sehen. Gestern Abend in Affalterbach war das anders: Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach stand gegen Zweitligist FSV Frankfurt über weite Strecken auf verlorenem Posten - 1:5.

Von Steffen Grün - "Das Gegentor", antwortete FSV-Trainer Hans-Jürgen Boysen auf die Frage, was an der Leistung seines Teams schlecht gewesen sei. Bedeutet im Umkehrschluss: Fast alles war gut. "Wir hatten das Spiel über siebzig Minuten im Griff und haben schöne Tore herausgespielt", lobte der 53-jährige Wahl-Kleinaspacher seine Fußballer. Die hatten die Vorgabe, die Partie über ein klares Plus an Ballbesitz zu kontrollieren, mit Bravour in die Tat umgesetzt.

Weniger zufrieden war - wen wundert's - Boysens Kollege. "So haben wir uns das nicht vorgestellt", räumte Alexander Zorniger ein, wollte aber nicht nur Kritik an seinem Team äußern: "Ich war in den ersten knapp 30 Minuten mit dem Defensivverhalten zufrieden." In dieser Phase hielt der Regionalligist aus dem Fautenhau beherzt dagegen und hätte mit etwas Glück auch in Führung gehen können. Abedin Krasniqi und Marco Tucci segelten an einer Flanke von Simon Frank aber vorbei.

27 Minuten waren absolviert, als die favorisierten Gäste das 1:0 erzielten. Wobei: Sie schauten eigentlich zu, wie Aspachs Kapitän diesen Job erledigte. Dennis Grab grätschte in eine Hereingabe von Andreas Dahlén und die Kugel senkte sich hinter dem verdutzten Keeper Christopher Knett ins eigene Netz. Beim 0:2 drei Minuten später sah der SG-Torwart nicht gut aus. Er eilte in einem Moment aus dem Kasten, in dem er lieber dringeblieben wäre. An den Ball kam Knett nämlich nicht - und Jürgen Gjasula hatte keine Mühe, das Leder aus 20 Metern ins Tor zu befördern.

Meist stand der Regionalligist in dieser Phase zu tief. Kaum verwunderlich also, dass Gjasula noch vor der Pause das 3:0 für den FSV markierte. Pech hatte Großaspach, als Rüdiger Rehm in der 44. Minute den Pfosten malträtierte. Acht Minuten waren nach dem Wechsel gespielt, als Sascha Mölders nach einem feinen Gjasula-Pass eiskalt zum 4:0 vollendete. Mike Wunderlich war mit einem Schlenzer in der 58. Minute für das 5:0 verantwortlich. Immerhin: Der SG war noch das Ehrentor vergönnt. In der 72. Minute war Shiprim Binakaj nach einer Flanke von Martin Cimander mit dem Kopf zur Stelle.

Für Zorniger besteht trotz der klaren Niederlage kein Grund zur Panik: "Wir sind absolut im Plan." Zur Anfangself gegen Frankfurt meinte der 42-Jährige mit Blick aufs erste Punktspiel in Weiden am 6. August: "Das war auf vielen Positionen ein Fingerzeig - aber nicht auf allen." 

Stenogramm

SG Sonnenhof Großaspach: Knett (71. Rausch) - Jurczyk (71. Skarlatidis), Grab, Röcker, Wengert - Golinski (46. Mazzola), Marschlich (71. Adamos), Rehm (46. Binakaj), Frank (62. Cimander) - Tucci (62. Rummel), Krasniqi (71. Lang).
FSV Frankfurt: Klandt - Christian Müller (71. Bouhaddouz), Schlicke (46. Gledson), Heitmeier, Dahlén - Gjasula (83. Pintol), Cinaz - Sven Müller, Wunderlich (83. Schneider), Fillinger (62. Tosunoglu) - Cidimar (46. Mölders).
Tore: 0:1 (27.) Eigentor Grab, 0:2, 0:3 (30./42.) Gjasula, 0:4 (53.) Mölders, 0:5 (58.) Wunderlich, 1:5 (72.) Binakaj.
Schiedsrichter: Steinberg (Korntal).
Zuschauer: 200.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 28. Juli 2010